Mittwoch, 28. September 2011

Philipp Bartholomä - Die Wahrheit über unser Herz

Diese Predigt wurde am 18. März in der Er-Lebt Gemeinde gehalten. Mit einigen kleinen kosmetischen Änderungen hier eine Abschrift der Predigt.
Zu hören ist die Predigt hier.
Ich bin - genauso wie Philipp - davon überzeugt, dass vor der Guten Botschaft immer die Schlechte stehen muss, die von der Sündhaftigkeit des Menschen handelt. Und trotzdem findet sich überall in der Bibel die Hoffnung durch das Kreuz - soviel mehr Hoffnung als nur der 'Buddy Jesus', der 'Therapeut Jesus' oder der 'Geldbeschaffer Jesus'.
"'Wenn in unserem Land und in unseren Gemeinden noch mal richtig was zur Ehre Gottes nach vorne gehen soll, dann müssen wir das begreifen.' Dann müssen wir demütig und erschreckt und zerschlagen sein, damit es uns hintreibt zur Gnade Gottes und dann kann Gott nochmal uns radikal verändern." (Aus der Predigt)



Die Wahrheit über unser Herz
(Römer 3,9-20)
Philipp Bartholomä
 
Einleitung
Herzlich Willkommen, auch von mir zu dieser fortgeschrittenen Stunde. Wir sind immer noch im Römerbrief und werden es auch noch ein paar Wochen sein. Wir sind heute im 3. Kapitel und unser Thema lautet: „Die Wahrheit über unser Herz“. Die Wahrheit über unser Herz... Es kommt immer mal wieder vor, dass Leute in unsere Gottesdienste kommen und dann nach einiger Zeit sagen: „Hey, ihr... Ihr betont immer das Herz so; so stark. Und das ist so kompliziert.“ Und dann sag ich: „Warum ist das kompliziert?“ Und dann kommt oft so eine Antwort, ungefähr so: „Ja, ich bin es gewohnt in Gottesdiensten eher so zu hören: 'Tu das und tu das nicht! Verhalt dich so und verhalt dich so nicht.' Und ihr redet ständig vom Herzen. Und das macht die Sache so kompliziert. Mir scheint es, das Andere ist ein bisschen einfacher.“ Ja, wir reden über das Herz. Wir reden über das Herz, weil wir glauben, dass das Herz das Steuerungsorgan unseres Lebens ist und alles was wir denken, fühlen und sagen letztlich aus diesem Herzen hervorkommt. Und deswegen müssen wir in die Tiefe gehen und an die Wurzel gehen und schauen: Was ist im Herzen? Und das macht es komplizierter, ja! Und das macht es auch schmerzhafter, ja! Aber es ist wichtig. Und heute ist unser Thema: „Die Wahrheit über unser Herz“. Das ist das, was wir lernen sollen heute. Die Wahrheit über unser Herz. Und das wird uns vielleicht nicht so schmecken. Und das ist jetzt nicht so das Thema, wo man als Prediger so den Beliebtheitspreis gewinnt, ja? „Woa, die Wahrheit über mein Herz, wollte ich schon immer wissen und so... Cool!“ Aber, macht nix! Mir geht es nicht um Preise. Mir geht es um Gottes Wort, mir geht’s um seine Wahrheit und deswegen schauen wir jetzt unseren Predigttext an; aus dem Römerbrief, Kapitel 3, und zwar ab Vers 9. Wir überspringen acht Verse, weil die ersten acht Verse im Römerbrief, Kapitel 3, noch einmal das wiederholen, was schon in Kapitel 1 und 2 dran war. Und deswegen ab Vers 9. Römer 3, Vers 9-20. Ihr habt den Text in eurem Programmheft mit der Predigtgliederung zum Mitschreiben; wie üblich: Die Rundumversorgung für euch. Und noch besser ist es, wenn ihr in eurer eigenen Bibel mitlest, das macht noch mehr Sinn. Also, Römer 3 ab Vers 9. Paulus scbreibt:
Predigttext
Wie ist es denn nun? Sind wir ´als Juden den anderen Menschen gegenüber` im Vorteil, ´oder sind wir es nicht`? Wir sind es ganz und gar nicht! Ich habe ja jetzt den Beweis erbracht, dass alle schuldig sind, die Juden ebenso wie die anderen Menschen, und dass alle unter der Herrschaft der Sünde stehen, genau wie es in der Schrift heißt:
»Keiner ist gerecht, auch nicht einer. Keiner ist klug, keiner fragt nach Gott. Alle sind vom richtigen Weg abgewichen, keinen Einzigen kann ´Gott` noch gebrauchen. Keiner handelt so, wie es gut wäre, nicht ein Einziger. Ihr Rachen ist ein offenes Grab. Ihre Zunge gebrauchen sie, um zu betrügen. Schlangengift verbirgt sich unter ihren Lippen. Ihr Mund ist voller Flüche und gehässiger Worte. Nichts hemmt ihre Schritte, wenn es gilt, Blut zu vergießen. Verwüstung und Elend lassen sie auf ihren Wegen zurück, und vom Weg, der zum Frieden führt, wollen sie nichts wissen. Sich Gott in Ehrfurcht zu unterstellen, käme ihnen nie in den Sinn.«“
- Nicht so ermutigend bis hier her! - „So sagt es das Gesetz, und wir wissen: Alles, was das Gesetz sagt, richtet sich an die, denen es gegeben wurde. Damit wird jeder Mund zum Schweigen gebracht; die ganze Welt ist vor Gott als schuldig erwiesen. Denn auch durch das Befolgen von Gesetztesvorschriften steht kein Mensch vor Gott gerecht da. Das Gesetz führt vielmehr dazu, dass man seine Sünde erkennt.“ (Römer 3,9-20; größtenteils NGÜ, unterstrichene Teile Abschrift von Predigt)

