Freitag, 24. Juni 2011

Resolved Conference 2011

Heute beginnt die Resolved Conference 2011.
Resolved Conference ist so eine Jugendkonferenz, die man getrost als Teil der 'New-Calvinist' Bewegung bezeichnen kann.
Jedes Jahr gehören John MacArthur, C.J. Mahaney und Steve Lawson zu den Rednern. Dieses Jahr das erste Mal dabei ist Al Mohler, Präsident des Southern Baptist Theological Seminary.
Wer einen kleinen Einblick in die Atmosphäre und Inhalte der Conference bekommen will, kann sich dieses Video ansehen mit dem Titel: 'Jesus I My Cross have taken' ansehen.

Die Sessions werden jeweil Live übertragen auf der Internetseite der Conference: www.resolved.org
Die erste Session findet heute um 20 Uhr Pacific Standart Time statt, das ist in Deutschland um 3 Uhr morgens. Es sind also 9 Stunden Unterschied.
Wer aber nicht bis um 3 Uhr aufbeleiben will, dem werden die Vorträge auch aufgenommen und als Download auf der Internetseite zur Verfügung gestellt.
So hat auch jeder von uns, der nicht die Möglichkeit hat dorthin zu fliegen, die Möglichkeit daran teilzunehmen.

Gods Bless,

Restless Evangelical


 

Donnerstag, 23. Juni 2011

Couragous - Neues Lied von Casting Crowns

Es ist jetzt schon einige Tage her, dass Casting Crowns ihre neue Single veröffentlich haben.
Sie trägt den Titel Couragous und ist das Titellied zum gleichnamigen Film, zu dem Randy Alcorn das Drehbuch geschrieben hat.
Es ist wirklich ein hervorragendes Lied.
Zwei Textteile sind mit darin aufgefallen:

We were made to be courageous
And we're taking back the fight
We were made to be courageous
And it starts with us tonight

The only way we'll ever stand
Is on our knees, we're lifting hands
Make us courageous
Lord, make us courageous
.

Das Problem ist oft, dass wir den Kampf aufgegeben haben - in unserer Gesellschaft, in unserer Klasse, auf unserer Arbeit und in unseren Familien.
Aber wir sollten uns daran erinnern, dass wir zu einem anderen Ziel in diese Welt geschickt wurden. Nicht, dass wir uns in unseren Hauskreisen und Theologischen Ausbildungsstätten verkriechen. Nicht, dass wir fließend griechisch und Christian-ese sprechen. Nicht, dass wir ein Leben führen, dass 5 Meter über dem Boden schwebt.
Sondern, dass wir mutig für die Wahrheit einstehen, die uns der Herr Jesus aufgetragen hat. Die Botschaft von seinem Blutigen Tod, der an unserer Stelle für unsere Sünden stattgefunden hat. Er starb den Tod, den wir hätten sterben sollen, damit wir das Leben haben, dass er hätte haben sollen!
Wenn wir diese Botschaft nicht mehr verkündigen, mutig und aufgeschlossen, in der Sprache unserer Mitmenschen, in ihrer Situation und ihrer Lebensrealität - welchen Lohn haben wir dann zu erwarten?
Mark Dever wundert sich einmal, dass wir so schnell zurückschrecken, mit anderen Menschen über das Evangelium zu reden. Wir haben Angst, ausgelacht zu werden. Dabei bringen wir ihnen doch gute Nachrichten! Wir erzählen ihn von einer bedingungslosen Liebe, endlosen Freude, grenzenlosen Schönheit. Jeder Mensch überbringt gerne gute Nachrichten, wenn es sich um einen Lottogewinn, eine gute Note oder eine Beförderung auf der Arbeit geht. Aber wenn es um die ultimative gute Nachricht geht, dann schrecken wir zurück und unser Mut versinkt in der tiefsten Ecke unserer Persönlichkeit.

