Donnerstag, 1. September 2011

Die wichtigste Antwort, die du jemals geben wirst!


Es wird ein Tag kommen – und viele Menschen erwarten ihn sehnlich – da werden wir vor dem großen Richter stehen. Er ist gerecht, er ist heilig. Sein Name ist Friedefürst und Ewiger Vater. Er hat alles geschaffen; nichts existiert, ohne seinen Ursprung, seine Quelle, sein Ziel und seine Bestimmung in ihm zu haben; nichts würde weiterexistieren, wenn er es in seiner Gnade nicht erhalten und beschützen würde. Er erhält die Ordnung auf unserem Planeten und sieht mit Liebe auf alle seine Geschöpfe, die doch nichts mit ihm zutun haben wollen.
An diesem Tag wird es eine Frage geben:
Der Richter wird fragen: „Was hast du mir zu bieten, dass ich dich annehmen sollte?“
Wie wird deine Antwort sein? Du hast nur eine von zwei Möglichkeiten frei.

  1. Sie mich an und bewundere mich.
Wirst du auf deine eigenen Verdienste verweisen? Du kannst alles aufzählen, was du getan hast. Du wirst auch sicher nichts vergessen – er hat alles aufgeschrieben. Wie ein Vater, der seinem Kind zugesehen hat, sein Leben lang. Er erinnert sich an jedes Detail. Er erinnert sich, dass du bei dem großen Erdbeben von Haiti eine große Summe Geld an World Vision gegeben hast – irgendjemand muss diesen Armen Menschen ja helfen. Er erinnert sich, dass du deine Frau gepflegt hast, als sie mit Krebs in ihrem Bett lag, obwohl die attraktive Sekretärin dir doch sehr eindeutige Angebote gemacht hast. Er erinnert sich, dass du nein gesagt hast. Er erinnert sich auch, dass die viele Jahre lang in der Tafel mitgearbeitet hast; dass du einmal die Woche in diesem Laden standest und die Lebensmittel ausgeteilt hast. Darauf kannst du verweisen.
Und was war mit dem Jahr, in dem du für ein Jahr in einem Krankenhaus in Somalia ausgeholfen hast? Gleich nach deinem Abi war das, nicht wahr? Da hast du dich fast um alles gekümmert, hast fast keinen Tag weniger als 12 Stunden gearbeitet, oder? Aber du warst glücklich danach, weil du helfen konntest. Er erinnert sich daran. Das kannst du ihm als Antwort geben.
Und dann gibt es ja auch noch die vielen Stunden, als du im Fußballverein als Trainer gearbeitet hast, oder? Klar erinnert er sich daran, wie du den Jungen versucht hast, klare Regeln beizubringen, weil viele von ihnen aus einem wenig behüteten Elternhaus kam. Du hast ihnen gezeigt, was väterliche Strenge bedeuten kann, die nicht von Herrschsucht getrieben ist, sondern von echter Zuneigung – oder? Du hast es wirklich zu was gebracht, wirst du bei dir denken – und er wird nur den Kopf schütteln.
