Donnerstag, 12. Januar 2012

'Amazing God' Momente

Vom Gott-erleben im Alltag

Wenn man sich die Beschreibungen anhört, die manche Menschen von Gott abgeben – selbst welche, die seit Jahren mit Jesus auf dem Weg sind – dann fragt man sich, ob sie Gott wirklich kennen, oder nur vom Hörensagen von ihm gehört haben.
Wahrscheinlich habe ich als Theologiestudent mehr den Drang dazu, Gott in meine Systeme und griechische Formentabellen zu quetschen, als es der Künster oder die Hausfrau aus meiner Gemeinde hat. Aber zu einem gewissen Maße, fühlen wir uns alle dazu gedrängt, Gott in unseren Kopf zu bekommen.
John Piper hat es in einem Blogpost vor kurzen so ausgedrückt, dass wir manchmal versuchen, den Himmel in unseren Kopf zu drücken – doch dass es eigentlich dadrauf ankommt, den Kopf in den Himmel zu heben.
Ich fand das irgendwie ein faszinierendes Bild, das mich auch in meine Stille Zeit hinein verfolgt hat. Meine Frage an Jesus war: Wie schaffe ich das? Wie erlebe ich Gott – bekomme meinen Kopf in den Himmel, nicht den Himmel in meinen Kopf? Wie entfliehe ich meinen Systemen und erkenne einfach nur die Größe Gottes – die alle Erkenntnis übersteigt?

'Amazing God' Momente
Und vor drei Tagen bekam ich eine Antwort darauf. Ich habe gerade in meiner 3650-Herausforderung (eine wunderbare Angelegenheit, zu der ich jeden Leser ermutigen will) gerade Apostelgeschichte 9 gelesen; das Zeugnis, wie sich der Christenverfolger Saulus zum Nachfolger Paulus verwandelte. Paulus hatte die Mutter aller 'Amazing God' Momente in dem Moment, in dem er gerade im Begriff stand, einige hundert Menschen wegen ihrer religiösen Überzeugung zu vernichten. Aber Gott... Wie oft stehen diese zwei Worte im Leben eines jeden Christen. „Ich wollte das und wollte dies und plante jenes; aber Gott...“ Es fängt mit der Bekehrung an, in der Gott das erste mal eine 180° Drehung mit dem Menschen vollführt. „Ich rannte in diese Richtung; aber Gott veränderte alles.“ Und es durchläuft viele Phasen, in denen Gott an uns arbeitet und uns mehr und mehr in das Ebenbild seines Sohnes verändert. Nicht wir – Gott! Erst sehen wir nur uns – aber dann Gott, und alles wird anders.
Paulus war auf dem Weg nach Damaskus und wollte die Christen dort verfolgen, ins Gefängnis werfen, nach Jerusalem bringen und wahrscheinlich umbringen, wie man es vorher mit Stephanus getan hatte. Aber Gott... Er erscheint dem Paulus auf dem Weg, und alles wird anders.
Ich will nicht bezweifeln, dass manche Menschen durch das Lesen von akademischen Büchern (Theologie oder jede andere Disziplin) zu 'Amazing God' Momenten kommen können. Aber einen Weg habe ich zu lange ignoriert, bis er sich mir erschlossen hat.

'Amazing God of the Bible' Momente
Denn als ich am Morgen hier saß und meine Kapitel las, Apostelgeschichte 9 aufschlug und so die Geschichte in mich aufnahm, wie Gott den größten Missionar aller Zeiten umkrempelte und zu einem mächtigen Werkzeug machte, da fiel mit ein Vers ins Auge:
„Saulus aber trat umso entschiedener auf und brachte die Juden von Damaskus durcheinander, weil er ihnen beweisen konnte, dass Jesus der Messias ist.“ (Apg 9,22)
Paulus ging später immer zuerst in die Synagogen um dort zu lehren. Aber es war dieser letzte Nebensatz, der mich trag: Er bewies ihnen, dass Jesus der Messias (wörtlich: der Christus) ist. Er bewies ihnen?! Natürlich ist damit nicht gemeint, dass er einen empirischen Beweis hätte bringen können, der den kritischen Augen heutiger Theologen standgehalten hätte; dafür braucht es wohl einiges mehr, manchmal zuviel, wie es scheint. Aber Paulus kannte die Heilige Schrift des Judentums sehr genau – und konnte anhand dieser Schrift zeigen, dass Jesus der verkündigte, angekündigte und gekommene Messias ist; der Erlöser Israels und der Retter der ganzen Welt.
Doch denkt einen Moment darüber nach, was passiert wäre, wenn Gott sich nicht dazu entschieden hätte, seine Gnade an Paulus zu offenbaren und ihm zu seinem Werkzeug zu machen? Das Evangelium wäre nie das Europa gekommen; geschweige denn in den 'Gottesstaat' USA! Wir hätten nicht die erste Abhandlung zur Rechtfertigungslehre (Römerbrief), einige der wunderbarsten christlichen Lieder (im Kolosser und Philipper). Matt Redman singt: „Where would we be without your love – still be lost in darkness!“ Und diese Liebe Gottes hat sich erst durch Paulus über die Grenzen Palästinas hinaus verbreitet.
Weil er den Menschen beweisen konnte, dass Jesus der Messias ist; weil Gott eingegriffen hat und sich ein Werkzeug geschaffen hat, das mächtiger war als alles spätere. Und davon nicht genug. Es bringt uns auch einen 'Amazing God' Moment, weil es einige treue Männer gab, die das ganze aufgeschrieben haben (sogar mehrmals in der Apostelgeschichte). Wir lesen davon, wie groß Gott ist und wie er handelt und stehen staunend davor und sagen: „Amazing (,) God!“
An diesem Morgen habe ich an dieser Stelle meine Bibellese unterbrochen und bin ich spontanen Lobpreis ausgebrochen. Aus Dankbarkeit, vor Staunen, voller Unverständnis über diesen großen Gott.


Gods Bless,

Restless Evangelical

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