Donnerstag, 31. März 2011

2. Abend JesusHouse 2011 – eine zweite Einsicht


Heute Abend war der zweite Abend von JesusHouse und ich hab es wieder verfolgt, in gleicher Konstellation wie gestern. Das Zitat von Piper ist immer noch richtig, langsam stelle ich mir die Frage, ob ich es weiter auf JesusHouse anwenden sollte. Aber ich will ein paar Eindrücke weitergeben.
Ich stelle bewusst die Kritik an den Anfang und das Lob ans Ende, hoffe, dass euch die positiven Assoziationen in Erinnerung bleiben!

Was mir nicht gefallen hat:
Wieder fehlte mir das Kreuz. Es ist zwar mit großen Leuchtstoffröhren unter der Bühnenebene angebracht, auf der Matthias Clausen steht, wenn er redet, aber trotzdem fiel kein Wort darüber – erst im 'Übergabegebet' war davon die Rede, aber ich frage mich, wie wirkliche Analphaten des Evangeliums das verstehen sollen, geschweige denn mitbeten können. Er hat noch zwei Abende, und ich bete dafür, dass die Botschaften klarer darauf gerichtet sind, wieso wir überhaupt in eine gereinigte Beziehung mit Jesus eintreten können, was den Weg frei gemacht hat.

Was mir gut gefallen hat:
Ich halte weiterhin sehr viel von Matthias Clausen. Er hält sehr gut Balance zwischen persönlicher Ansprache und Frontalpredigt, die es für ein solches Event braucht. Er sagt auch nicht, was ich nicht nachvollziehen oder bejahen könnte. Seine Predigten weisen zwar wenige Bibelzitate auf, aber ich denke, dass es das auf einer solcher Veranstaltung nicht unbedingt braucht, solange die Botschaft biblisch ist. Ich bin der Überzeugung, dass zuviele Bibelzitate auch abschreckend wirken können. Wichtig ist dabei, dass die Botschaft trotzdem einen klaren biblischen Bezug hat. Das schafft Matthias, indem er zum Beispiel eine biblische Geschichte nacherzählt, wie er das heute gemacht hat. Er hat einen angenehmen Tonfall und spricht überzeugend und gewinnend.
Bei der Musik hat sich ein kleiner Teil geändert, ich stelle das mal unter positiv dar. Samuel Harfst war da *tatamtatam* Und hat eines seiner Lieder gespielt, das wohl auch jedem bekannt sein sollte, der mit der christlichen Musikszene vertraut ist in Deutschland: Das Privileg zu sein. Es ist tatsächlich ein schönes Lied, das auch durchaus einiges an Botschaft trägt. Danke dafür!
Die Gäste heute waren ein sozial-diakonisches Projekt aus Berlin. Ich stelle das auch mal unter positiv dar, weil ich es wichtig finde, dass Nichtchristen sehen, wie wichtig den Christen die Soziale Gerechtigkeit ist. Ich denke, dass die Zeit vorbei sein sollte, in der sich Christen dafür einsetzen, dass Kinder ohne Schwierigkeiten geboren werden sollten und dass das menschliche Leben das schützenswerteste Gut ist, dass uns anvertraut wurde, aber vergessen, dass durch die westliche Dekadenz und Verschwendungssucht vielen Menschen auf der Welt das Lebensnotwendigste abhanden kommt. Wie die Lausanner Verpflichtung es ausdrückt:
Versöhnung zwischen Menschen ist nicht gleichzeitig Versöhnung
mit Gott, soziale Aktion ist nicht E vangelisation, politische
Befreiung ist nicht Heil. Dennoch bekräftigen wir, dass Evangelisation
und soziale wie politische Betätigung gleichermaßen zu unserer Pflicht
als Christen gehören.“

Was ich für die kommenden beiden Abende hoffe:
  1. Ich hoffe, dass Menschen ergriffen werden von dem, der über allem ist, der alles erschaffen hat, der mein ein und alles ist, Jesus! Wenn Jesus seine Herrlichkeit zeigt, dann bleibt kein Auge trocken oder geschlossen, kein Herz weich. In dem Sinne hoffe und bete ich, dass Jesus die treuen Mitarbeiter in Stuttgart, die Botschaft von Matthias und der Gäste (Nick Vujicic soll nicht erscheinen, wer ihn nicht kennt → http://de.wikipedia.org/wiki/Nick_Vujicic und http://www.youtube.com/watch?v=a8Cwx2UbTJA) benutzt, um die Menschen auf sich aufmerksam zu machen und seine Namen, seine Herrlichkeit und am Ende seine Ehre durch unsere Freude immer größer werden zu lassen.
  2. Ich hoffe, dass Matthias seine verbleibenden Botschaften auf das Kreuz lenkt und erklärt und deutlich macht, warum es notwendig war, wieso es das Zentrum des christlichen Glaubens ist und wieso die größte Herrlichkeit und Liebe darin liegt.
  3. Ich hoffe, dass viele Christen mitbeten für diese Veranstaltung. Ohne Gebet kann man die ganze Sache auch abblasen. Kritik ist gut, um die eigene Sichtweise zu schärfen (und man sollte alle Kritik prüfen, ob sie aus der Bibel ableitbar und dem Thema entsprechend ist). Aber sie hilft nichts, wenn wir nicht auch dafür beten, dass Gott das immer unperfekte Menschliche benutzt, um sein Wort zu verkünden. So hat er es bei Paulus, Luther, Wesley, Edwards und Graham schon gemacht!