Der zweite Teil des Zitates aus dem Text finde ich aber noch beeindruckender. Wir werden erst dann wirklich aus unserer Versenkung aufstehen, wenn wir auf die Knie gehen und die Hände heben.
Ich musste an eine Zeile aus einem alten Petra-Lied denken: Get on your knees and fight like a man!
Die wirkliche 'Kampfpose', wie ein Christ einnehmen sollte, ist nicht das Schwert in der Hand auf dem Rücken eines Pferdes in den Kreuzzug zu ziehen. Wir sollten nicht die Faust schwingend in einem Hörsaal all die randlierenden Gegner verjagen. Und wir sollten auch nicht die Stirn in Falten legend den Mann von oben herab verurteilen, der uns vor dem Supermarkt um etwas Geld bittet. Wir sollten vor allem Männer (und Frauen natürlich eingeschlossen) des Gebets sein uns anfangen, für Veränderung in unserem Leben, unserem Einflussbereich und unserer Gesellschaft zu beten.
Rick Warren sagt, dass die einzige Kraft im Universum, die Menschenherzen verändern kann, das Evangelium ist.
Also sollten wir vielleicht anfangen, für Mut zu beten, das Evangelium zu erzählen und für die Menschen zu beten, denen wir dabei begegnen.

Gods Bless,

Restless Evangelical

Mittwoch, 15. Juni 2011

Kevin DeYoung über 'Star-Prediger' Nr. 1

Kevin DeYoung hat einen interessanten Artikel geschrieben, der sich mit dem (nicht nur reformierten) Phänomen der Celebrity Preachers befasst.
Ich bin mir bewusst, dass dieses Phänomen zu einem Problem werden kann, wenn man die Prediger - ihrerseits Menschen, Sünder, fehlbar - zu Haus- oder Denominationseigenen Götzen erhebt. Als Christen auf der Reise evangelikaler Spiritualität sind wir nicht auf der Suche nach einer eignen Ellen G. White, einem eigenen L. Ron Hubbart oder Joseph Smith, die durch ihr Charisma, ihre Ausstrahlung und ihre Rethorik eine eigene Religion oder christliche Strömung begründet haben.
Der einzige Mittler, 'Religionsstifter' (ich hasse dieses Wort!), Propheten, den wir brauchen, ist Jesus.
Doch sollten wir uns dessen bewusst sein, dass wir immer auch Vorbilder im Glauben brauchen, zu denen wir aufschauen. Nicht weil sie etwas großartiges sind, sondern der Gott, der durch sie wirkt, der Erlöser, der sich durch sie verkündigt, der Geist, der sich durch sie verherrlicht, ein wunderbarer Gott ist.
Deswegen bin ich immer etwas distanziert, was die allgemein beliebte Kritik an dden 'Celebrity Preachers' angeht.
Ich will auch einmal auf die Sieben Punkte eingehen, die Kevin in seinem Post schreibt. Um aber hier noch einmal deutlich zu sein: Ich finde diese Kritik von Kevin DeYoung sehr wichtig und vor allem auch nicht einseitig. Er betrachtet das ganze - habe ich jedenfalls den Eindruck - nicht mit einer bestimmten Brille, sondern ist um die Gemeinde als Repräsentant Jesu besorgt und bringt das auch auf hervorragende Weise zum Ausdruck!

Die Punkte:

1. Das Wort 'Celebrity' ist nicht so hilfreich, wie viele denken.
Kevin schreibt, dass mit dem Wort Celebrity oft auch die Bedeutung mitschwingt, dass jemand aus unwichtigen Gründen oder auf Grund seiner eigenen Geltungssucht berühmt ist. Wenn einer unserer 'Vorbilder', unserer 'Celebritys' so ist, dann sollten wir uns schnellstens davon distanzieren, ihn zum Vorbild gewählt zu haben. Um es deutlich zu sagen: Nicht der Mensch sollte unser Vorbild sein, sondern der Grad, in dem Jesus in durch ihn scheint. Es sollte immer Jesus sein, den wir verherrlichen und verkünden, keine Prediger oder Auslegungstraditionen. Doch gibt es sehr wohl verschiedene Grade der Heiligung. Keiner hebt eine Augenbraue (oder, Gott bewahre, zwei!), wenn irgendjemand in Lobhudeleien für Edwards, Spurgeon oder Augustinus verfällt. - ganz zu Schweigen von Luther und ('the fourth member of the trinity in some churches' ~Ed Stetzer) Johannes Calvin. Doch wenn eine Gemeinde bei der Evangelisation mit Ulrich Parzany wirbt, wenn eine Conferenz John Piper und Don Carson als Headliner hat, wenn ein Zeitschrift eine Titalstory über Rick Warren macht, dann gucken wir komisch: das sind doch auch nur Menschen. Auch die sind fehlbar! Auch die sind Sünder! Sollten wir nicht mehr auf Jesus gucken?
Ja, sollten wir! Und wir gucken auf Jesus durch die Menschen, die er auf dieser Erde zu allen Zeiten gebraucht, um sein Reich zu bauen.

