Mittwoch, 4. Januar 2012

Woher wisst ihr, dass ich die Wahrheit rede?

Ein Rückblick auf den gestrigen Passion-Abend

Heute nacht um viertel vor 2 begann der Live Stream der dritten Main-Session auf der Passion Conference in Atlanta; 48.000 Jugendliche (mehr als doppelt so viele Jugendliche, wie es letztes Jahr waren!) sind zusammen gekommen zu einer der größten Jugend- und Lobpreiskonferenzen der Welt.
Die Redner welchseln seit vielen Jahren nur noch darin, dass manchmal jemand Neues im Team erscheint. Aber einige Namen (sowohl bei den Rednern als auch bei den Musikern) sind seit Jahren die selben.
John Piper, Beth Moore, Francis Chan, Louie Giglio – das sind Namen, die bekannt sind für gesunde Lehre.
Matt Redman, David Crowder, Chris Tomlin, Charlie Hall – das sind Namen, die bekannt sind für lebendigen Lobpreis, der Jesus im Mittelpunkt, am Anfang und am Ende hat.
Ich bin dankbar, dass in diesem Jahr zum zweiten mal jede Main Session auch per Live Stream in alle Enden der Erde übertragen werden, und man so auch Live dabei sein kann, ohne dass man nach Atlanta fliegen muss → obwohl man sich das wohl nicht entgehen lassen wollten.

Zwei Dinge sind mir gestern hängen geblieben, über die ich an dieser Stelle etwas schreiben wollte.

  1. God doesn't speak english – God speaks World!“ ~ Chris Tomlin
In seiner Lobpreiszeit hat Chris Tomlin irgendwann seinen Kassenschlager How Great Is Our God angestimmt. Vorher hat er davon berichtet, dass er im letzten Jahr auf Welttournee war und in jedem Land dieses Lied in einer anderen Sprache lernen durfte. Viele afrikanische Sprachen, asiatische, europäische, südamerikanische Sprachen hat er lernen dürfen – jedenfalls einige Worte; und er hat die Passion-Gemeinschaft in Atlanta und im Internet daran teilhaben lassen. Auf Portugiesisch, Spanisch, Russisch und einem afrikanischen Dialekt aus Uganda (den Namen der Sprach habe ich nicht mitbekommen) wurde das Lied gesungen – und immer wieder auch die Englischen Strophen. Am Ende sagte Chris Tomlin den o.g. Satz: „Gott spricht nicht englisch – er spricht Welt!“
Das ist ein beeindruckender Satz; zuerst einmal für einen Amerikaner. In den letzten Monaten und Jahren sind die ja eher dafür bekannt geworden, dass sie nicht einmal das Land lokalisieren könne, in dem sie gerade Krief führen. Eine globale Perspektive zu bekommen ist dabei unglaublich heilsam. Wir setzen oft unsere Erfahrungswelt – und das heißt meistens: unsere Kultur – gleich mit der richtigen Art und Weise, Gott anzubeten. Wenn bei uns gebetet wird, dann geschieht das in ruhiger Atmosphäre, einer nach dem Anderen mit kurzen Unterbrechungen, um sich die richtigen Worte zusammenzulegen. Wenn wir dann in eine Gebetsversammlung kommen, in denen 'koreanisch' gebetet wird – höchstens in kleinen Gruppen, jeder so laut, dass er gerade seine eigene Stimme hören kann – dann empfinden wir das als unordentlich; als schlechtes Zeugnis; und finden unsere Bibelstelle, um begründen zu können, dass das ein 'charismatisches Durcheinander' (charismatic chaos) ist, dass biblisch angeblich völlig daneben liegt. Dass es Paulus in jener Stelle (1Kor 14,26ff; besonders Vers 33) vor allem darum geht, dass es keinen Unfrieden geben soll (das ist der Gegenteil von Ordnung in dem Vers!). Doch darauf kann ich gar nicht so detailiert eingehen. Was der Fehler ist, ist unsere Kultur mit 'richter Anbetung' gleichzusetzen.
Heute noch habe ich ein Video gesehen mit John MacArthur, in dem er gesagt hat: „Ich interessiere mich nicht für irgendeine Kultur, als für die biblische!“ Nun, wäre das wahr, dann müsste er in Sackleinen gekleidet und Sandalen herumlaufen. Seinen Bart müsste er lang wachsen lassen. Einen Blog, Internet- und Radiodienst betreiben, Klimaanlagen in der Gemeinde laufen lassen, sogar Bücher drucken lassen wäre dann nicht mehr drin.
Versteht ihr, was ich meine? Jeder von uns ist in irgendeiner Kultur verhaftet und denkt in ihr, hat ihre Denkvoraussetzungen und Wertvorstellungen übernommen. Es ist wichtig, das zu verstehen und zu reflektieren; und dann zu der Erkenntnis zu gelangen, dass Gott nicht englisch spricht (oder Deutsch, oder Volxbibel, oder Elberfelder, oder Christianese)! Gott! Spricht! Welt!

