Sonntag, 22. Mai 2011

World of Pulpit Nr. 1 - ein Online Predigt Gathering

Mit dieser neuen Rubrik will ich immer Sonntags - soweit ich die Zeit dafür habe - auf eine Predigt aufmerksam machen, die mich in der letzten Zeit beschäftigt hat und einige Gedanken darüber schreiben.
Ich werde versuchen, eine gute Balance zwischen englischen und deutschen Predigten zu finden.

Nr. 1: How Great is Our God von Louie Giglio
- 'Wenn die Welt ein Golfball wäre...'-

Diese Predigt hat Louie Giglio auf einer der Passion Welttouren gehalten und sie an das Lied von Chris Tomlin angelegt. Die Passion Conference in Amerika sieht Collin Hansen als einen Ausgangspunkt für den Neu-Calvinistischen Aufbruch in Amerika.

Das Thema der Predigt ist in allen Teilen, dass unser Gott ein großer, herrlicher, unvergleichlicher Gott ist. Unser Gott ist ein 'star-breathing God'.
Auf der Passion Conference verbindet Louie das oft damit, dass er die Jugendlichen dazu aufruft, diesem Gott, der weit über uns allen thront, mit dem ganzen Herz zu dienen.
Auf Passion 2010 sagte er: "We want to intantialle wedding this idea, that worship and justice are the same thing."


Naturwissenschaft zu Anbetung Gottes

Louie macht keine 'Auslegungspredigt' wie man das an der FTH lernt oder bei John MacArthur lesen kann. Er exegetisiert nicht einen Bibeltext und macht daran die größe Gottes deutlich. Sicher kann man darüber streiten, ob das nicht besser gewesen wäre.
Aber Paulus macht uns im Römerbrief darauf aufmerksam, dass Gott sich uns auch in der Natur - seiner Schöpfung - offenbart hat und das man an ihr seine Werke erkennen kann. In der Theologie spricht man dabei von der speziellen und der allgemeinen Offenbarung. In der Natur hat sich Gott allgemein zu allen Offenbart. In der Bibel hat er sich speziell offenbart (wen das mehr interessiert, der sei an dieser Stelle auf einen interessanten Artikel von Kevin DeYoung verwiesen).
Mit dem im Hinterkopf kann man die Predigt von Louie genießen als eine 'Auslegungspredigt' über die allgemeine Offenbarung Gottes.

'Ich wusste nicht mehr, wie ich beten sollte!'

An einer Stelle in der Predigt sagt Louie, dass er nicht mehr wusste, wie er mit Gott reden sollte, als er von einem besonderen Stern in vielen Millionen Kilometern Entfernung gehört hatte.
Das hat mich irgendwie beeindruckt.
Wenn ich bete, dann will ich Gott oft darüber belehren, wie mein Leben weitergehen soll. Das mache ich nicht bewusst; ich setze mich nicht hin und denke mir: Jetzt erkläre ich Gott mal, wie das alles funktioniert. Aber unbewusst erkläre ich ihm dann gerne, wie meine nächste Prüfung laufen soll, was mit meinem Leben nach dem Studium passieren soll und wann er mir die richtige Frau zum heiraten über den weg laufen lassen soll.
Und dann höre ich von diesem Stern. Oder diesen ganzen Sternen. Und dann höre ich davon, dass Gott diese Sterne nicht nur geschaffen hat, sondern, dass es für ihn nichteinmal ein Kraftakt war. Wie soll ich mit diesem Gott reden, der das alles geschaffen hat?
Es ist ein 'humbling fact', dass Gott alles geschaffen hat und alles was passiert nicht nur in seinem Wissen geschieht, sondern unter seiner Aufsicht, durch ihn und für ihn und zu ihm hin! Wenn unser Gott so souverän ist, wie er sich in der Bibel offenbart hat, dann wissen wir, dass alles zur Rechten Zeit kommen wird. Weil er soviel mächtiger ist als wir.

'Ihr seid ein Wunder, genau da wo ihr sitzt!'
Ich habe mich vor wenigen Tagen noch mit einem Freund darüber unterhalten, ob der christliche - sprich evangelikale, m.E. reformierte - Prediger sagen kann, dass der Mensch ein Wunder ist. Wenn der erste Punkt der Lehren der Gnade - die völlige Verdorbenheit des Menschen - stimmt, wie kann dann der Mensche in Wunder sein? Dann hat der Mensch doch in sich selbst keinen Wert, keine Anerkennung verdient, sondern einzig und allein der Herr, der in ihm sein Werk vollführt?
Ich denke, dass die Menschen in sich einen Wert besitzten, der von ihrer Gottesebenbildlichkeit abgeleitet ist, ihrem Imago Dei.  Diese Gottesebenbildlichkeit kann nicht zerstört werden in uns, es ist in uns hineingelegt, unsere geschaffene Natur. Durch den Sündefall, da würde ich mit Norman Geisler gehen, wurde dieses Bild Gottes in uns verschleiert, und nicht gelöscht (efaced, not erased!).
Das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass man davon ausgehen  sollte, dass wir Gott durch irgendetwas in uns wertschätzt. Das 'Trotzdem', das 'Obwohl' sollte im christlichen Menschenbild verankert bleiben. Gott liebt uns nicht genauso wie wir sind, er liebt uns, obwohl (sic!) wir so sind, wie wir sind. Wir sind Sünder, Freunde Gottes, unsere Gerechtigkeit ist vor Gott wie ein blutiger Tampon - und trotzdem (sic!) liebt er uns.
Oder, wie Tim Keller es gerne sagt: In and of ourselves, we are more sinfull that we would ever believe, but (!) in Christ we are more loved than we'd ever dare to hope.
Wenn wir dieses 'obwohl' klar kriegen in unseren Gedanken über Jesus, dann können wir uns die Menschenliche Geschaffenheit ansehen und erkennen, dass wir ein Wunder sind - und dadurch Gott die Ehre geben.

Viel Spaß
und Gods Bless,

Restless Evangelical

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