2. Beliebtheit ist kein Zeichten für wirkliche Reisende!
Auf gar keinen Fall sollten wir Popularität mit Segen verwechseln. Für diesen Hinweis bin ich Kevin sehr dankbar, weil er ihn mal in diesem Zusammenhang nennt. Ich kenne diesen Satz zur genügt, wenn ich mit Christen über Willow Creek, über Rick Warren's "Leben mit Vision" und über die Lobpreismusik mancher bekannter 'charismatischer' Künstler geredet habe. 'Aber nur, weil die bekannt sind, nur weil die erfolgreich sind, nur weil die damit viel Geld verdienen, ist das doch noch kein Segen!'
Ich selber habe den Spruch sehr gerne gebraucht, wenn ich über den Erfolg von Paul Youngs 'Die Hütte' geredet habe, über Reinhard Bonnkes Dienst in Afrika oder Robert Schullers Glastempel in Californien. 'Aber nur, weil die damit bekannt werden, nur weil viele Leute davon bewegt werden, nur weil dort Menschen angeblich geheilt werden, ist das doch noch kein göttlicher Segen!'
Das stimmt auch! Aber es stimmt genau so für die bekannten Prediger, mit denen wir uns identifizieren. In Collin Hansens "Young Restless Reformed" sagt John Piper über die Bewegung der Neuen Calvinisten, dass er es für eine Bewegung Gottes hält, weil sie an so vielen Orten gleichzeitig auftaucht, unabhängig voneinander. Ich fand dieses Zitat beeindruckend, habe es auch danach einige Mal benutzt. Bis ich diesen Artikel von DeYoung gelesen habe: Ich das wirklich ein Zeichen für eine Bewegung Gottes? Es ist ein Hinweis, bestimmt. Aber ein Zeichen werden - wenn man den biblischen Maßstab ansetzen will - die Früchte am Ende sein. Und die stehen bekanntlich nicht am Anfang. Deswegen sollte auch die Popularität eines 'reformierten' Predigers unsere Bibelkenntnis, und unsere Wachsamkeit nicht ausschalten. Es sollte dadurch auch nicht in erhöhter Alarmbereitschaft sein, hinter jedem Wort des Predigers falsche Anpassung vermuten ('Die wahren Gläubigen werden immer gehasst werden...'). Aber Popularität ist kein Beweis für Segen!

