Montag, 17. Oktober 2011

Meine erste öffentliche Predigt!

Am 9.10.2011 habe ich Zuhause in meiner Heimatgemeinde - der Andreasgemeinde Osnabrück - predigen dürfen. Seit wenigen Tagen ist die Predigt jetzt auch im Internet downloadbar.
Hier könnt ihr die anhören bzw. downloaden.

Ich stelle euch auch noch mein Manuskript hier rein - dann könnt ihr vergleichen, wie viel vom Inhalt geplant war und wie viel geführt!
Wie Jonathan Edwards sagte: Du musst alles ganz genau planen, und wenn der Heilige Geist kommt, bereit sein, alles über den Haufen zu werfen.

Wie ihr seht habe ich mich an das - meiner Meinung nach sehr jilfreiche - EVA-Modell gehalten, dass uns an der FTH vermittelt wird, schon im zweiten Semester, Homiletik 1! Dabei steht E für Erklären, der erste Schritt eines jeden Predigtpunktes muss das grundsätzliche Erklären des Bibeltextes sein. Danach komm V wie Veranschaulichen. Man sollte ein Bild, ein Zitat oder eine Geschichte einflächten, die das erklärte deutlicher macht. Und am Schluss steht die Anwendung, die den Bibeltext auf die Lebenssituation der Zuhörer anwendet.


In diesem Sinne wäre ich Dankbar für alle konstruktive Kritik!


Einleitung

Wer von euch hat Herr der Ringe: Die Zwei Türme gesehen? Einer der wichtigsten Teile dieses Filmes ist die Schlacht von Helms Klamm. Dort haben sich die Menschen versammelt, in einer Burg verschanz. Draußen ist die größte Armee von Orks, die der Kontinent ja gesehen hat. Und alles sieht nach Untergang aus. - Es scheint keine Hoffnung mehr zu geben und es scheint, als würde das Böse gewinnen, als sei es aus für die Menschen und die Helden, die in der Burg gefangen sind.
Doch dann erscheint auf einmal Licht am Boden einer Halle und Aragorn – einer der wichtigsten Figuren in Herr der Ringe – erinnert sich an die Worte des klugen und mächtigen Zauberers Gandalf: „Erwartet mein Kommen beim ersten Licht es fünften Tages. Bei Sonnenaufgang. Schaut nach Osten.“ Und dann reiten sie nach draußen, schlagen noch einige Orks in die Flucht und draußen, auf einem Hügelkamm, steht Gandalf. Und mit ihm gekommen sind 2000 Reiter – und die Schlacht ist gewonnen.
Das ist eine der bewegendsten Szenen in dem Film – und auch in den Büchern. Denn es zeigt die Gebundenheit an die Gemeinschaft. Auch ein Kämpfer wie Aragorn schafft es nicht alleine gegen die Armee des Bösen in dieser Stellung. Er ist angewiesen darauf, dass seine Freunde und Verbündeten ihm helfen.
Paulus ging es ähnlich. Er war ein erprobter Kämpfer seiner Zeit. Er kannte die Waffenrüstung Gottes ein uns auswendig. Kennt ihr das, wenn einem die eigenen Kleider so vertraut sind, dass man die kleinen Löcher auswendig kennt? Paulus kannte die Dellen in seinem Helm des Heils. Er wusste um die schwachen Nähte in seinen Sandalen der Bereitschaft zur Verkündigung des Evangeliums. Deswegen fordert er immer wieder die Christen in seinen Briefen auf, für ihn zu beten, mit ihm Gemeinsam vor dem König der Könige zu stehen und zu beten.
Wer von euch eine Bibel dabei hat, kann Römer 15,30 aufschlagen.
Paulus schreibt dort an die Christen in Rom:
„Geschwister, wir sind durch die Liebe, die der Heilige Geist wirkt, miteinander verbunden. Deshalb bitte ich euch im Namen Jesu Christi, unseres Herrn, dringend darum, mir kämpfen zu helfen, indem ihr in euren Gebeten vor Gott für mich einsteht.“
Ausgehend von diesem Text will ich heute drei Dinge mit euch ansehen und euch ermutigen, in eurem Leben umzusetzen.