Gods bless,

Restless Evangelical

Mittwoch, 30. März 2011

1. Abend JesusHouse 2011 – ein erster Eindruck

Heute Abend habe ich mir mit einem Freund den ersten Abend JesusHouse angesehen – er ist Christ, ich bin Christ, aber Piper sagt, dass man niemals über das Evangelium herauswächst auf seiner Reise hin zu Jesus. Also habe ich mir das ganze Mal angesehen – auch weil ich sehr viel gutes von und über den Hauptreferenten Matthias Clausen gehört habe.

Die Musik:
Ich fand es sehr schade, dass die Band ('gracetown' nennt sie sich) nur Lieder (so jedenfalls mein Eindruck) aus eigener Feder gespielt haben. Bei der schlechten Qualität des Livestreams (oder meines Computers) war es dadurch sehr schwer, den Text zu verstehen. Das mag anders sein, wenn man die CD der Band vorher gehört hat, aber sie können schwerlich davon ausgehen, dass alle Zuschauer – zumal das eine Evangelisation ist! Für Ungläubige (Sic!) - die CD vorher gehört haben. Gerade aber die Musik stand an dem Abend irgendwie im Vordergrund, mit Danny Fresh als Co-Act. Wenn über die Musik dann aber evangelistische Botschaft rübergebracht werden soll, dann so, dass man es auch versteht.

Die Gäste:
Cacau war da – das war interessant. Gestört hat mich, dass ungefähr doppelt so lange über Fußball geredet wurde, wie über Gott, Jesus wurde in dem Beitrag (jedenfalls solange ich mich erinnern kann) nicht genannt. Da muss doch die Frage erlaubt sein, ob hier vielleicht nur mit der Prominenz dieses überzeugten Christen Werbung gemacht werden soll? Oder ob vielleicht doch eine Botschaft wichtig ist. Bei mir ist vom Beitrag von Cacau allerdings nur hängen geblieben, dass der VFB den Klassenerhalt schafft, und das interessiert mich als bekennender A-soccer-ist nicht wirklich.

Die Message:
Ich würde schreiben 'Die Predigt', aber da der Referent es selber so genannt hat, mache ich das einfach nach. Ich fand die Botschaft gut, ergreifend und überzeugend. Ich war an Tim Keller erinnert, das in Reason For God ähnlich beginnt. Nämlich, dass die meisten Menschen kein Problem mit Gott auf Verstandesebene haben, sondern auf Emotionsebene. Genau darauf ist Matthias eingegangen und hat es überzeugend, mit einleuchtenden Beispielen rübergebracht.
Allerdings hat er den Weg zu Gott – das Kreuz und alles was damit zusammenhängt – nicht erwähnt. Das ist für mich eine Schwachstelle, und keine unerhebliche. Wenn die Jugendlichen aus diesem Saal gehen sollen und sich 'Kinder Gottes' nennen können, dann sollte dieses kleine Randthema der Bibel nicht außer Acht gelassen werden, dass Jesus für uns gestorben ist nach der Schrift und nach drei Tagen wieder auferstanden ist nach der Schrift.

Das Fazit:
Ich bin trotz meiner Kritikpunkte erst einmal positiv eingestimmt auf dieses JesusHouse live Event! Ich denke, dass die stärke von JesusHouse (ähnlich wie ProChrist) ist, den Menschen ein Gefühl, einen Sinn für das Spirituelle/Transzendente zu geben, das existiert, und sie werden das mit dem Namen Jesus verbinden.
Nun liegt es an dreien, dass das weiterhin ein wachsender Glaube ist, was heute gesäht wurde:
  1. Ich hoffe, dass der Referent auf den nächsten Abend das Kreuz klar ins Zentrum rückt. Es reicht nun einfach nicht, wenn man an die Existenz von etwas Transzendentem glaubt, sondern dieses etwas (oder dieser Jemand, wie Clausen heute sagte) hat einen Namen – Jesus. Und er hat sich selber hingegeben, um einen Weg zu schaffen zu den Menschen. Das war schon der größte Schwachpunkt bei der letzten JesusHouse-Veranstaltung. Von diesem SMD-Hochschulevangelist und noch dazu Doktoranten von Michael Herbst erwarte ich wahrlich mehr.
  2. Die Gemeinden müssen deutliche Glaubensgrundkurse anbieten für diejenigen, die von der Spiritualität des Events angesteckt wurden und nun verstehen wollen, was das Christentum eigentlich wirklich und detailierter ist. Ich hoffe, dass sie hier nicht versagen und deutlich machen, was Jesus von sich selber zu sein behauptet, was Jesus getan hat, was Jesus heute für uns sein sollte und wie Jesus einfach alles verändert, was vorher sicher zu sein schien (auch für Christen!).
  3. Jesus muss wachsen lassen. Was gesäht wurde, mehr oder weniger gute Samen, wurde nur gesäht. Und dann können wir es begießen. Aber der, der alles in der Hand hält, alles geschaffen hat zu seiner Ehre und seiner Freude, muss das Wachstum schenken. Deswegen ist alles kritisieren dieser Veranstaltung nur dann glaubhaft, wenn man auch dafür betet, dass Jesus das benutzt. Er hat schon durch den Mund eines Esels geredet, wie viel mehr wird er da einen begabten Redner wie Matthias Clausen benutzen.