3. Wenn man in Parteien verfällt, ist das ein Problem. Aber es ist etwas anderes, wenn man eine Folgeschaft hat.
Ich höre oft, dass die bloße Bekundung, man würde sehr gesegnet sein durch den Dienst des einen oder anderen Pastors schon ein gefährlicher Schritt Richtung Personenkult ist. 'Du hörst dir jede Woche eine Predigt von Mark Driscoll? Pass bloß auf, dass das kein Personenkult wird!'. 'Du liest jedes neue Buch von John MacArthur? Pass auf, dass es dir nicht zum Personenhult wird.' 'Du kennst Michael Hortons Systematik auswendig? Pass bloß auf, dass du keinen Kult um ihn errichtest!' 'Du sagst, dass dich Wayne Grudems 'The Gift of Prophecy' extrem  geprägt hat? Diese heilige Kuh solltest du schnell schlachten!' Dabei bezieht man sich gerne auf die Verse im ersten Korintherbrief, wo Paulus von den Parteien in der Gemeinde, die sich hinter einem speziellen Prediger gesammelt haben, eingeht. Aber man übersieht gerne, dass Paulus gar nicht kritisiert, dass sich die Gläubigen ein Vorbild gesucht haben. Er kritisiert aber, dass sie die Prediger zu Göttern gemacht haben. Dass eine Partei Christus als ihren Führer benannte und die andere Apollos oder Paulus als gleichwertig betrachtet hat! Parteiungen sollte es nicht geben, weil man den Predigtstil des einen oder anderen besser findet. Man sollte sich nicht streiten, weil man das eine Vorbild besser findet als das andere - solange die Mitte von allem und jedem Christus bleibt. Der Jesus, der gestorben ist, auferstanden ist, der in unsd wirkt Wollen und Vollbringen, der das Gute werk vollendet, dass er in uns angefangen hat - der Jesus ist das Zentrum der Predigt und der Prediger. An ihm sollten wir uns alle ausrichten und wenn ein Prediger eine bestimmte Gefolgschaft um sich sammelt, dann sollte er seinen Schülern immer deutlich machen, dass es um Christus geht. Dass er nur ein Mensch ist, fehlbar wie alle, uns abhängig ist von der souveränen Gnade unseres Herrn Jesus! Wenn wir das deutlich machen, dann wird es trotzdem Leute geben, die uns folgen. Aber hoffentlich niemand, der uns ver'CHRIST'licht. Niemand, der uns vergöttert.

Soviel soll für heute reichen,
den Recht schreib ich morgen.

Gods Bless,

Restless Evangelical

Dienstag, 14. Juni 2011

World of Pulpit Nr. 4 - ein Online Predigt Gathering

C.S. Lewis - The Weight of Glory

Jeder, der John Pipers 'Desiring God' (dt. Sehnsucht nach Gott) kennt, kennt C.S. Lewis.
Jeder, der nach christlichen Kinderbüchern sucht, kommt an C.S. Lewis nicht vorbei.
Jeder, der nach einer logischen Begründung des Christentums sucht, wird bei C.S. Lewis fündig.

Es gibt wenige Christen im letzten Jahrhundert, die einen so großen Einfluss auf so viele Menschen hatten, wie C.S. Lewis
Und eine seiner beeindruckendsten Predigten, die er jemals gehalten hat, ist wohl die o.g. Predigt: The Weight of Glory ('nur' ein PDF, aber zu lesen ist bei dieser Predigt wirklich empfehlenswert). Lewis Dienst war geprägt davon, dass er die Christen und Nicht-Christen, die bereit waren, ihm ihre Zeit zu schenken, die Schönheit Gottes deutlich zu machen; die alles überschattende Freude, die im Glauben an den Auferstandenen Christus liegt. Nicht umsonst hat er seiner Autobiographie den Namen: 'Surprised by Joy' gegeben (dt. Überrrascht von Freude).
Was mich überzeugt hat:

"We are half-hearted creatures, fooling about with drink and sex and ambition when infinite joy is offered us, like an ignorant child who wants to go on making mud pies in a slum because he cannot imagine what is meant by the offer of a holiday at the sea. We are far too easily pleased."
 Was ist der Grund dafür, dass uns die Schätze dieser Welt meistens attraktiver erscheinen als die Schätze der kommenden? Die Frage geht an das Herz dessen, was Versuchung, was Sünde ist. Das Problem liegt nicht in der Sünde oder in Gott - es liegt in uns. Geschaffen sind wir für unendliche Freude, die Freude aus der Quelle selbst sprudelt. Aber wir geben uns ab mit halbherzigen Freuden, die uns kurzfristige Befriedigung verschaffen aber uns niemals ein Leben lang oder darüber hinaus erfüllen können. Wir geben uns mit Bonbons zufrieden, wenn auf uns ein Süßigkeitenladen wartet. Wir geben uns mit einem Bobycar zufrieden, wenn auf uns ein Ferrarie wartet. Wir geben uns mit einem Tag Sylt zufrieden, wenn auf uns zwei Wochen Karibik warten. Wir geben uns mit einem Onlinevideo zufrieden, wenn auf uns ein Kinoabend wartet.