Vater, danke für dein Wort; danke, dass du ein liebevoller Vater bist, der beste Vater, den wir uns vorstellen können. Danke, dass du dich offenbart hast – auch mit solchen schmerzhaften Wahrheiten; sie sind deine Wahrheit, diese Worte, die wir gelesen, gehört haben. Ich bitte dich jetzt, dass du zu uns redest, dass du mir hilfst, verständlich zu kommunizieren und eindringlich, sodass dein Geist wirken kann und uns formen kann, uns verändern kann, uns Dinge bewusst machen kann, uns überführen kann; uns verändern kann in das Bild deines Sohnes, dorthin, wo du uns haben willst. Danke, dass du hier bist, mitten unter uns. Amen.“

Predigtgliederung

Wir lernen, wie üblich, drei Dinge. Wir lernen drei Dinge:

1. Wir lernen „Die Wahrheit über unser Herz“
Wir lernen 2. was über die Falsche Medizin für unser Herz,
und wie lernen 3. was über die Heilung für unser Herz.
Okay? Drei Sachen

  1. Die Wahrheit über unser Herz (das ist der längste Punkt heute).
  2. Die Falsche Medizin für unser Herz (und)
  3. Die Heilung für unser Herz

1. Die Wahrheit über unser Herz.
Das Thema im ersten Teil des Römerbriefes war das, dass Paulus die Frage stellt: „Hey, was stimmt eigentlich nicht mit dieser Welt?“ Und in den ersten drei Kapiteln bis hier her, dieser lange Abschnitt, dient dazu, dass Paulus uns die Diagnose gibt im Blick auf das, was mit dieser Welt nicht in Ordnung ist. Und jetzt hier in Vers 9 sagt Paulus: „Wie ist es denn nun? Ja, was ist denn eigentlich Sache? Wie können wir das ganze jetzt nochmal zusammenfassen und bündeln. Zu welchem Schluss sollen wir kommen, welchen Schluss sollen wir ziehen?“ Antwort: „Alle Menschen, überall, stehen unter der Herrschaft der Sünde!“ Das ist das, was Paulus hier sagt. Er sagt: „Keiner ist gerecht, nicht mal einer. Keiner fragt nach Gott. Niemand! Kein einziger!“ Die ganze Zeit. Das Wort 'Keiner' kommt ständig vor. Und in Vers 23, ein bisschen später, in einem Text, der jetzt gar nicht zu unserem Predigttext dazugehört, da drückt es Paulus so aus und sagt: „Alle haben gesündigt, und in ihrem Leben kommt Gottes Herrlichkeit nicht mehr zum Ausdruck“ (NGÜ). Alle haben gesündigt, das ist die Wahrheit über unser Herz. Paulus blickt zurück auf Römer, Kapitel 1, wo von den gottlosen Kriminellen die Rede war, die alle möglichen schlechten Dinge tun und Paulus sagt: „Sie sind ungerecht, sie sind schuldig, sie sind verloren.“ Und dann blickt er zurück auf Römer 2, da war nicht von den Gottlosen die Rede, sondern da war von den tollen, moralischen, religiösen, selbstgerechten Leuten die Rede und Paulus stellt auch da die Frage: „Was ist mit denen? Sind die auch schuldig, sind die auch verloren?“ Antwort: „Ja?!“ Alle sind verloren, das ist die Radikalität dessen, was Paulus hier sagt. Alle sind schuldig, alle haben gesündigt. Und es ist nicht so clever, wenn man jetzt die Frage stellt: „Schließt mich das ein?“ Hallo? Paulus sagt: Alle! Und 'Alle' bedeutet, wenn man es genau nimmt: Alle! Okay? Das ist ziemlich eindeutig. Alle ist alle. Schließt das dich ein? Auf jeden Fall! Schließt das mich ein? Ja. Alle. Keiner ist gerecht, keiner fragt nach Gott. Das ist die Wahrheit über unser Herz. Aber ich möchte schon am Anfang euch sagen: Das ist die Herausforderung, die dieser Text an uns stellt; dass wir heute morgen sagen: „Okay, ich höre das und ich erkenne das an für mein Leben, dass das die Wahrheit über mein Herz ist.“ Das ist schmerzhaft, das müssen wir erstmal schlucken. Aber das ist Gottes Wahrheit über unser Leben und es ist so wichtig, dass wir das anerkennen. Und sagen: „Ja, das ist die Wahrheit über mein Herz und über mein Leben.“ Aber Paulus führt uns diese Wahrheit, diese Diagnose, nur deshalb so krass und so deutlich vor Augen, damit wir hinterher zur richtigen Medizin greifen. Okay, Paulus stellt die Diagnose und sagt: „Leute, das ist jetzt schwierig, aber... es ist ne schlechte Nachricht, aber ihr müsst es hören, es gibt Hilfe! Es gibt auch Hilfe.“ Ja? Ein Arzt, der euch nicht sagt, wenn ihr krank seid, das geht nicht! Was soll das? Ein Arzt der euch nicht sagt, wenn ihr krank seid, das könnt ihr total vergessen. Und hier haben wir einen Arzt, der stellt die Diagnose und sagt: „Okay, das müsst ihr jetzt erstmal verdauen, das ist nicht einfach, das ist schwierig jetzt zu akzeptieren; hier ist die Diagnose, aber es gibt Abhilfe, es gibt Heilung. Es gibt Heilung für unser Herz – für dein Herz. Dazu kommen wir später. Hier ist die Diagnose und es gibt Heilung.“ Paulus sagt: „Die Wahrheit über unser Herz ist die, dass es sündig ist.“ Und dann begründet er das durch eine ganze Latte von alttestamentlichen Zitaten. Das ist all das, was in eurem Text so eingerückt ist. Und vielleicht auch in eurer Bibelausgabe. Alles, was eingerückt ist, sind Zitate aus dem Alten Testament; so begründet er. Er sagt: „Das ist die Wahrheit! Ihr seid Sünder, euer Herz ist sündig.“ Und jetzt sagen manche vielleicht: „Genau das ist das, was mich so stört bei Christen: das sie immer auf diesem Sündending rumreiten. Oder? [Die Christen] reiten immer auf diesem Sündending rum. Das ist so übertrieben. Das ist so übertrieben. Das kann doch nicht sein! Sünde ist doch nun wirklich nicht unser aller Problem.“ Wirklich nicht? Wirklich nicht? Wir haben Polizisten, Richter, Rechtsanwälte, Security Firmen, Alarmanlagen, Schlösser in unseren Türen, Wegfahrsperren im Auto. Warum eigentlich? Warum eigentlich? Wegen der Sünde, oder? Habt ihr euch schon mal Gedanken gemacht, warum eure Türen Schlösser haben? Unter anderem wegen der Sünde. Das ist die Realität. Und dann sagen andere: „Ja, gut, aber ich bin nicht so. Wegen mir müsste es keine Schlösser in Türen geben. Auf mich trifft das gar nicht zu, was Paulus hier sagt, so diese ganze Litanei. Ich mach das alles nicht.“ Aber seht ihr, das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist nicht, ob du jedes einzelne Ding, das hier aufgeführt ist, in der Weise tust oder nicht tust. Der Punkt ist: Fragst du in allen Dingen, in allen Dingen, nach Gott? Liebst du Gott mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Hingabe, mit deinem Verstand und mit aller deiner Kraft? Liebst du mit jeder Faser deiner Existenz Jesus Christus? Das ist der Punkt! Das ist der Punkt. Und mir ist so wichtig, dass wir die Wahrheit über unser Herz nicht nur oberflächlich begreifen, sondern wirklich in der ganzen Tiefe. Und deshalb ist es wichtig, dass wir verstehen, was Sünde wirklich ist. Und ich glaube, ein guter Weg, um zu begreifen, was ein sündiges Herz ist und was Sünde wirklich ist, ist, dass wir uns die Frage stellen, was ist Sünde eigentlich nicht? Ja, was ist Sünde eigentlich nicht? Und ich hab euch vor ein paar Wochen ein Buch empfohlen, das heißt: „Was ist das Evangelium“ von Greg Gilbert. Und ich glaube wirklich, dass jeder das gelesen haben sollte. Und Greg Gilbert nennt vier Missverständnisse zum Thema Sünde. Und die möchte ich jetzt mit euch durchgehen. Und meine Hoffnung ist, dass ihr in Zukunft, wenn in der Gemeinde, wenn in irgendwelchen Kirchen, unter Christen oder unter Nichtchristen von Sünde die Rede ist, dass ihr dann diese Schablone davorlegt, und euch dir Frage stellt: „Ist das, was ich hier über Sünde höre wirklich das ganze Bild? Oder liegt hier ein Missverständnis vor?“ Vier Missverständnisse zum Thema Sünde.