  1. Wir kämpfen... wegen der Gemeinschaft.
  2. Wir kämpfen... für das Evangelium.
  3. Wir kämpfen... durch das Gebet!

Wir stehen in einem Kampf in dieser Welt. Aber wir sind eine Gemeinschaft, haben einen gemeinsamen Herrn. Er ist der König der Könige, der Herr der Herren. Wir brauchen keine Angst zu haben. Wir haben einen gemeinsamen Herrn, deswegen sollten wir an einer Front kämpfen.

1. Wir kämpfen wegen der Gemeinschaft.
Erklären: Paulus bittet in dieser Stelle nicht einfach nur, dass man für ihn betet. Es ist ein Aufschrei. Er wirft alles in die Waagschale, was er hat, ist euch das aufgefallen? Sowohl den Heiligen Geist als auch Jesus. Wir sind verbunden, sagt er – durch die Liebe, die der Heilige Geist wirkt. Und weil die den gleichen Herrn haben, Jesus Christus, den gekreuzigten Erlöser-König, den wir feiern! Paulus hatte die Christen in Rom nie kennengelernt. Er wollte dort bald vorbeikommen, aber er kannte sie nicht persönlich. Aber trotzdem kann er auf den gleichen Boden bauen. Denn da gibt es die Gemeinschaft, die zwischen den Christen in Rom und ihm herrscht.
a) Der Gemeinsame Herr. Paulus sagt: „im Namen Jesu Christi, unseres Herrn“. Die Christen in Rom sind mit dem gleichen Blut erkauft wie Paulus selbst. Sie gehören zur gleichen weltweiten Gemeinde und glauben an den selben Gott. Das verbindet Paulus mit ihnen. Er ist sich sicher, dass dieser Satz bei ihnen wirklich treffen wird: Wir haben den selben Herrn, den selben König! Wir sind ein Volk, keine Unterschiede mehr zwischen Arm und Reich, Gut in der Schule oder nicht, 'Karrieremensch' oder 'Letzte Reihe Diener'. Wenn wir vor unserem Herrn zusammenkommen, dann sind wir alle gleich und alle eins – dann sind wir sein Volk, dass ihn anbetet.
b) Der gemeinsame Geist. Paulus sagt: „Wir sind durch die Liebe, die der Heilige Geist wirkt, miteinander verbunden“ Für Paulus ist das Konzept der Gemeinschaft keine Theorie. Es geht nicht um leblose Theologische Wahrheit. Denn was im Evangelium deutlich wird, wird durch den Geist lebendig gemacht. Denn durch den Geist, schreibt Paulus, ist uns die gleiche Liebe gegeben. Wir sind durch die Liebe, die der Geist gibt, miteinander verbunden. Seht ihr, wie tief diese Verbindung geht? Wenn zwei Menschen sich lieben, dann haben sie eine tiefe Verbindung. Ich bin immer wieder begeistert, wie Gott das Konzept der Ehe in die Menschen hineingelegt hat. Wenn ich Paar treffe, die schon lange zusammen sind und gemeinsam auf das gleiche Ziel laufen, dann beeindruckt mich ihre Einmütigkeit und vor allem, wie sie sich kennen, und sich auf das Gegenüber abgestimmt haben. Das ist wunderbar zu sehen. Und gleichzeitig ist die Liebe, die uns Christen einen sollte eine viel Tiefere. Denn sie ist nicht 'nur' durch irgendwelche Gefühle und Emotionen hervorgerufen und keine Zweckgemeinschaft. Der Geist wirkt eine Liebe in uns, die tiefer ist als jede menschliche Liebe. Das meinte Jesus, als er in Johannes 17 sagt: „Ich bete, dass sie alle eins sind, und zwar so, wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen sie in uns eins sein.“ Wir sollen genau so eins seien, Gemeinschaft haben, wie es bei Jesus und dem Vater der Fall war. Das ist das Ziel für die Gemeinde, dazu befähigt und der Geist, und dazu brauchen wir den Herrn, der am Kreuz hängt, damit wir uns immer auf unsere gemeinsame Grundlage zurückbesinnen. Und das ist Jesus. Wir haben einen gemeinsamen Herrn, Leute! Einen Herrn, nicht viele Grafen. Also sollten wir doch auch an einer Front kämpfen.