Die Herrlichkeit, die bei Gott liegt und von Gott ausgeht ist größer, schöner, wunderbarer als alles, was uns in dieser Welt jemals treffen, passieren oder gehören kann. Alles muss sich beugen unter dem Gewicht der Herrlichkeit Gottes (the Weight of glory!)


Das war es für heute - viel Spaß mit der Predigt.

Gods Bless,

Restless Evangelical

Montag, 6. Juni 2011

World of Pulpit Nr. 3 - ein Online Predigt Gathering

Leider mit einem Tag Verspätung kommt jetzt Teil 3 meiner regelmäßigen Reihe über Predigten, die mich in der letzten Woche bewegt haben.

Ich habe ja geschrieben, dass ich ausgewogen im Verhältnis Deutsch/Englisch sein will. Eine 50/50 quote werde ich wohl nicht schaffen, aber ich werde mich bemühen, immer wieder auch deutsche Predigten einzustreuen.

Das liegt daran, dass ich selber auch immer auf der Suche bin nach Predigern, die in Deutsch predigen, Evangeliums-zentriert sind, und denen man auch gut zuhören kann.
Ein Beispiel für mich eines solchen Predigers in Deutsch ist Dr. Philipp Bartholomä. Er ist einer meiner Dozenten an der FTH, aber Hauptamtlich Pastor einer Gemeinde in Landau.

Es ist jetzt glaube ich schon eine gute Woche her, seit ich mir die Predigtreihe über die Sendschreiben in der Offenbarung angehört habe, die es auf der Seite zum Online anhören gibt oder zum download.
Die Seite der Gemeinde findet ihr hier.

Das hier wird wohl mehr eine Empfehlung für die komplette Reihe, weil ich einfach alle Predigten aus der Reihe wirklich gut finde - aber weil die meisten wohl nicht die Zeit haben, einfach sieben Predigten zu hören, will ich euch die Predigt über Laodizäa und die üner Pergamon empfehlen.

Was mich an diesen beiden Predigten speziell und den anderen ebenso begeistert hat ist, dass sie historisch korrekt und trotzdem aktuell sind
Was mich sehr begeistert hat, war der glasklare historische Bezug der Predigten. Aus jeder Predigt stach die Ansicht hervor: "Hey, das sind echt Gemeinden, in einer echten Situation, denen ein echter Brief geschrieben wird in ihre echten Umstände hinein!"
Mit der Offenbarung wird in evangelikalen Kreisen viel Schindluder getrieben. Auf Dispensationalistischer Seite, weil man anfängt, Endzeitfahrpläne zu erstellen. Auf Bundestheologischer Seite, weil man die Offenbarung gar nicht versteht (kleiner Spaß ;-)) Was aber den meisten Auslegungen und Spekulationen über die Offenbarung gemein ist, ist der fehlende Bezug auf den, der Alles ist und das, was alles bedeutet: Jesus und das Evangelium.
Ich finde es furchtbar, eine Predigt über eine Stunde zu hören, die eine 'Auslegungspredigt' sein will, aber sich mehr über die Zusammensetzung des Iranischen Parlaments und die neuen Hubschrauber der Amerikanischen Regierung interessiert, als über Jesus. Wer Jesus nicht in seiner Predigt hat, der hat im Grunde nicht gepredigt.
Diese Predigten sind ein gutes Beispiel, wie es besser geht. Durch den historischen Bezug auf die Stadt, entschlüsselt sich die oft bildreiche Sprache der Briefe und es wird deutlich, welche Botschaft Jesus den Gemeinden und uns heute übermitteln will.
Und trotzdem bleibt die Frage, ob unsere Gemeinde, unser Leben mit Jesus, unsere Reise evangelikaler Spiritualität, einer dieser Gemeinden gleicht. Diese Frage müssen wir oder dürfen wir uns gefallen lassen. Jeder will Philadelphia sein (und nicht nur, weil in der gleichnamigen amerikanischen Stadt das größte reformierte theologische Seminar Amerikas steht - 'For some John calvin seem to be the fourth member of the trinity' ~ Ed Stetzer). Aber wenn du dein Leben als Christ unter dem Spiegel der Bibel und speziell dieser Briefe betrachtest, bist du Philadelphia?
Eine Frage, die mich getroffen hat, war in der Predigt zu Laodizäa. Philipp zspricht dort von Christen aus ärmeren Ländern als der dritten Welt, die man befragt hat dazu, was ihnen am Christentum in der westlichen Welt auffällt. Ihre Antworten sollten uns aufhorchen lassen. 
1. Die Christen beten so wenig!
--> sind unsere Gemeinden vielleicht schon so gleichgültig, wie Laodizäa, sodass uns das Gespräch mit unseren Erlöser, König und Freund schon nicht mehr wichtig ist?
2. Die Christen geben so wenig Geld!
--> sind unsere Gemeinden vielleicht schon so gleichgültig, dass uns unser Geld und damit unser Wohlbefinden wichtiger geworden ist, als das Königreich Gottes zu bauen?
3. Die Christen bezeugen so wenig das Evangelium!
--> sind unsere Gemeinden vielleicht schon so gleichgültig, dass wir mit achselzucken zusehen können, wie unsere Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen, Studienfreunde und Kassierer im Supermarkt verloren gehen? Ist es uns vielleicht wichtiger, dass unser Gaerten gepflegt aussieht? Dass wir jede theologische Debatte gewinnen? Dass wir der beliebteste Hengst (Prediger) im Stall (Gemeinde) sind?