a) Sünde wird ganz oft mit den Folgen der Sünde verwechselt. Ich erkläre euch, was ich damit meine. Es gibt Menschen, die sagen: „Sünde ist so dieses Schuldgefühl, dass wir mit uns herumtragen. Dieses Gefühl der Bedeutungslosigkeit, der Sinnlosigkeit, der Leere. Das ist Sünde! Und dieses Gefühl oder diese Gefühle sind uns angeboren und wir müssen jetzt diese Gefühle irgendwie loswerden, damit die uns nicht so niederdrücken.“ Das Problem hier ist: Hier wird Sünde verwechselt mit den Folgen der Sünde. Diese Schuldgefühle, die wir haben, dieses Gefühl der Leere und Bedeutungslosigkeit und Sinnlosigkeit habt ihr alle schon einmal verspürt; aber es ist nur die Folge von Sünde. Es ist nicht die Sünde selbst, es ist die Folge der Sünde. Und wir sind nicht nur die Opfer dieser Gefühle, die uns irgendwie angeboren sind und die wir jetzt loswerden müssen. Sondern wir haben dieses Dilemma selbst verursacht. Diese Gefühle sind deshalb in unserem Leben, sagt die Bibel, weil wir die Gebote Gottes übertreten haben, weil wir selbst gesündigt haben. Wir sind nicht Opfer irgendwelcher schlechten Gefühle, sondern wir haben diese Dinge selbst verursacht. Sünde ist was anderes als die Folgen unserer Sünde, die sich auch gefühlsmäßig niederschlagen in unserem Leben. Etwas völlig anderes.

b) Zweites Missverständnis: Sünde wird als Beziehungsproblem verharmlost. Viele Christen sprechen von Sünde, als wäre es so eine kleine Beziehungskrise zwischen Gott und Menschen. So eine kleine Meinungsverschiedenheit. Ja? Und jetzt zickt Gott ein bisschen rum und spielt die beleidigte Leberwurst, aber irgendwie renkt sich das auch dann irgendwie wieder ein. Ja? Wie so zwischen zwei Freunden, wo es mal richtig knallt und dann ist einer richtig sauer und geht ein paar Tage nicht mehr ans Telefon und beantwortet keine Facebooknachrichten mehr und so. Kennen wir alle, ja? Der Eine zickt rum und so. Und dann nach ein paar Tagen ist alles wieder gut. Das hat mit Sünde nichts zutun! Sünde ist kein kleines Beziehungsproblem; Paulus sagt hier in Vers 11: „Keiner fragt nach Gott!“ Vers 18: „Keiner will sich Gott in Ehrfurcht unterstellen.“ Das ist das Problem. Das heißt, wir haben keine Beziehungskrise hier zwischen zwei Freunden. Sondern Sünde ist eine Rebellion eines geliebten Untertanen gegen seinen guten und gerechten König. Sünde ist eine Rebellion eines geliebten Untertanen gegen seinen guten und gerechten König. Und keine Beziehungskrise; zumindest nicht auf dem Level, auf dem wir das häufig verstehen. Zweites Missverstänis zum Thema Sünde.

c) Drittes Missverständnis: Sünde wird mit negativem Denken verwechselt. Das ist so weit verbreitet, dass gesagt wird: „Sünde ist einfach dieses negative Denken, das wir alle über uns selbst haben. Hey, wir müssen einfach ein bisschen positiver Denken; nicht so schlecht von uns denken.“ Es gibt Prediger und Theologen – das ist ihre haupttheologische Linie. Und es überrascht uns ja nicht, dass die meisten ziemlich große Gemeinden haben, weil das ist eine ziemlich gute Message. Ihr würdet mir die Bude einrennen, mehrmals die Woche, wenn ich euch sagen würde: „Hey, nur ein bisschen positiver denken. Ja? Und dann wird es gut und dann wird Gott euch segnen mit Glück und Wohlstand. Euer Problem ist nur, ihr denkt ein bisschen zu schlecht von euch. Ja? Ein bisschen positiver und ein bisschen einfach positives Denken.“ Das ist ein ganz, ganz, ganz großer Irrtum. Jesus ist nicht gestorben, um uns von unserem negativen Denken zu befreien. Jesus ist nicht deshalb gestorben, weil wir so schlecht von uns denken. Ganz im Gegenteil! Die Bibel sagt uns, unser Hauptproblem ist nicht, dass wir zu klein und zu negativ von uns denken – ist nicht unser Problem - die Bibel sagt, unser Problem ist, dass wir zu groß von uns denken. Sünde hat mit negativem Denken herzlich wenig zutun.

