Sonntag, 29. Mai 2011

World of Pulpit Nr. 2 - ein Online Predigt Gathering

John Piper - Is Jesus an Egomaniac?

Nummer zwei meiner Reihe über Predigten, die mich bewegen und beeinflussen.
Nachdem die Predigt von letzter Woche eher 'entertaining' war, auch wenn sie eine wunderbare Wahrheit deutlich gemacht habe, will ich heute auf die Predigt eingehen, die ich wahrscheinlich am öftesten weiterempfohlen habe. Als Transskript gibt es die Predigt hier auf Desiring God.
Als Video kann man sie sich hier ansehen, downloaden nur, wenn man sich anmeldet.

Diese Predigt hat Piper im Rahmen einer Passion Conference gehalten (gleiche Location wie letzte Woche - Zufall? =)). Und zwar 2010. Ich habe noch keine Predigt gefunden, die das Prinzip des christlichen Hedonismus deutlicher macht als diese Predigt. Ich kann ja nicht jedem Desiring God in die Hand drücken, und trotzdem liegt mehr Sprengkraft in dem Satz 'God is most glorified in you, when you are most satisfied in him' als in irgendeiner anderen Idee.

Die Zitate aus der Predigt in meine Gedanken dazu:

1. "Self-forgetfulness in the presence of greatness is the capstone of joy!"
Als Menschen gehen wir durch diese Welt auf der Suche nach Erfüllung der Sehnsucht, die in uns liegt. Das ist kein Wunder, denn wir wurden dafür geschaffen, anzubeten. Aus diesem Grund suchen wir uns immer etwas, dass wir in unserem Herzen anbeten können. Ich merke das immer wieder in meinem Leben, dass ich auch als Christ immer wieder nach Dingen suche, die mein Herz erfüllen können abseits von Jesus.
In der Systematischen Theologie kann man auf den 'Eudämonologischen Gottesbeweis' stoßen. Darin geht es um den Rückkehrschluss, dass man aus dem Wunsch nach Freude in uns darauf schließen kann, dass es eine Quelle der Freude geben muss, die außerhalb von uns liegt - und das ist Gott.
Wie unser Dozent in Fundamentaltheologie letztes Semester sagte, ist es arrogant und vermessen von Menschen, zu denken, wir könnten mit unserem winzigen Verstand Gott beweisen. Aber wir können Hinweise auf ihn finden. Und ich denke, dass dieser Hinweis einer der stärksten ist.
Aus irgendeinem Grund gibt es eine Sehnsucht in uns, glücklich zu sein. Aber wir werden niemals ganz erfüllt, unsere 'Idole' kommen irgendwann an ihre Grenzen und dann suchen wir nach etwas neuem, dass uns erfüllen kann. Aber am Ende wird auch das zu seinem Ende kommen - und dann? Tim Keller sagt, dass wir als Menschen mit einem natürlichen Wunsch nach Bedeutung geboren werden. Wir wollen in dieser Welt etwas bedeuten und daraus unser Glück und am Ende unsere Lebensberechtigung ziehen.
Unsere Erfahrung zeigt aber, dass wir diese Bedeutung nicht einfach finden. Die wenigsten Menschen werden zu einem Rockstar oder erfolgreichen Politiker. Zu den wenigsten Menschen gucken die Massen auf.
Und die Geschicht zeigt uns, dass auch bei solchen Menschen das Bedürfnis nach Bedeutung nicht gestillt ist. Marilyn Monroe und Kurt Kobain sind da nur zwei Beispiele.
Wo also finden wie Glück und am Ende Bedeutung? Wo finden wir Erfüllung?
Piper plädiert in dieser Predigt darauf, dass wir diese Erfüllung nur finden können, wenn wir uns selbst vergessen, weil etwas größeres uns umgibt und erfüllt. Wenn wir in der Gegenwart von etwas gewichtigem stehen, dann sind wir erfüllt.
Wir erkennen das ja auch im eigenen Leben. Wenn wir eine neue Arbeitstelle antreten, die uns Macht verschafft, dann erfüllt uns das (wenigstens für kurze Zeit). Wenn wir mit dem Auto 240 Km/h über die (in Deutschland noch unbegrenzten) Autobahnen rasen, dann erfüllt das vielleicht manche mit Angst (verständlicher Weise...). Aber viele werden von der Geschwindigkeit, dem, was größer ist als sie, außerhalb von sich selbst, in seinen Bann gerissen und erfüllt von der Idee, dem Ereignis, der Gegenwart von etwas, was über uns selbst hinausreicht.
Das Problem mit diesen Dingen ist nur, dass sie immer irgendwann zuende sind. Spätestens mit unserem Tod (der bei dem Autobahn-Beispiel eher früher als später eintreten kann ;-) ).
In Gott finden wir den, für den wir und auf den zu wir geschaffen sind, den der alle Sehnsüchte stillt. Er ist die größte Existenz, die über uns selbst hinausragt und der Einzige, was uns niemals enttäuschen kann, weil er allen Ansprüchen gerecht wird!
Und am Ende finden wir auch genau dort unsere Bedeutung. Wie Tim Keller es griffig formuliert hat: Ich uns selbst sind wir sündiger, als wir jemals geglaubt hätten, ABER (!) in Christus sind wir geliebter, als wir jemals zu hoffen gewagt hätten! (irgendwie klingt das in englisch griffiger).
Unsere Bedeutung, unser Ziel und unsere Herkunft liegt in der Beziehung mit dem gekreuzigten und auferstandenen, souveränen und allmächtigen, heiligen und liebevollen, missionalen und überragenden Jesus!