Gibt es Hoffnung für Laodizäa? Gibt es Hoffnung für uns?

Ja, denn Jesus sagt: ich liebe euch. Nur zu Laodizäa und zu Philadelphia sagt Jesus in den Sendschreiben, dass er sie liebt. Zu der Gemeinde, die nur Lob bekommt. Der Gemeinde die alles richtig gemacht. Der Gemeinde, die jeder Geistliche lieben würde. Und zu Laodizäa. Und zu uns?

Gods Bless,

Restless Evangelical

Donnerstag, 2. Juni 2011

Jesus kommt wieder --- Früher oder Später... Nr. 2

Ich hatte euch noch einen zweiten Blogpost über einen zweiten Blogpost über Harold Camping versprochen und heute habe ich endlich etwas Zeit. Dieses Mal auf einem Blog, den ich persönlich nicht lesen. Den Post habe ich auf Tim Challies Blog als Link gefunden und fand ihn sehr interessant, weil er einen guten Punkt um die ganze 'Endzeit-Israel-'Die Entrückung ist nah'-Antichrist'-Debatte bringt.

Den Post mit dem Titel 'Christless Christianity' findet ihr hier.

Ich finde es immer wieder herausfordernd, wenn Menschen in einer heißen Diskussion zum Kern der Sache vorstoßen. Und der Kern von allem in unseren Gemeinden, allen Fehlern und zum Glück auch allem Segen, ist unsere Sicht auf Christus.
Es wurde ja viel über die Aussagen von Camping geschrieben, aber wenig darüber,w as das eigentliche Problem an der Sache ist.
Sein Fehler am Ende war nicht, dass er Sehnsucht nach der Wiederkunft Jesu hatte. Es war nicht, an der Wurzel gepackt, dass er jetzt am erwarteten Ende nochmal aktwiv wurde, wie es Ed Stetzer kritisierte.
Sein Problem war, dass er das Geheimnis der Bibel nicht kannte.
Wenn wir die Bibel so lesen, als würde darin irgendein Geheimwissen über diese Welt schlummern, ein 'Bibel-Code', eine Zahlenfolge deren Ergebnis 42 ist und so die Welt erklärt - dann haben wir gar nichts verstanden.
Heute bin ich im Kolosserbrief über den folgenden Vers gestolpert:

"Denn ich möchte, dass sie ermutigt werden und in Liebe zusammenhalten, um die tiefe und reiche Gewissheit zu erhalten, die mit der Erkenntnis von Christus zusammenhängt. Denn er ist das Geheimnis Gottes, und in ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen." (Kolosser 2, 2-3; NEÜ

Wir wollten uns oft gerne profilieren durch Erkenntnisse, die wir gewonnen haben. Durch unser Bibelstudium oder auch die Tageszeitung. Durch einschlägige evangelikale Medien, die uns über Wetterbomben über Haiti aufklären oder durch unser 'hörendes Gebet' in der Stillen Zeit. Durch den neuen Eintrag Kevin DeYoungs Blog oder die Predigt von letztem Sonntag aus Mars Hill Seattle.
Ich will das alles nicht 'verteufeln' oder sagen, dass das alles zu nichts Nutze ist. Viele Christen werden durch diese Dinge aufgebaut und in eine tiefere Beziehung mit Christus geführt. Aber genau das liegt der sprichwörtliche Hase im Pfeffer:
Wenn uns das alles nicht zu Christus führt - Christus als dem Gekreuzigten - dann haben wir nichts dazu gewonnen. Wenn ich weiß, dass die Katastrophe in Japan durch irgendwelche Verse in Daniel vorhergesagt wurden, ich aber darüber vergesse, dass mein Erlöser und Freund über die Weltgeschichte herrscht und alles was passiert seinem Plan entspricht, wenn uns diese Erkenntnis nicht zurück zum Evangelium führt, dem Ort, an dem Jesus sein Blut für uns vergossen hat und ein hölzernes Kreuz sein Thron war und ein blutiger Tod seine Krönungszeremonie, dann haben wir nichts gewonnen.
In einem Gespräch über Rob Bells neues Buch, das ich vor kurzem mit einem Freund führte, sagte dieser: "Weißt du, die Pharisäer waren sich auch sicher, dass sie die Bibel richtig verstanden haben. Ich weiß nicht, bei wievielen Sachen Jesus uns später erklären muss, dass wir etwas falsch verstanden haben."
Ich habe darüber noch eine Zeit nachdenken müssen.
Wenn wir so manchen Prediger hören, der uns einen detailierten Endzeitfahrplan vorlegt, dann wirkt das auf uns manchmal irgendwie logisch und dann vermischt sich unser Wunsch nach der Wiederkunft Christi mit unserem Verstand und wir glauben.
Wenn wir so manchen Prediger hören, der uns erklärt, welche Geschwister wir alles zu meiden haben, weil sie Irrlehre verbreiten, dann klingt das manchmal irgendwie logisch und denn vermischt sich unser Sehnen nach der richtigen Anbetung Gottes mit unserer Bibelkenntnis, und wir glauben.
Wenn wir so manchen Prediger hören, der uns erklärt, dass Jesus uns reich und gesund machen möchte, wenn wir nur genug glauben, dann klingt das irgendwie logisch und dann vermischt sich unser menschliches Bedürfniss nach Sicherheit mit unserer Gotterkenntnis, und wir glauben.
Aber hinter alles sollten wir uns mal fragen, ob wir dabei wirklich noch auf Christus sehen, auf den gekreuzigten, dem niemand zu schmutzig und zu falsch war, als dass er für ihn sterben würde.
Ich höre Christen, die mir lieb geworden sind, wettern gegen andere Christen, die mir lieb geworden sind und ich frage mich: Wo gehts hier noch um Christus?
Aber genau erzählt uns manchmal ein Prediger, dass wir uns versöhnen müssen, dass Jesus keinen Harem vorfinden will, wenn er wiederkommt, sondern seine eine Braut, und das klingt irgendwie logisch und wir vermischen unsere Liebe für die Einheit mit unsrer Leidenschaft für die Gemeinde Jesu und wir glauben-
Aber auch da müssen wir uns fragen, ob das 'christ-centered' ist?
Als Menschen - besonders als Christen - geben wir uns gerne mal einem gewissen Trott hin. 'Alle in meiner Gemeinde machen das so!', 'Aber der Pastor hat doch am Sonntag gesagt, dass das so ist!', 'Da gibts dich nen offizielles Dokument von der Evangelischen Allianz, die das sagt!'

Die Frage steht: Ist unser Denken, Reden und Handeln, unser Singen und Lehren, unser Studieren und Arbeiten 'christus-zentriert'? Oder ist es 'irgendwas anderes, das mich gerade gefangen nimmt-zentriert'?

Gods Bless,
Restless Evangelical