Veranschaulichen: Ich finde es immer wieder ein Erlebnis, an einem Sonntag in eine neue Stadt zu kommen. Ich habe immer direkt einen Anlaufpunkt, um neue Menschen kennenzulernen. Ich gucke im Internet nach einer Gemeinde und weiß, dass ich dort Anschluss finden werde: Weil es meine Familie ist. Ich mag dort noch niemanden mit Namen kennen, aber ich weiß, dass wir Gemeinschaft haben, weil uns der gleiche Geist und der gleiche Herr vereint. Kennt ihr nicht dieses Gefühl, wenn ihr auf der Autobahn fahrt, und euch überholt ein Auto mit einem Fisch hinten drauf? Oder ihr sitzt an einem Bahnhof und ihr entdeckt auf dem anderen Gleis eine junge Frau, die in einer Bibel liest? Oder ihr sitzt in einem Schnellrestaurant, und vor euch in der Kasse summt ein junger Mann 'Blessed be your Name' vor sich hin? Ich bekomme dann dieses Kribbeln, weil ich weiß, dass mich mit ihm mehr verbindet als nur die gleiche Autobahn, der gleiche Zug oder der gleiche Appetit auf Fleischbrötchen. Es ist eine Verbindung da, die durch mehr geschaffen ist, als gleiche Interessen und Emotionen, körperliche Angezogenheit oder geteilte Hobbys. Es herrscht der gleiche Geist und noch viel wichtiger, der gleiche Herr, der uns diesen Geist durch seinen Tod am Kreuz ermöglicht hat.
Anwenden: Das bedeutet alles, dass wir ein Volk sind – und sooft sehe ich das nicht wirklich bei den Christen. Wir zeigen keine Gemeinschaft, sondern Gespaltenheit. Damit will ich nicht sagen, dass unterschiedliche Ansichten in manchen Fragen unwichtig sind. Aber ich will damit sagen, dass wir uns oft viel zu ernst nehmen. Wie oft glauben wir, dass an uns das Überleben der Gemeinde hängt, weil wenn die Gemeinde nicht unsere Sicht der Ding annimmt, dann ist sie ja auf einem falschen Weg. Und dann zerstreiten wir uns lieber dadrüber, ob Kinder getauft werden sollten oder nicht, anstatt es in Liebe und Gemeinschaft zu diskutieren. Es gibt soviel unnötigen Streit unter den Christen, der uns daran hindert, gemeinsam zu kämpfen. Dieser Text sagt so deutlich, dass wir einen gemeinsamen Herrn haben, da sollten wir doch auch an der gleichen Front kämpfen. Wir verhalten uns lieber so, als würden wir verschiedenen Grafschaften dienen, die eigene Ziele verfolgen. Wir in Deutschland zur Zeit der Reformation. Jeder kleine Ort war sein eigenes Reich, hatte eigene Steuern – und es gab zwar einen Kaiser, aber irgendwie war man doch eher seinem Landesherren hörig. Aber wir haben einen Herrn, sind durch das gleiche Blut erlöst worden! Versteht ihr, was ich meine? Es ist der gleiche Jesus, das gleiche Kreuz, das gleiche Blut, der gleiche Schrei: 'Es ist vollbracht'. Es ist die gleiche Sünde in uns, die all das nötig gemacht hat! Vor Gott sind wir alle gleich, weil wir nichts zu bringen haben; es ist alles Gnade! Wir sollen eine Gemeinschaft bilden, die vor dem Kreuz auf die Knie geht, ihren Herrn gemeinsam anbetet! Wir haben doch alle den gleichen Erlöser-König, deswegen sollten wir auch an einer Front kämpfen. Und was ist diese Front, wo kämpfen wir?