c) Viertes Missverständnis zum Thema Sünde: Sünde wird mit Sünden verwechselt.
Sünde wird mit Sünden verwechselt. Unsere herkömmliche Vorstellung von Sünde ist die, dass wir halt ab und zu mal was falsches machen, einen Fehler begehen, Dinge tun, die Gott halt nicht so gefallen; aber nur punktuell. Versteht ihr? Nur ab und zu; nur punktuell. Man geht davon aus, dass das Problem darin besteht, dass wir ab und zu Dinge tun, die nicht okay sind – kleine Fehler also sozusagen – aber sonst ist unser Leben eigentlich ziemlich in Ordnung. Aber das trifft das Problem nicht. Es ist nicht so, dass wir ab uns zu ein bisschen Sünde anhäufen in unserem Leben. Sondern Sünde hat was mit unserem Leben zutun. Ich versuche es euch zu veranschaulichen mit diesen zwei Bildern von zwei Quarzsteinen. Dieser schöne, weiße, helle, wunderbare, großartige Quarz. Viele haben das Gefühl, das ist unser Leben. Und wenn wir jetzt sündigen, wird gesagt, dann ist es so, wie wenn ein bisschen Staub oder Dreck an diesen Quarz kommt, ja? Der ist ein bisschen in Dreck gefallen, bisschen Matsch und so weiter. Ein bisschen verunstaltet. Aber alles was wir brauchen ist einen kleinen Lappen und ein bisschen Wasser und dann polieren wir den wieder auf hochglanz und dann ist der wieder schön weiß. Das ist die Art und Weise wie viele Leute Sünde verstehen. Wir sind ein weißer Quarzstein und da kommt ab und zu ein bisschen Dreck dran, aber das kriegen wir relativ schnell wieder behoben. Falsch! Unser Leben, unser Herz gleicht eher diesem schwarzen Quarz, den es auch gibt. Und das Problem von diesem Quarz ist nicht, dass der mal in den Dreck gefallen ist, sondern der ist einfach schwarz, der ist dunkel. Da könnt ihr mit Meister Propper polieren, so lange hier wollt. Den werdet ihr nicht weiß kriegen. Das ist unser Herz! Das sit das Problem unseres Herzens. Nicht ein paar punktuelle Dreckspritzer, wenn wir mal wieder irgendetwas falsch gemacht haben, sondern es hat was mit unserem Wesen zutun. Paulus sagt: „Es geht nicht um punktuelle Sünde. Es geht in eurem Leben nicht dadrum, dass ist ab und zu sündigt. Es geht dadrum, dass euer Wesen sündig ist.“ Und Paulus drückt es sehr krass aus in diesem Text. Es sagt: „Ihr seid versklavt unter die Sünde.“ Das hat etwas mit eurer Existenz zutun. Ein Sklave, der ist zu jeder Minute, Sekunde seines Lebens Sklave. Nicht nur ab und zu. Vers 9: „Wir stehen unter der Herrschaft der Sünde.“ Das ist der Punkt. In Epheser 2 Vers 3 sagt Paulus es: „Ihr seid von Natur Kinder des Zorns.“ Nicht nur ab und zu. Von Natur Kinder des Zorns. Und Jesus sagt in Matthäus 15 Vers 19: „Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Aussagen, Verleumdungen...“ und wir könnten die Liste fortsetzen. Aus dem Herzen! Das sind keine Eintagsfliegen. Das sind keine Einzelfälle, sondern sie entspringen dem sündigen Zustand unseres Herzens. Weil wir kein weißes Quarz sind, sondern ein Schwarzes. Darum geht es. Das ist die Wahrheit über unser Herz. Das ist die Diagnose. Und Paulus sagt: „Es geht dadrum, dass wir diese Diagnose anerkennen,“ und er sagt dann, „und schweigen.“ Unser Mund soll schweigen, keine Rechtfertigung mehr. Kein: „Ja, aber weißt du, *grummel*“ Sondern einfach nur schweigen und sagen: „Ja, das bin ich! Das trifft auf mich zu. Ich erkenne das an, was du über mein Leben sagst. Ich erkenne die Diagnose an, aber jetzt bitte, gib mir eine Medizin. Was ist die Lösung? Was kann ich tun?“ Und das erste, was Paulus sagt, ist: „Bevor ich euch die Medizin gebe, gebe ich euch sozusagen einen Hinweis auf eine falsche Medizin.“

2. Eine falsche Medizin für unser Herz

Vers 20, wenn ihr noch einmal in euren Text schaut. Vers 20: „Denn auch durch das Befolgen von Gesetzesvorschriften steht kein Mensch vor Gott gerecht da. Das Gesetz führt vielmehr dazu, dass man seine Sünde erkennt.“ Paulus sagt hier: „Die Heilung für unser Herz, die Heilung für unser Herz kommt nicht durch das Gesetz. Das Gesetz ist die falsche Medizin gegen die Sündhaftigkeit unseres Herzens, die falsche Medizin. Und wenn du kein Christ bist und bist heute hier, dann... mit großer Wahrscheinlichkeit kommt du hier her mit diesem Denken: „Hey, im Christentum, da geht’s doch eigentlich dadrum, dass man das Richtige tut.“ Das ist so das Herkömmliche. Die meiste Leute denken so: „Im Christentum da geht es drum, dass man das Richtige tut und deswegen konzentrieren wir uns jetzt ganz stark auf die Regeln und die Gebote und auf das, was Gott in seinem Wort sagt, was er möchte. Dadrauf konzentrieren wir uns jetzt ganz stark.“ Und viele Christen denken übrigens genauso. Leute, das steckt so tief in allen von uns drin, dass wir denken, wir tun irgendwas Gutes und dann wird Gott positiv reagieren. Dann wird er uns was Gutes tun. Wer so denkt, der wird sich auf die Regeln konzentrieren, der wird sich auf das Gesetz konzentrieren; auf das, was es zu befolgen gilt. Und die Folge dieses Denkens ist, dass wir uns auf diese Dinge konzentrieren und dann meinen, das Gesetz könnte uns helfen, unser Sündenproblem zu lösen. Und Paulus sagt: „Das funktioniert nicht.“ Paulus sagt: „Das könnt ihr total vergessen!“ Wir denken so: „Je mehr wir das Gesetz auf uns einwirken lassen, desto heiliger und sündloser werden wir leben.“ Und ich hoffe, ihr spürt jetzt, wie oft ihr das denkt. „Okay, das Gesetz. Das Gesetz muss in meinen Kopf. Das Gesetz muss in mein Herz. Ich muss... Und dann werd ich heiliger leben. Ich muss mehr so leben, wie Gott das möchte.“ Und Paulus sagt: „Nein! Das Gesetz ist die falsche Medizin für dein Herz.“ Paulus sagt: „Das Gesetz ist nicht dazu da, euer Herz zu heilen. Das Gesetz wird euch nicht retten! Das Gesetz kann euch nicht helfen an dem Punkt. Das Gesetz führt nur dazu,“ sagt er in Vers 10, „dass du deine Sünde erkennst.“ Nur, dass ihr mich nicht missversteht. Das Gesetz ist gut, heilig, wichtig, großartig. Wir müssen es lesen, verstehen, auf uns wirken lassen. In Psalm 119, der längste Psalm im Alten Testament, wo jemand, dieser Psalmdichter, so begeistert ist vom Gesetz. „Ich denke drüber nach jeden Tag! Ich lasse es auf mich wirken.“ Ja, das ist gut, das ist wichtig. Aber er hat vorher erkannt, wie großartig die Gnade Gottes ist. Das Gesetz ist gut, aber das Gesetz ist nicht die Lösung für unser Sündenproblem. Das Gesetz kann uns nicht retten. Spurgeon hat das mal... Der große Prediger Spurgeon hat das mal verglichen mit einem Spiegel. Er hat gesagt: „Das Gesetz ist nichts anderes als ein Spiegel, den Gott euch vorhält. Und in diesem Spiegel erkennt ihr euch.“ Ihr erkennt in diesem Spiegel, wer ihr wirklich seid. Ihr erkennt in diesem Spiegel die Wahrheit über euer Herz. Und dann sagt Spurgeon1: Eine Dame, die will mal wissen, ob in ihrem Gesicht noch alles in Ordnung ist. Ja? Und dann hält sie sich so den Spiegel vor, irgendwie, und guckt so: Ah, sind da irgendwelche Flecken? Vielleicht irgendwelche Pickel? Und sie erkennt, ob da irgendwelche Flecken sind oder Pickel. Aber jetzt stellt euch mal vor: Wird diese Dame jetzt den Spiegel nehmen, und versuchen, mit diesem Spiegel die Flecken zu entfernen? Oder die Pickel? Das funktioniert nicht. Ich hab schon viele Arten und Weisen kennengelernt, wie man sich einen Pickel ausdrücken kann, aber nicht mit einem Spiegel. Okay? Nicht mit einem Spiegel. Das ist nicht clever. Der Spiegel ist nur dazu da, zu erkennen, was vorhanden ist an Flecken und Runzeln und Pickeln und alles mögliche. Das ist das, was Paulus hier meint. Aber wenn man jetzt anfängt, den Spiegel zu benutzen, um das Problem zu lösen, dann klappt das nicht. Und meine Vermutung ist, dass viele von euch, immer noch und immer wieder zur falschen Medizin greifen. Und sagen: „Okay, ich hab die Diagnose verstanden. Und ich akzeptiere das. Mein Herz ist nicht so, wie es sein sollte. Mein Herz ist sündig. Und jetzt gehe ich zum Gesetz und jetzt lasse ich mir von Gott sagen, wie ich sein sollte und was seine Maßstäbe sind und was sein Wille ist und so weiter.“ Und ihr denkt, das kann euch helfen und das kann euch retten und das kann euch verändern. Und Paulus sagt: „Nein!“ Paulus sagt: „Das ist nur der Spiegel. Und in diesem Spiegel erkennt ihr, was Sache ist und es wird euch nich viel weiterhelfen.“ Die Lösung muss woanders herkommen. Die Heilung muss woanders herkommen. Die Heilung für unsere sündigen Herzen kommt nicht aus dem Gesetz. Martin Luther hat es so ausgedrückt (und weil dieser Kommentar schon relativ alt ist und Luther sehr komisches Deutsch formuliert hat, habe ich das so ein bisschen umformuliert. Also das ist Martin Luther mit einem bisschen Philipp Bartholomä. Okay? Aber mehr Martin Luther, mehr Martin Luther):

„Die Hauptaufgabe,“, sagt Martin Luther, „des Gesetzes ist es nicht, Menschen besser zu machen, sondern schlechter. Das Gesetz zeigt ihnen ihre Sünde und durch diese Erkenntnis sollen sie demütig, erschreckt und zerschlagen werden, damit sie dazu getrieben werden Gnade zu suchen und so zum herrlichen Christus kommen.“ (zu Galater 3:20)

Demütig, erschreckt und zerschlagen. Das ist kein schöner Zustand. Aber Luther sagt, wie brauchen diesen Zustand. Warum? Damit er uns hintreibt zur Gnade Gottes und zu seinem Sohn Jesus Christus, der am Kreuz für uns gestorben ist. Das ist der Punkt. Darum geht es. Wir brauchen die schlechte Nachricht. Und das ist der einzige Grund, warum wir in dieser Gemeinde über Sünde reden und warum Gottes Wort über Sünde redet, und zwar sehr radikal und sehr deutlich. Damit wir erkennen, was vorhanden ist. Damit wir die schlechte Nachricht erkennen und sie uns hintreibt zur guten Nachricht. Und in der Pause nach dem ersten Gottesdienst ist jemand zu mir gekommen und hat gesagt: „Ich hab im Gottesdienst den Eindruck gehabt, wenn in unserem Land und in unseren Gemeinden noch mal richtig was zur Ehre Gottes nach vorne gehen soll, dann müssen wir das begreifen.“ Dann müssen wir demütig und erschreckt und zerschlagen sein, damit es uns hintreibt zur Gnade Gottes und dann kann Gott nochmal uns radikal verändern; und unsere Umgebung und unser Umfeld. Und ich glaube, der Herr, der das zu mir gesagt hat, hat absolut recht. Und es ist genau das, was Luther sagt. Wir brauchen diesen Antrieb – hin zur Gnade Gottes. Und damit sind wir bei der letzten Sache, die wir lernen. Und das ist die Heilung für unser Herz. Was ist eigentlich die richtige Medizin für uns und woher kommt die Heilung?

3. Die Heilung für unser Herz
Paulus sagt es nicht explizit in diesem Text, woher die Heilung kommt. Ist euch vielleicht aufgefallen. Das Text an sich bleibt ein bisschen düster und ein bisschen deprimierend vielleicht. Erst ab Römer 3,21 entfaltet Paulus dann in mehreren Kapiteln, woher die Rettung kommt und was Gott getan hat. Und wir werden uns das im Detail erarbeiten in den nächsten Wochen. Aber ich habe gelernt, in der Vorbereitung zu dieser Predigt von einem Ausleger, dass auch in unserem Text, auch in unserem Text, die Heilung zumindest angedeutet ist. Sie ist zumindest angedeutet; ich versuche euch zu zeigen, wo. Wir haben diese Liste an alttestamentlichen Zitaten und da steht dann: „Ihr Rachen ist ein offenes Grab“ und „Sie betrügen mit der Zunge“ und dann kommt diese ganze Aufzählung und ganz am Ende, ganz am Ende in Vers 18 steht: „Sich Gott in Ehrfurcht zu unterstellen, käme ihnen nie in den Sinn.“ Und seht ihr, das ist das Grundproblem. Wörtlich steht hier: „Keine Gottesfurcht ist vor ihren Augen.“ Das wäre die wörtliche Übersetzung. Das ist das Grundproblem: Keine Gottesfurcht! All diese Auswüchse des sündigen Herzens, die Paulus hier aufzählt, sind die Folge von mangelnder Gottesfurcht. [Es ist] so wichtig, dass wir das verstehen. Denn der Umkehrschluss ist, dort, wo Gottesfurcht ist, dort, wo wirkliche Ehrfurcht vor Gott ist, dort werden sündige Herzen positiv verändert und erneuert und geprägt. Dort, wo Gottesfurcht ist. Das heißt, die Medizin, die Heilung für sündige Herzen, ist eine tiefe, fröhliche, liebevolle, begeisterte, leidenschaftliche Ehrfurcht vor Gott. Keine Angst! Angst und Gottesfurcht ist was völlig anderes. Keine Angst. Ich sage ganz bewusst: Eine fröhliche, tiefe, leidenschaftliche, begeisterte Ehrfurcht vor Gott. [In] Sprüche 16,6 steht: „Durch die Furcht des Herrn weicht man vom Bösen.“ Wodurch weicht man vom Bösen? Wodurch entzieht man sich diesem Herrschaftanspruch der Sünde? Durch die Furcht des Herrn, durch die Gottesfurcht. Wenn du entkommen willst, wenn du dieser Sklaverei der Sünde entkommen willst, dann brauchst du größere Ehrfurcht vor deinem Gott. Das ist das, was Paulus hier sagen will. Wenn du ein liebevollerer Ehepartner werden willst, brauchst du Ehrfurcht vor Gott. Wenn du ein besserer Vater, eine bessere Mutter werden willst, die Ehrfurcht vor Gott muss zunehmen. Wenn du ein leidenschaftlicher Nachfolger Jesu werden willst; wenn du jemand werden willst, der mit allem, was er hat, mit allen Gaben, mit all dem, was Gott dir gegeben hat, mit jeder Faser deines Lebens für Jesus leben und brennen willst: was brauchst du? Mehr Ehrfurcht vor Gott. Mehr Ehrfurcht vor Gott. Mehr leidenschaftliche Ehrfurcht vor Gott. Es geht nicht um Angst vor Gott, sondern es geht um Ehrfurcht. Und hier ist jetzt die Sache. Paulus sagt, diese Ehrfurcht produziert ihr in eurem Leben nicht durch das Gesetz! Nicht durch das Gesetz. Diese heilende Ehrfurcht, diese heilende Medizin der Ehrfurcht bekommt ihr nicht durch das Gesetz. Sondern durch die Gnade, durch das Evangelium. Durch ein neues, tieferes Staunen und Wahrnehmen dessen, wer Gott ist und wie er euch begegnet. Eine Stelle, wo das sehr deutlich wird. Psalm 130 Vers 4: „Doch bei dir gibt es Vergebung; bei dir Gott gibt es Vergebung, damit die Menschen dir in Ehrfurcht begegnen.“ Wodurch wird die Ehrfurcht hervorgerufen? Durch die Vergebung. Vergebung und Gnade hat das Ziel, Ehrfurch hervorzurufen in unserem Leben. Wie werden unsere Herzen geheilt vor dieser Rebellion der Sünde? Indem wir neu Ehrfurcht lernen, indem wir uns neu Gottes Gnade anschauen. So wichtig, dieser Gedanke. Nicht durch das Gesetz, sondern durch die Gnade. Leidenschaftliche, hingegebene Ehrfurcht wird hervorgerufen, wenn ein Mensch sagt: „Wow! Wow, Gott, was bei dir an Vergebung ist. Das ist unfassbar! Das ist unfassbar. Ich habe keine Kategorie, um das zu begreifen. Ich steh vor diesem Kreuz, an dem du deinen Sohn geopfert hast und ich begreife nicht, wie gnädig du bist. Ich begreife gar nicht, warum du immer noch um mich kämpfst; warum du mich immer noch suchst; warum du es immer noch mit mir probierst. Warum du so kämpfst für mich, warum du deinen Sohn opferst für mich. Ich begreife das nicht, ich staune! Ich stehe mit leidenschaftlicher Ehrfurcht vor dir.“ Das ist das, worum es geht. Das ist das, was unsere Herzen verändert. Nichts anderes verändert uns. Nicht das Gesetz! Das Gesetz ist nur der Spiegel. Das Gesetz führt uns in die Verzweifelung. Das Gesetz führt uns vielleicht in Angst und Furcht, aber zu echter, leidenschaftlicher, begeisterter Ehrfurcht führt uns die Gnade Gottes. Und die muss wirken, die muss spürbar sein in unserem Kopf, in unserem Herz, unserer ganzen Existenz. Das ist das, was wir brauchen. Dass Jesus sich geopfert hat für uns, für unsere Schuld, das ist der Grund, warum wir gleich das Abendmahl feiern. Das ist der Grund, warum wir regelmäßig das Abendmahl feiern. Das ist der Grund, warum wir alle zwei Wochen das Abendmahl feiern; weil im Abendmahl besser als sonst zum Ausdruck kommt: Hier ist Gnade, hier ist Vergebung, hier ist absolute Liebe, hier ist Opferbereitschaft Gottes, hier ist der Kampf Gottes um dich! Um dich... Und deshalb ist das Ziel eines Abendmahls nicht einfach nur, dass wir an Jesus denken und an das Kreuz, sondern das Ziel, ein Ziel des Abendmahls ist es, dass Ehrfurcht hervorgerufen und produziert wird in unserem Leben. Weil wir Jesus dort hängen sehen – für uns. Weil wir seinen Leib hingegeben sehen – für uns. Sein Blut geflossen – für uns. Seine Gnade sichtbar – für uns. Das Evangelium – für uns! Das ist die Ehrfucht, die hoffentlich im Zentrum steht, wenn wir gleich das Abendmahl feiern. Und die hervorgerufen wird in euren Herzen heute und in Zukunft immer mehr, diese Ehrfurcht. Die hervorgerufen wird durch Gottes Gnade, durch seine Vergebung, durch eine Beschäftigung mit dem, was er für uns getan hat. Diese Ehrfurcht ist das Mittel, ist die Medizin, die aus unseren sündigen Herzen Schritt für Schritt und nach und nach Herzen macht, die für ihn brennen und leidenschaftlich für ihn schlagen. Ehrfurcht ist das, was wir brauchen als Medizin für unsere sündigen Herzen. Mein Gott sagt: „Das ist die Wahrheit über dein Herz. Aber es gibt eine Antwort, es gibt Heilung. Und die Heilung findet ihr bei mir. In meine Gnade, in meiner Liebe, in meiner Vergebung. Das ist das, was euch verändert. Und das wünsche ich mir, dass diese Ehrfurcht uns vor Augen steht, wenn wir jetzt das Abendmahl feiern. Es ist eine Feier der Gnade Gottes, die ein Ziel hat in unserem Leben; dass wir ihn sehen, dass wir über ihn staunen und dass wir uns ganz neu fragen: Wie ehrfürchtig begegne ich diesem Gott, der so viel für mich getan hat. Amen.
1Wörtliches Zitat: „Eine Dame nimmt einen Spiegel, sieht hinein und entdeckt einen Fleck auf ihrem Gesicht. Das ist der rechte Zweck des Spiegels; er soll Flecken offenbaren; aber ihr habt nie davon gehört, dass eine Dame es versucht hätte, ihr Gesicht mit einem Spiegel zu waschen, denn dazu ist er nicht da. Nein, der Spiegel zeigt uns die Flecken, aber er kann sie nicht wegnehmen. Unsere Flecken finden wir zunächst vermittels des Gesetzes azfm aber damit sie weggenommen werden können, müssen wir zu Jesu Christo, dem Heiland gehen.“

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen