Sonntag, 24. Juli 2011

World of Pulpit Nr. 5 - ein Online Predigt Gathering

Francis ChanThink hard, stay humble

Dies ist das erste WoP seit einiger Zeit. Leider habe ich es in den letzten Wochen nicht geschafft, regelmäßig Sonntags eines reinzustellen. Die Prüfungen drücken zu sehr.
Aber heute morgen bin ich mal nicht nach Wetzlar zum Gottesdienst gefahren, sondern schnell Rüber nach Minneapolis in Minessota. Zum Glück ist das Internet schneller und billiger als ein Linienjet.
2010 hat Francis diesen Vortrag auf der Desiring God National Conference gehalten. Es war die skandalöse Conference, auf der auch Rick Warren geredet hat. Ich habe mir seiner Zeit alle Vorträge angehört, aber von Francis' Vortrag war ich wirklich bewegt.


1. To get ready to speak in front of people, I prepare myself thinking that God is in the room!
Es ist für einen Menschen, einen Sünder, nicht einfach, demütig zu sein, wenn er von allen angesehen wird und von manchen sogar zu einem aufgesehen wird. Noch schwerer ist es, wenn man auf einer großen Konferenz vor vielen Menschen redet. Francis erzählt diese Geschichte, wie er vor MacArthur spricht und so aufgeregt ist. Und seine Frau ihr wieder deutlich machen muss, dass es sich nur um einen Menschen, einen Sünder wie wir alle, handelt.
Wieso sind wir aufgeregter, mehr zum stolz getrieben, wenn wir zu vielen Menschen reden, als wenn wir 'nur' ein Gespräch mit einem Freund haben? Eigentlich haben wir dazu keinen Grund. Denn am Ende ist es immer Gott, vor dem wir aufgeregt sein sollten. Was können Menschen uns tun, wenn Gott zuhört? Wir sollten ihn verkünden, und nicht versuchen, Menschen zu beeindrucken!

2. You were technichaly right, but look what you've done: You've hurt your brother!
You in this room think really hard, but my question to you is: How hard do you think for people?
Dieser Teil von Francis Predigt hat mich wirklich getroffen. Und das sollte auch alle treffen, die sich in 'Theologie' auskennen. Wie oft geht es uns in Diskussionen mehr darum, den anderen mit unseren Argumenten zu Boden zu ringen als darum, ihm beim weiterkommen zu helfen?
Wenn ich etwas gefunden habe, einen Schritt weitergekommen bin in meiner Heiligung und meinem Verständnis von Jesus, dann sollte ich versuchen, das in Liebe zu kommunizieren, damit meine Geschwister in Jesus davon profitieren? Lasst euch eine Frage gestellt sein: Wie oft habt ihr schon über Calvinismus diskutiert – mit dem innigen Wunsch, dass der andere diese wichtige Lehre versteht (auf welcher Seite davon ihr auch immer steht) – aber habt in euren Worten wenig Liebe erkennen lassen? Wissen ist etwas wunderbares, das wir uns aneignen sollen. Aber es ist nichts, dass wir ziehen sollten, um den anderen zu verletzen. Ich bin damit aufgewachsen, dass ich dachte, die 'anderen' Evangelikalen sind alle verflacht. Die glauben an den Freien Willen. Die glauben nicht mehr an die Irrtumslosigkeit. Die glauben an Marketingmethoden, um die Gemeinde aufzubauen. Deswegen dachte ich, dass es der richtige Weg ist, da raus zu gehen, nicht mit denen zutun zu haben, seinen eigenen kleinen Club zu gründen und sich jede Woche darüber auszutauschen, wie verdorben die Welt schon ist und wie man das an dem Zustand der anderen Christen sehen kann!
Aber irgendwann habe ich gemerkt, wieviel Potential und Hunger nach geistlicher Nahrung in den Jugendlichen der evangelikalen Welt liegt. Wie viel man erreichen kann, wenn man versucht, diese Generation zu prägen. Seine eigenen Einsichten zu teilen und den anderen zu helfen, mit zu kommen, gemeinsam den Weg der Erkenntnis zu gehen. Und dann habe ich eine bemerkenswerte Erfahrung gemacht: Nicht nur durfte ich dabei helfen, geistliches Wachstum hervorzubringen; ich bin selber gewachsen, weil alle diese Leute ihre Gaben und ihre Einsichten haben, die mir noch gefehlt haben. Weil ich gemerkt habt, das Wissen nicht alles ist. Wie John MacArthur (zitiert von Francis Chan in der Predigt) sagt: Wissen ist zentral, aber nicht ausreichend.
Wieviel besser wäre es, wenn wir als 'konservative', als 'New Calvinists', als 'bibeltreue' oder als 'orthodoxe Evangelikale' einfach versuchen, einen Unterschied in einer ganz normalen evangelikalen Gemeinde zu machen? Da liegt immer Potenzial, und in jeder Gemeinde gibt es verbesserungswürdiges. Wie wäre es, wenn wir von dem profitieren, was eine Gemeinde uns zu bieten hat, und versuchen da helfend und heilend einzuwirken, wo die Gemeinde noch zu lernen hat? Wo wir schon weiter sind auf unserer Reise evangelikaler Spiritualität?
Damit meine ich nicht, dass es nicht 'falsches' gibt. Aber ich meine, dass die meisten Jugendlichen, die Rob Bell hören, nicht unbedingt alle Allversöhner sind. Ich meine, dass nicht alle Jugendlichen, die in eine Gemeinde von Willow Creek Deutschland gehen, jeden Sonntag gesagt bekommen, dass man das Evangelium aufgeben sollte, um den Menschen zu gefallen. Und ich meine, dass nicht alle Jugendlichen, die in eine EFG Baptistengemeinde gehen, alle der liberalen Theologie anhängen!
Ich meine damit einfach, dass wir nicht alle über einen Kamm scheren sollten.
Aber vielleicht denkst du jetzt: Was will der denn? Das mache ich doch gar nicht! Dann bin ich froh. Alles was ich bitte, ist, dass du dir diese Frage einfach stellt und überlegst, ob das vielleicht sein könnte, wo du stehst. Ich habe nämlich gemerkt, dass das war, wo ich lange gestanden habe.
Denn ein Christ, der viel weiß, aber keine Liebe für seine Geschwister hat, ist wie ein Basketballspieler, der sein Ziel nie verfehlt, aber immer auf den eignen Korb zielt. Er hat zwar eine gute Quote, aber er zerstört sein Team.

Gods Bless,

Restless Evangelical

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