  1. „How do you know, that I am speaking truth?“ ~ Francis Chan
Später hat Francis Chan seine Message gehalten – und es war wie immer eine Erlebnis. Auf der Seite des Passion-Livestreams sind neben dem Video die Twitternachrichten zu sehen, in denen passion2012 und ähnliche begriffe vorkommen. Ich musste lachen, als dort eine Minute nach dem Anfang der Botschaft von Francis jemand twitterte: „Ich kann schon jetzt Francis Händen nicht mehr folgen!“ Francis ist mit Sicherheit einer der begabtesten Redner innerhalb der New Calvinists. Der Größte Gestiker ist er sicher nicht.
Aber seine Botschaft war sehr wichtig. Wenn man sie auf einen Satz zusammenschrumpfen will, dann ist es dieses Zitat oben: „Woher wisst ihr eigentlich, dass ich die Wahrheit rede?“ Und dann hat er viele Beispiele genannt, in der Bibel und unserer Erlebenswelt, dass es Menschen gibt, die wissentlich oder unwissentlich etwas Falsches für die Wahrheit ausgeben. „Du kannst alles aus diesem Buch ableiten.“, sagte Francis an einer Stelle und meinte die Bibel. Aber wenn du in der Bibel lebt, wenn du sie in und auswendig kennst; wenn du ihre große Geschichte und ihren großen Gott kennst, dann kannst du Wahrheit von Lüge unterscheiden. Dann kannst du sehen: Hey, das ist doch nicht wirklich das, was dieses Buch sagt, was dieser Jesus sagt!
Die Aufforderung ist: Lies die Bibel für die selbst. Hör nicht auf damit; lebe darin, trinke jeden Tag, sooft zu kannst, aus diesem Brunnen; bleibt in Kontakt mit dem, der die Wahrheit ist durch das Buch, dass er uns dazu gegeben hat.
Ich fand das eine wichtige Botschaft, weil ich mich in diesem Jahr mit ein paar Freunden daran gemacht habe, die 3650-Herausforderung anzunehmen. Das ist die Herausforderung, in diesem frischen Jahr jeden Tag 10 Kapitel aus der Bibel zu lesen. 10 Kapitel am Tag werden dich 4 mal durch die Evangelien führen, 2 mal durch die 5 Bücher Mose, 4 Mal durch die Paulusbriefe, 5-6 Mal durch die anderen Briefe der Bibel, ebenso oft durch die Weisheitsliteratur, 2 Mal durch alle Psalmen, einmal im Monat durch die Sprüche, 1-2 Mal durch die Geschichtsbücher im Alten Testament und ebenso oft durch die Propheten und zum Schluss auch alle 4 Wochen durch die Apostegeschichte. Dieses System ist so aufgebaut, dass die Bibel in 10 verschiedene Listen aufgeteilt sind, in denen die o.g. Bücher enthalten sind. Aus jeder Liste liest man am Tag ein Kapitel. Obwohl vielleicht nicht mehr der erste Januar ist, ist es sicher noch nicht zu spät, auf diesen Zug aufzuspringen.
Ich denke, dass es uns nur helfen kann, Jesus besser kennenzulernen!

Gods Bless,

Restless Evangelical

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