2. "You were not made to be somebody! You were made to know somebody and be thrilled at knowing the greatest person in the World - als your Friend!"
Manchmal stört mich die Selbstfindungsliebe in den evanglikalen Gemeinden. Ich meine, es ist gut, sich selbst zu kennen und auf seine eigene Persönlichkeit aufbauen zu können. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir in uns selbst keine Antworten auf die Fragen finden, die uns umtreiben. Das liegt nämlich genau darin, dass wir ganz nicht zu unserem eigenen Selbstzweck geschaffen wurden. Wir wurden nicht geschaffen, um uns an uns selbst und in uns selbst zu freuen. Deswegen werden wir auch am Ende keine Erfüllung finden, wenn wir uns ständig selber reflektieren und selbst annehmen und selbst kennenlernen. 'Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist...' sagt die Bibel gleich am Anfang. Und zeigt damit, dass der Mensch schon in seier Schöpfung zur Beziehung geschaffen wurde. Deswegen suchen wir uns immer Freunde, Menschen mit denen wir uns austauschen können. Es gibt nur wenige (wenn überhaupt) die ohne Kontaktpunkte mit anderen Menschen auskommen können und wenn, dann ist das nicht gesund. Wir wünschen uns, von anderen Menschen angenommen, gelobt und auch geliebt und gekannt zu werden. Und vielleicht schaffe ich es irgendwann, mich auch an der konstruktiven Kritik von anderen an mir und meinem Verhalten zu freuen.
Jetzt liegt das Problem aber darin, das wir nicht perfekt sind und einander immer verletzen werden. Meistens unbeabsichtigt, oft so, dass es uns später leid tut und manchmal leider auch so, dass wir nicht einsichtig sind. Aber deswegen zerbrechen Freundschaften und auch Beziehungen - weil wir denken, dass die Freundschaften mit anderen Sündern uns erfüllen müssen und wir neue erfüllende Beziehungen suchen, wenn sie alten uns verletzt haben.
Das ist nur natürlich, weil wir nicht dazu geschaffen wurden, in anderen Sündern Erfüllung zu finden oder anderen Menschen Erfüllung zu bieten. Wir wurden nicht geschaffen, eine 'outstanding personality' zu sein. Wir wurden nicht geschaffen, um Leute zu beeindrucken und von allen angesehen und angehimmelt zu werden. Wir wurden geschaffen, um anzuhimmeln und nur einen, der den Himmel geschaffen hat und im Himmel lebt - Jesus, die aufregendste Persönlichkeit, die jemals gelebt hat. Wir wurden geschaffen, um ihn zu kennen. Und ihn unseren Freund nennen zu kennen.
Das bedeutet, dass wir Freundschaften suchen sollen und sie als ein Abbild unserer Freundschaft mit dem Himmelsstürmer zu leben und trotzdem zu wissen, dass jede Verletzung aus unserer sündigen Natur kommt und geheilt wird von dem, der alle unsere Schmerzen ertragen hat und uns niemals Schmerzen zugefügt hat.

Gods Bless,

Restless Evangelical

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