„Das alles sind schöne Sachen – aber das war höchstens das, wozu du geschaeen wurdest. Was ist mit dem großen Berg, den du nie abgetragen hast?“, wird er dich fragen. Und dann erinnerst du dich. Wie du bei der Steuererklärung oft ziemlich übertrieben hast, um etwas mehr Geld auf dem Konto zu haben. Und wie du deinem Arbeitskollegen die Pest an den Hals gewünscht hast, als er die Beförderung bekommen hat, und nicht du. Du erinnerst dich, wie du seinerzeit nur im Fußballverein geholfen hast, weil da diese junge Torfrau war, die du so hübsch fandest. Erinnerst du dich, wie ihr zwei alleine auf dem Zimmer wart, auf dieser einen Fußballfreizeit? „Aber das war doch nur einmal, und sie war 18 Jahre alt...“ willst du vielleicht einwerfen. „Und mit meiner Frau war ich damals noch gar nicht verheiratet.“ Aber seit einigen Jahren zusammen, hallt es dir durch den Kopf.
Wieviel wiegt dein gutes Engagement noch, wenn du dir über deine Motive dahinter gedanken machst? In Somalia warst du doch vor allem, weil du etwas erleben wolltest, und nicht weil dir 'die Armen' so Leid taten! Deiner Frau warst du doch vor allem deswegen treu, weil du Angst hattest, es würde herauskommen; die Sekretärin ist so ein Klatschmaul. Bei der Tafel hast du doch vor allem deswegen geholfen, weil du ein schlechtes Gewissen hattest; der Tisch in eurem Esszimmer war immer vollgepackt bis oben hin, vieles davon habt ihr später in den Müll geschmissen. Und irgendwann ist die klar geworden, dass es vielen anderen nicht so gut ging. Du wolltest dein Gewissen erleichtern – deswegen hast du geholfen.
„Wer war denn der eigentliche Motivator hinter all deiner sozialen Fasade?“, wird der Richter dich dann fragen. Und du musst zugeben: Du selbst!
Und dann wird er dir sagen: „Siehst du – das alles, was du mir vorbringen kannst, es ist für mich so abstoßend wie ein blutiger Tampon. Ich hasse es. Weil du es nicht wirklich für andere getan hast, sondern für dich. Weißt du – diese 'Liebe deinen Nächsten wie dich selbst' Angelegenheit, das habe ich ernst gemeint. Aber du hast einzig und allein dich selbst geliebt. Immer deinen eigenen Vorteil gesucht. Und von mir wolltest du dabei nichts wissen – weil du dein eigener Gott sein wolltest. Ich wollte dir helfen, deine Motive zu ändern, aber du wolltest mir nicht zuhören. Ich habe die all die Menschen über den Weg geschickt, die dir von mir erzählt haben. Aber in deiner Arroganz hast du sie für Dummköpfe erklärt, sie Idioten genannt und schlimmeres. Und hast auf dich selbst vertraut. Deswegen entferne ich meine Gegenwart jetzt von dir, und du wirst für alle Ewigkeit sehen, was du davon hast!“
Soll das deine Antwort sein? Denn dann wirst du an den Ort gehen, wo Gott nicht mehr anwesend ist – seine Liebe, seine Gnade, seine Barmherzigkeit kommt nicht mehr dorthin. Du wirst dich nicht dort wegwünschen. Denn dieser Ort ist von innen verschlossen – aber du versuchst es gar nicht. In alle Ewigkeit wirst du dort sitzen und den verfluchen, den du immer verflucht hast. Du bekommst was du willst, denkst du? Ich sage dir: Du wirst leiden, und es wird nicht schön sein.

