Montag, 6. Juni 2011

World of Pulpit Nr. 3 - ein Online Predigt Gathering

Leider mit einem Tag Verspätung kommt jetzt Teil 3 meiner regelmäßigen Reihe über Predigten, die mich in der letzten Woche bewegt haben.

Ich habe ja geschrieben, dass ich ausgewogen im Verhältnis Deutsch/Englisch sein will. Eine 50/50 quote werde ich wohl nicht schaffen, aber ich werde mich bemühen, immer wieder auch deutsche Predigten einzustreuen.

Das liegt daran, dass ich selber auch immer auf der Suche bin nach Predigern, die in Deutsch predigen, Evangeliums-zentriert sind, und denen man auch gut zuhören kann.
Ein Beispiel für mich eines solchen Predigers in Deutsch ist Dr. Philipp Bartholomä. Er ist einer meiner Dozenten an der FTH, aber Hauptamtlich Pastor einer Gemeinde in Landau.

Es ist jetzt glaube ich schon eine gute Woche her, seit ich mir die Predigtreihe über die Sendschreiben in der Offenbarung angehört habe, die es auf der Seite zum Online anhören gibt oder zum download.
Die Seite der Gemeinde findet ihr hier.

Das hier wird wohl mehr eine Empfehlung für die komplette Reihe, weil ich einfach alle Predigten aus der Reihe wirklich gut finde - aber weil die meisten wohl nicht die Zeit haben, einfach sieben Predigten zu hören, will ich euch die Predigt über Laodizäa und die üner Pergamon empfehlen.

Was mich an diesen beiden Predigten speziell und den anderen ebenso begeistert hat ist, dass sie historisch korrekt und trotzdem aktuell sind
Was mich sehr begeistert hat, war der glasklare historische Bezug der Predigten. Aus jeder Predigt stach die Ansicht hervor: "Hey, das sind echt Gemeinden, in einer echten Situation, denen ein echter Brief geschrieben wird in ihre echten Umstände hinein!"
Mit der Offenbarung wird in evangelikalen Kreisen viel Schindluder getrieben. Auf Dispensationalistischer Seite, weil man anfängt, Endzeitfahrpläne zu erstellen. Auf Bundestheologischer Seite, weil man die Offenbarung gar nicht versteht (kleiner Spaß ;-)) Was aber den meisten Auslegungen und Spekulationen über die Offenbarung gemein ist, ist der fehlende Bezug auf den, der Alles ist und das, was alles bedeutet: Jesus und das Evangelium.
Ich finde es furchtbar, eine Predigt über eine Stunde zu hören, die eine 'Auslegungspredigt' sein will, aber sich mehr über die Zusammensetzung des Iranischen Parlaments und die neuen Hubschrauber der Amerikanischen Regierung interessiert, als über Jesus. Wer Jesus nicht in seiner Predigt hat, der hat im Grunde nicht gepredigt.
Diese Predigten sind ein gutes Beispiel, wie es besser geht. Durch den historischen Bezug auf die Stadt, entschlüsselt sich die oft bildreiche Sprache der Briefe und es wird deutlich, welche Botschaft Jesus den Gemeinden und uns heute übermitteln will.
Und trotzdem bleibt die Frage, ob unsere Gemeinde, unser Leben mit Jesus, unsere Reise evangelikaler Spiritualität, einer dieser Gemeinden gleicht. Diese Frage müssen wir oder dürfen wir uns gefallen lassen. Jeder will Philadelphia sein (und nicht nur, weil in der gleichnamigen amerikanischen Stadt das größte reformierte theologische Seminar Amerikas steht - 'For some John calvin seem to be the fourth member of the trinity' ~ Ed Stetzer). Aber wenn du dein Leben als Christ unter dem Spiegel der Bibel und speziell dieser Briefe betrachtest, bist du Philadelphia?
Eine Frage, die mich getroffen hat, war in der Predigt zu Laodizäa. Philipp zspricht dort von Christen aus ärmeren Ländern als der dritten Welt, die man befragt hat dazu, was ihnen am Christentum in der westlichen Welt auffällt. Ihre Antworten sollten uns aufhorchen lassen. 
1. Die Christen beten so wenig!
--> sind unsere Gemeinden vielleicht schon so gleichgültig, wie Laodizäa, sodass uns das Gespräch mit unseren Erlöser, König und Freund schon nicht mehr wichtig ist?
2. Die Christen geben so wenig Geld!
--> sind unsere Gemeinden vielleicht schon so gleichgültig, dass uns unser Geld und damit unser Wohlbefinden wichtiger geworden ist, als das Königreich Gottes zu bauen?
3. Die Christen bezeugen so wenig das Evangelium!
--> sind unsere Gemeinden vielleicht schon so gleichgültig, dass wir mit achselzucken zusehen können, wie unsere Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen, Studienfreunde und Kassierer im Supermarkt verloren gehen? Ist es uns vielleicht wichtiger, dass unser Gaerten gepflegt aussieht? Dass wir jede theologische Debatte gewinnen? Dass wir der beliebteste Hengst (Prediger) im Stall (Gemeinde) sind?

Gibt es Hoffnung für Laodizäa? Gibt es Hoffnung für uns?

Ja, denn Jesus sagt: ich liebe euch. Nur zu Laodizäa und zu Philadelphia sagt Jesus in den Sendschreiben, dass er sie liebt. Zu der Gemeinde, die nur Lob bekommt. Der Gemeinde die alles richtig gemacht. Der Gemeinde, die jeder Geistliche lieben würde. Und zu Laodizäa. Und zu uns?

Gods Bless,

Restless Evangelical

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