Gods Bless,

Restless Evangelical

The F-Word

Ein sehr interessantes Video:
Sollte man das F-Word vielleicht öfter in der Gemeinde hören? Einigen Streitigkeiten und Trennungen in Gemeinden wäre damit sicher schnell der garaus gemacht.

Gods bless,
Restless Evangelical

Sonntag, 27. März 2011

Christen und Sünde

Heute hatten wir in meinem Gemeinde eine genialen Predigt über unsere neue Identität in Jesus, dass wir als Christen der Sünde gestorben sind.
Ich bin sehr dankbar für die Weise, in der Jesus dadurch zu mir gesprochen hat.
In der Predigt kam diese Illustration des Verhältnisses zwischen Christ und Sünde vor, das Wolfram Kopfermann oft benutzt:
Die Sünde ist wie ein Flugzeug über einem Dschungel. Solange wir uns von der Gnade Jesu' leiten lassen, gibt es keinen Anhaltspunkt für die Sünde, uns anzugreifen, zu ergreifen, zu finden und zurückzuführen. Aber der Christ baut in seinem Leben immer wieder gerne eine Landebahn für das Flugzeug. Nur eine kleine, mit auf der Man Carepakete abwerfen kann. Dann bauen wir sie aus, dass kleinere Maschinen drauf landen können, bis die großen Sünden bei uns wieder ein uns ausgehen.
Während der Predigt fühlte ich mir immer wieder an ein Video erinnert, dass ich vor kurzem gesehen habe, in dem Joshua Harris (Senior pastor von C.J.Mahaneys Covenant Life Church) genau dieses Verhältnis eindrucksvoll beschreibt.
Ich teile es mit allen, die wollen!

Restless Evangelical

Mittwoch, 23. März 2011

New Calvinism

Ich möchte einen kurzen Post machen, weil ich mich ja in meinem ersten Post zu den New Calvinists bekannt habe und auch in anderne Blogs schon Verteidigungen zu dieser Bewegung geschrieben habe.
Gerade bin ich durch Challies Blog (www.challies.com) auf einen interessanten Artikel gestoßen.
Darryl Dash merkt einige Probleme an, die auf die New Calvinists und hier speziell Gospel Coalition zukommen könnten oder bereits aufgetreten sind:

http://www.dashhouse.com/2011/03/challenges-facing-the-gospel-coalition/

By Gods Grace,

Restless Evangelical

Montag, 21. März 2011

Erster Post, der Startschuss

Wie verfasst man einen ersten Post für einen neuen Blog? Wer wird das hier lesen? Ist das überhaupt interessant?
Keine Ahnung, ich will es einfach versuchen.
Dieser Blog soll sich mit evangelikaler Spirtualität befassen und sich dabei verstärkt auch den New Calvinists widmen.
Buchbesprechungen sollen erscheinen und ebenso Videoposts, die mich angesprochen haben.
Eine kurze Geschichte, wie es zu diesem Blog kommt:
Ich bin einfach enttäuscht darüber, wie in letzter Zeit einige 'konservative' evangelikale Blogs immer mehr die Art von separatistischer Spiritualität annehmen, die ich in der Bibel nicht, dafür aber bei vielen konservativen Gemeinden finde.
Gerade deswegen finde ich die Bewegung des Neuen Calvinismus in Amerika so spannend, denn es geht um kulturrelevanz ebenso wie um klassich-christliche Lehre, einen Vintage Jesus, wie Mark Driscoll es ausdrücken würde. Der meiste Separatismus hat wahrscheinlich dabei geholfen, das der Glaube einer Gruppe nicht angefochten wurde. Aber dafür hat er auch nicht dazu geführt, dass der Glaube gestärkt aus einer Krise hervorgehen durfte.
Wer seinen eigenen Glauben nicht immer mal wieder herausfordert, dessen Fokus, dessen Verständnis für das wichtige, wird über kurz oder lang Schaden nehmen.
Deswegen will ich mich in diesem Blog mit liberalen wie konservativen Einflüssen innerhalb der evangelikalen Reise befassen, auf der wir uns befinden, bis wir am Ende bei Jesus angelangen.
Ich hoffe, das wird was - by Gods Grace!

Restless Evangelical