2. Wir kämpfen für das Evangelium.
Erklären: Paulus schreibt: „[Ich bitte euch], mir kämpfen zu helfen.“ Er bittet die Christen in Rom darum, in einen Kampf mit ihm zu treten. Das Wort, das er hier benutzt, kommt nur einmal vor im Neuen Testament, genau an der Stelle. Aber das Wort kommt von dem Wort für Ringkampf. Einen Kampf im Stadion – das ist unser Kampf, in den wir mir Paulus treten sollen. Aber woher kommt der Kampf? Paulus beschreibt in dem ganzen Kapitel 15 seinen Auftrag als Apostel. Er schreibt zum Beispiel in Vers 15b und 16:
Gott hat mich ja in seiner Gnade dazu berufen, ein Diener Jesu Christi unter den nichtjüdischen Völkern zu sein. Indem ich ihnen das Evangelium Gottes bekannt mache, erfülle ich gewissermaßen einen priesterlichen Auftrag; denn sie sollen eine Opfergabe werden, an der Gott Freude hat, eine Opfergabe, die durch den Heiligen Geist geheiligt ist.“
Für Paulus liegt der Kampf im Evangelium, seinem Dienst an der Guten Nachricht von Jesus. Und ich frage mich, wie oft wie kämpfen für das Evangelium. Wir geben unser Bestes, um nicht negativ aufzufallen. Die Menschen sollen uns nicht für blöde halten, weil wir an Gott glauben. Wir passen unsere Botschaft an die Menschen an, denen wir begegnen. „Ach, die geht es psychisch nicht gut? Dann ist Jesus dein großer Therapeut auf den Wolken.“ „Ach, du hast nicht genug Geld auf dem Konto? Dann ist Jesus dein großer Versorger in deinem Geldbeutel.“ „Ach, das Mädchen, dass du liebst hat dich zurückgestoßen? Dann ist Jesus der große Arzt für dich, der zerbrochene Herzen heilt.“ Versteht ihr, was ich meine? Wir kämpfen nicht mehr, ringen nicht mehr um die Botschaft, die hinter dem Kreuz steht. Wir haben es aufgegeben, zu kämpfen, weil Jesus ja das alles auch sein kann. Aber das große Problem der Menschen, ihre schreckliche Sünde, ihre naturelle Feindschaft gegenüber Gott, haben wir vergessen zu übermitteln. Die Menschen werden nicht gerettet, wenn sie in Jesus ihren Therapeuten finden! Das müssen wir verstehen. Errettung geht nicht vorbei an Erkenntnis der eigenen Sünde und der eigenen Rebellion gegen Gott, Feindschaft gegenüber Gott und einer heiligen, wunderbaren, erfüllenden, liebevollen, leidenschaftlichen Ehrfurcht vor dem Kreuz! „das ist mein Herr, das ist mein Heiland. Ihn liebe ich, ihm will ich dienen“ ER (!) erfüllt mich mir Freude und Glück. Nicht das Geld in meinem Geldbeutel, nicht die Frau, die sich bei mir einharkt (oder der Mann, ihr versteht was ich meine!), nicht der Job, der mir Ehre und Ruhm bringt! Jesus ist alles für mich.
Veranschaulichen: Der amerikanische Pastor Matt Chandler sagt einmal: „Ihr könnt das Evangelium nicht so weit anpassen, dass es nicht länger das Evangelium ist!“ Das Evangelium bleibt ein Anstoß, es bleibt ein Kampf, ein ringen um die richtigen Worte; um die Vollständigkeit!
Aber ich will eines ganz klar sagen: Wir kämpfen nicht gegen Menschen. Diese ganze Sprache von Kampf und Soldaten Christi und so, die wir in der Bibel finden; unsere Feinde sind keine Menschen. Die Menschen sollen wir lieben; ihnen dienen; uns geringer achten als sie. Sie sind nicht unsere Feinde, sondern unsere Menschenbrüder.
Anwenden: Wenn wir Menschen auf der Straße begegnen, wie denken wir über sie? Es sollte für uns keinen Unterschied machen, ob derjenige ein Dach über dem Kopf hat oder im Schlosspark kapiert. Ob sie bei der Sparkasse Geld zählt oder im Hasepark nachts ihren Körper verkauft. Ob er mit Genuß Genmais isst, oder sein Gemüse im Garten anbaut. Ob er CDU wählt oder Die Linke. Ob er seine Frau mit seiner Sekretärin betrügt oder sich jeden Samstag Zeit nimmt, um mit seinen Kindern auszugehen. Ob er das Geld, das er beim Pizzaausliefern verdient, ausgibt, um Rosen für seine Frau zu kaufen oder Schnapps für seine 'Freunde'. Wenn das für euch einen Unterschied macht, dann habt ihr die Gnade Gottes nicht verstanden – er hat uns geliebt, als wir noch Sünder waren. Wir haben ihm die Feindschaft erklärt – und wie oft sehen wir das immernoch in unserem Leben durch das, was wir tun und lassen. Und er hat uns schon genug geliebt, um selbst für uns zu sterben – ist euch das eigentlich bewusst? Wir denken immer, dass es ja nicht zumutbar ist, mit einem stinkenden Obdachlosen in einem Rastaurant zu sitzen und ihm bei einem Mittagessen von der überwältigenden Liebe und Heiligkeit Gottes zu erzählen. Das ist ja nicht zumutbar, das eine ganze Stunde zu riechen. Aber für Jesus was es zumutbar, für dich am kreuz zu sterben? Zu verbluten? Angespuckt und verspottet zu werden? Am Kreuz zu hängen, festgehalten durch Sägel in Händen un Füßen? Das ist zumutbar? Das hat er für dich getan!
Ist Jesus dein Rollenmodell? Willst du wirklich werden, wie Jesus war? Das bedeutet nämlich, dass wir auf die Knie gehen, uns den Menschen die Füße waschen. Das bedeutet, dass wir mit den Säufern, Prostituierten und Obdachlosen rumhängen – das ist der Kampf, von dem Paulus redet. Es geht um den Kampf, der eigenen Genügsamkeit kleinbei zu geben und sich lieber in sein Wohnzimmer zu verkriechen, als auf der Straße zu stehen.
Natürlich ist hier auch von einem geistlichen Kampf die Rede. Es gibt auch einen Feind, der unsere Bemühungen vernichten will, der will, dass wir kleinbei geben. Das ist gar keine Frage. Aber Wir benutzen das viel zu oft als Ausrede. Erstmal müssen wir unsere Angst besiegen – und dann die Angriffe des Feindes. Wir haben einen wunderbaren Herrn, der für uns gekämpft hat. Und das hier ist unsere Front, an der wir kämpfen sollte: Gemeinsam für das Evangelium, für den blutenden Erlöser-König.