  1. Sie mich nicht an – denn ich bin ein sündiger Mensch.
Wirst du von deinen eigenen Verdiensten wegweisen? Du kannst alle deine Fehler aufzählen, er erinnert sich daran. Jede einzelne Minute deines Lebens, in der du nicht das getan hast, wofür du geschaffen wurdest – oder etwas getan hast, dass deinem Ziel zuwiederläuft. Jede Sekunde, in der dein Leben nicht die Ehre Gottes zum Ziel hatte, kannst du an diesem Tag aufzählen. Es sind Tausende, Millionen. Sie sind nicht zählbar. Mit Tränen kannst du bekennen, wie du deine Mutter angebrüllt hast, als sie dir liebevoll angeboten hat, mit dir zu beten; einfach nur, weil es dir nicht in den Kram gepasst hat. Du wirst dich schütteln, wenn du erzählst, wie du auf der Parkbank gesessen hast, und versucht hast, den hübschen Mädchen unter den Rock zu gucken, die im Sommer mit dem Steigen des Termometers immer kürzer wurden. Du kannst laut aufschreien, wenn du berichtest, wie du viele Tage am Computer gehangen hast, und deinen Avatar bei einem Online Rollenspiel auf Level 60 gebracht hast und das einzige Leben, dass du hattest, quasi in Verschwendungssucht aus dem Fenster geworfen hast.
„Aber, aber“, wird der Richter dann sagen, „da gab es doch auch einige gute Sachen in deinem Leben.“ Er wird aufzählen, was du in deinem Leben geleistet hast. Die Stunden, als du am Bett deiner Tochter gewacht hast, weil sie hohes Fiber hatte. Immer wieder hast du ihr die Stirn abgetupft und sie liebevoll in den Arm genommen, wenn sie von einem schlimmen Fiebertraum aufgewacht ist. „Dein Papa ist da“, hast du ihr dann zugeflüstert und warst so stolz auf dein tapferes kleines Mädchen. Er wird dich auch daran erinnern, dass du eingesprungen bist, als du Abends auf dem Weg nach Hause gesehen hast, wie eine junge Frau von einem Mann bedrängt wurde, wie er ihr die Bluse heruntergerissen hat und schon an seinem Gürtel herumspielte. Bist du da nicht dazwischen gegangen, hast den Angreifer niedergeschlagen und die junge Frau gerettet? Und jener Tag, als du am Strand lagst, mit deiner Frau und deinen Kindern und du nur leise diesen Hilferuf vernommen hast? Niemand hatte was gehört, aber du warst dir sicher. Da hast du vom Ausguck der Küstenwachse das Meer abgesucht und den kleinen Jungen entdeckt, wie er weit draußen auf einer Luftmatraze trieb und nicht mehr zurückkam. Du bist herausgeschwommen und hast ihn an Land gezogen. „Was war denn damit?“, wird der Richter dich fragen.
Und dann kannst du, wieder unter Tränen, aber diesmal sind es Tränen des Glückes, nur auf Jesus zeigen. „Er war das, Herr! Ich habe da nichts dazu beigetragen. Denn in meinem Leben galt schon damals: „[Ich] lebe praktisch nicht mehr. Christus lebt in mir. Und das Leben, das ich jetzt noch in meinem sterblichen Körper führe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich geopfert hat.“ (Galater 2,20 NeÜ)“
„Aber was hast du mir dann zu bieten?“, wird der Richter fragen. „Was kannst du vorbringen, damit ich dich gerechtspreche und hineinlasse in mein Königreich, in meinen Segen?“
Und dann wirst du aufsehen und sagen: „Aber Herr, ich bin doch schon lange Bürger deines Reiches. Nicht ich habe es erwirkt, sondern dein Sohn. Er hat mich aus den Ketten gerissen, ist in die Bresche gesprungen, als die Sünde nach mir gepackt hat. Er allein hat meine Motive geändert, sodass ich immer mehr gelernt habe, nicht für mich zu leben, sondern für deine Ehre und zum Wohl der Anderen. Ich habe dir nichts zu bringen Herr. - Alles was ich habe, ist die Ladung von blutigen Tampons, und die will ich dir nicht zumuten. Alles was ich habe, ich Jesus. Sieh ihn an, er ist meine Gerechtigkeit. Guck auf ihn, er ist meine Antwort. Ich habe alles falsch gemacht, aber für mich hat Er alles richtig gemacht. Er hat das Leben geführt, dass ich hätte führen müssen. Er ist den Tod gestorben, der mir gehörte. Alles was ich habe ist er. Bitte, Herr – sieh ihn an und nicht mich. Bitte Herr, sei mir Sünder gnädig.“ Und dann wird dein Gesicht strahlen. Denn er ist es, für den du lebst. Und du weißt, dass du deiner Bestimmung nachkommst – dass du sogar an diesem letzten Tag aller Zeiten ihn verherrlichen kannst und dich demütig beugst unter seine Gnade. Er ist deine Gnade antwort. Und dann wird der Richter lachen, aufspringen und dich in die Arme nehmen. „Willkommen zuhause“ wird er sagen und dich auf den Schultern hineintragen in das neue Jerusalem.

Inspiriert durch einen Ausschnitt von Greg Gilberts: Was ist das Evangelium?
„Ich sage ihnen, was jeder Christ, dessen Glaube allein bei Christus liegt, durch Gottes Gnade tun wird. Er wird einfach und stumm auf Jesus zeigen und bitten: „O Gott, such in meinem eigenen Leben keine Gerechtigkeit. Schau deinen Sohn an. Sprich mich seinetwegen gerecht und nicht aufgrund von irgendetwas, das ich getan habe oder bin. Er hat das Leben geführt, das ich hätte führen sollen. Er starb den Tod, den ich verdiene. Ich habe mich von all meinen Sicherheiten abgekehrt, und Jesus ist das einzige Argument, das ich vorbingen kann. O Gott, sprich mich um seinetwillen gerecht.“ (Greg Gilbert, Was ist das Evangelium?, S. 104)

Und das das Lied „All I Have isChrist“ von Souvereign Grace Music.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen