Donnerstag, 2. Juni 2011

Jesus kommt wieder --- Früher oder Später... Nr. 2

Ich hatte euch noch einen zweiten Blogpost über einen zweiten Blogpost über Harold Camping versprochen und heute habe ich endlich etwas Zeit. Dieses Mal auf einem Blog, den ich persönlich nicht lesen. Den Post habe ich auf Tim Challies Blog als Link gefunden und fand ihn sehr interessant, weil er einen guten Punkt um die ganze 'Endzeit-Israel-'Die Entrückung ist nah'-Antichrist'-Debatte bringt.

Den Post mit dem Titel 'Christless Christianity' findet ihr hier.

Ich finde es immer wieder herausfordernd, wenn Menschen in einer heißen Diskussion zum Kern der Sache vorstoßen. Und der Kern von allem in unseren Gemeinden, allen Fehlern und zum Glück auch allem Segen, ist unsere Sicht auf Christus.
Es wurde ja viel über die Aussagen von Camping geschrieben, aber wenig darüber,w as das eigentliche Problem an der Sache ist.
Sein Fehler am Ende war nicht, dass er Sehnsucht nach der Wiederkunft Jesu hatte. Es war nicht, an der Wurzel gepackt, dass er jetzt am erwarteten Ende nochmal aktwiv wurde, wie es Ed Stetzer kritisierte.
Sein Problem war, dass er das Geheimnis der Bibel nicht kannte.
Wenn wir die Bibel so lesen, als würde darin irgendein Geheimwissen über diese Welt schlummern, ein 'Bibel-Code', eine Zahlenfolge deren Ergebnis 42 ist und so die Welt erklärt - dann haben wir gar nichts verstanden.
Heute bin ich im Kolosserbrief über den folgenden Vers gestolpert:

"Denn ich möchte, dass sie ermutigt werden und in Liebe zusammenhalten, um die tiefe und reiche Gewissheit zu erhalten, die mit der Erkenntnis von Christus zusammenhängt. Denn er ist das Geheimnis Gottes, und in ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen." (Kolosser 2, 2-3; NEÜ

Wir wollten uns oft gerne profilieren durch Erkenntnisse, die wir gewonnen haben. Durch unser Bibelstudium oder auch die Tageszeitung. Durch einschlägige evangelikale Medien, die uns über Wetterbomben über Haiti aufklären oder durch unser 'hörendes Gebet' in der Stillen Zeit. Durch den neuen Eintrag Kevin DeYoungs Blog oder die Predigt von letztem Sonntag aus Mars Hill Seattle.
Ich will das alles nicht 'verteufeln' oder sagen, dass das alles zu nichts Nutze ist. Viele Christen werden durch diese Dinge aufgebaut und in eine tiefere Beziehung mit Christus geführt. Aber genau das liegt der sprichwörtliche Hase im Pfeffer:
Wenn uns das alles nicht zu Christus führt - Christus als dem Gekreuzigten - dann haben wir nichts dazu gewonnen. Wenn ich weiß, dass die Katastrophe in Japan durch irgendwelche Verse in Daniel vorhergesagt wurden, ich aber darüber vergesse, dass mein Erlöser und Freund über die Weltgeschichte herrscht und alles was passiert seinem Plan entspricht, wenn uns diese Erkenntnis nicht zurück zum Evangelium führt, dem Ort, an dem Jesus sein Blut für uns vergossen hat und ein hölzernes Kreuz sein Thron war und ein blutiger Tod seine Krönungszeremonie, dann haben wir nichts gewonnen.
In einem Gespräch über Rob Bells neues Buch, das ich vor kurzem mit einem Freund führte, sagte dieser: "Weißt du, die Pharisäer waren sich auch sicher, dass sie die Bibel richtig verstanden haben. Ich weiß nicht, bei wievielen Sachen Jesus uns später erklären muss, dass wir etwas falsch verstanden haben."
Ich habe darüber noch eine Zeit nachdenken müssen.
Wenn wir so manchen Prediger hören, der uns einen detailierten Endzeitfahrplan vorlegt, dann wirkt das auf uns manchmal irgendwie logisch und dann vermischt sich unser Wunsch nach der Wiederkunft Christi mit unserem Verstand und wir glauben.
Wenn wir so manchen Prediger hören, der uns erklärt, welche Geschwister wir alles zu meiden haben, weil sie Irrlehre verbreiten, dann klingt das manchmal irgendwie logisch und denn vermischt sich unser Sehnen nach der richtigen Anbetung Gottes mit unserer Bibelkenntnis, und wir glauben.
Wenn wir so manchen Prediger hören, der uns erklärt, dass Jesus uns reich und gesund machen möchte, wenn wir nur genug glauben, dann klingt das irgendwie logisch und dann vermischt sich unser menschliches Bedürfniss nach Sicherheit mit unserer Gotterkenntnis, und wir glauben.
Aber hinter alles sollten wir uns mal fragen, ob wir dabei wirklich noch auf Christus sehen, auf den gekreuzigten, dem niemand zu schmutzig und zu falsch war, als dass er für ihn sterben würde.
Ich höre Christen, die mir lieb geworden sind, wettern gegen andere Christen, die mir lieb geworden sind und ich frage mich: Wo gehts hier noch um Christus?
Aber genau erzählt uns manchmal ein Prediger, dass wir uns versöhnen müssen, dass Jesus keinen Harem vorfinden will, wenn er wiederkommt, sondern seine eine Braut, und das klingt irgendwie logisch und wir vermischen unsere Liebe für die Einheit mit unsrer Leidenschaft für die Gemeinde Jesu und wir glauben-
Aber auch da müssen wir uns fragen, ob das 'christ-centered' ist?
Als Menschen - besonders als Christen - geben wir uns gerne mal einem gewissen Trott hin. 'Alle in meiner Gemeinde machen das so!', 'Aber der Pastor hat doch am Sonntag gesagt, dass das so ist!', 'Da gibts dich nen offizielles Dokument von der Evangelischen Allianz, die das sagt!'

Die Frage steht: Ist unser Denken, Reden und Handeln, unser Singen und Lehren, unser Studieren und Arbeiten 'christus-zentriert'? Oder ist es 'irgendwas anderes, das mich gerade gefangen nimmt-zentriert'?

Gods Bless,
Restless Evangelical

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