3. Wir kämpfen durch das Gebet!

Erklären: Paulus schreibt: „[Kämpft mit mir], indem ihr in euren Gebeten vor Gott für mich einsteht.“ Das ist die Waffe, die wir haben. Wir kämpfen mit Paulus, mit unseren Gemeindeleitern und unseren Ältesten, nicht indem wir uns ein Küchenmesser in die Handtasche stecken oder Pfefferspay bei uns tragen. Wir haben eine Waffe bekommen von Jesus, um im Kampf durchzuhalten: Das Gebet! Ihr habt ja schon viel darüber gehört, aber ich will euch auf einen besonderen Aspekt noch einmal hinweisen. Warum beten wir eigentlich? Es ist doch so, dass Gott das alles schon weiß. Er ist allwissend! Er ist souverän über diese Welt – das bedeutet, dass diese Situation nicht außerhalb seines Wirkens liegt. Warum beten wir dann? Sicher nicht, um ihn zu informieren, was wir brauchen.
In Jesaja 62,6-7 steht folgendes:

„Ich habe Wächter auf deine Mauern gestellt, Jerusalem! Ihr Rufen verstummt nicht einen Augenblick, weder am Tag noch in der Nacht. Ihr Wächter sollt Jahwe an Jerusalem erinnern! Gönnt euch keine Rast, und lasst ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem wieder so hergestellt hat, dass alle Welt die Stadt rühmt.“

Hört ihr Gott rufen? Lasst mir keine Ruhe! Vorher hat er in dem Kapitel schon alles genannt, was er machen will. Und trotzdem sagte er: Lasst mir keine Ruhe! Hört nicht auf mit zu fragen, mich damit zu bestürmen, an meine Tür zu klopfen immer und immer und immer wieder, bis ich euch geantwortet habe!
Gott liebt es, von uns gebeten zu werden. Er genießt unser Bitten, weil es Kommunikation ist – und Anbetung seiner Allmacht!
Veranschaulichen: Es gibt ein äthiopisches Sprichwort, das heißt: „Viele Spinnen können einen Löwen festbinden.“ Und damit kommen wir zurück zu der Gemeinschaft, zu dem Kampf. Die Bibel sagt uns, dass der Teufel sich manchmal aufführt wie ein brüllender Löwe. Und jetzt stellt euch vor, was viele Leute im Gebet bewirken können. Wir können den Löwen festbinden, weil wir Gott auf unsere Seite haben. Francis Chan beschreibt einmal die Sicherheit bei Gott im Bezug auf Angriffe. Er sagt:
„Und dann gibt es Menschen, die sich gegen mich erheben und ich sage: „Du willst dich gegen mich erheben? Na los, komm schon. Aber ich sage dir, das wird lächerlich werden, weil mein Gott mich beschützt. Du kannst mir gar nichts anhaben. Ich habe meinen Gott – und er kümmert sich immer um mich.“
Ich will nicht sagen, dass uns niemals etwas passieren kann – aber wir haben Jesus. Auf unserer Seite! Für uns. Und wenn Menschen sich gegen uns erheben, ist er immer unsere Zuflucht und am Ende bleiben wir hier für sein Königreich oder gehen schon ein in die Ewigkeit. Er kämpft auf unserer Seite.
Anwenden: Und jetzt sehr eure Gemeinde an, überlegt wie ihr teil habt an dieser Bewegung, an dieser Kraft, die Gott uns gibt. Sollten wir nicht auf den Knien legen und mit den Christen in der ganzen Welt für das Evangelium kämpfen? Um uns herum gehen die Menschen verloren – und wir haben eine mächtige Waffe. Aber wir benutzen sie nicht. Wir verlassen uns auf unseren Verstand. Wir verlassen uns auf das Anpassen des Evangeliums an unsere Kultur, unsere Bedürfnisse. Aber wir haben so eine mächtige Waffe – das Gebet. Wir können damit den Löwen binden, wir können damit Teil haben an Gottes Mission auf dieser Erde. Versteht ihr die Tragweite davon. Gott braucht uns nicht um ans Ziel zu kommen. Aber er liebt es, wenn wir ihn bitten, wenn wir vor ihm auf den Knien sind. Er genießt es, wenn wir zu ihm rufen. Und dann lässt er uns teilhaben an dem, was er tut!

Schluss
Stellt euch vor, was aus dieser Gemeinde werden kann, wenn sie auf den Knien liegt. Die amerikanische Rockband Petra hat eine Songzeile, in der sie singen: „Geh auf deine Knie und kämpfe wie ein Mann!“ Stellt euch vor, welche Macht uns in die Hand gelegt ist, wenn wir nur bereit sind zu kämpfen. Es gibt da eine Front, und wir sollten an ihr kämpfen. Die wichtigste Waffe, die wir haben, ist das Gebet. Und die Botschaft, die wir haben, ist ein Anstoß für die Menschen. Aber in ihr liegt auch die Hoffnung für die Welt – für jeden einzelnen Menschen. Der gekreuzigte Erlöser-König ist die Hoffnung für die Welt. Das Kreuz, das Blut, der Schrei, das Lamm, dass für uns geopfert ist. Es ist es wert, dafür zu kämpfen. Jesus ist es wert, dass wir ausgelacht werden. Er ist es wert, dass wir verjagt werden. Er ist es wert, dass wir verspottet werden. Er ist es wert, dass wir unser Leben geben, damit seine Ehre groß gemacht wird. Er ist es wert, dass wir ihm dienen.
Wir haben einen gemeinsamen Herrn – lasst uns an einer Front kämpfen!

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