Dienstag, 22. Oktober 2013

Selbst nach diesem Studium (3.Teil a)

Warum Jesus nie aufgehört hat, mich zu faszinieren.
#3 Jesus ist genau der Retter, den ich brauche

[Vorbemerkung: Dies ist der dritte von drei Teilen, in denen ich die drei wichtigsten Dinge nenne, die mich auch nach diesem Theologiestudium an Jesus faszinieren. Den ersten Teil findet ihr unter 'Jesus ist so gnädig'. Dein zweiten Teil unter 'Jesus ist so gerecht'.]

Jeder Mensch ist spirituell. Vor ein paar Tagen saß ich bei ein paar beeindruckenden jungen Männern, und wir haben über die Frage gesprochen, was der Glaube eigentlich für uns bedeutet. Und ich kam zu dem Punkt, dass ich zugeben musste, dass ich das Wort 'Spiritualität' gar nicht beschreiben kann, definieren was es ist. Aber ich benutze es sehr häufig.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mich, und viele Menschen, mit denen ich spreche – egal ob es Christen sind, oder nicht – vor allem zwei Fragen herumtreiben, für die 'Spiritualität' vielleicht die beste Beschreibung ist: Wer bin ich, und gibt es mehr als mich?
Wie wir diese Fragen beantworten, ist von Bedeutung, nicht nur für unser 'ewiges Leben' im Sinne einer Bekehrung, sie beeinflussen auch und vorerst fast alles, was wir hier auf der Erde tun.
Je nachdem, wie wir diese beiden Fragen beantworten, verhalten wir uns gegenüber anderen Menschen, der Schöpfung – und sogar uns selbst – auf die uns eigene Weise.
Was mich an Jesus immer fasziniert hat, mehr noch als die Charakterzüge, die ich in meinen beiden anderen Posts beschrieben habe, ist, dass er genau der Retter ist, den wir brauchen, den jedenfalls ich brauchte, und so anders wie ihr alle bin ich ja nun auch nicht.
Jesus beantwortet die Fragen auf die ihn eigene Art und Weise, die unsere Erwartungen sprengt – und schießt damit genau auf das Herz unseres Weltschmerzes.

  1. Wer bin ich eigentlich?
Ein lieber Freund, der sich mit den ganzen Hintergründen in den biblischen Büchern viel besser auskennt als ich, hat mir einmal gesagt, dass er bezweifelt, dass diese ganze moderne Suche nach Identität wirklich etwas ist, was in der Bibel vorhanden ist, geschweige denn von ihr beantwortet wird.
Aber ich bin nicht überzeugt. Es scheint mir viel mehr zu sein, als würde diese Frage im Zentrum von dem stehen, was die biblischen Figuren tun und wie sie handeln.
Es gibt in der Bibel uralte Geschichte von zwei Brüdern, die gleichzeitig geboren werden und ihr Leben lang in Konkurrenz miteinander stehen. Der Eine ist ein ganzer Mann, behaart und ein Jäger, und sein Vater liebt ihn mehr als seinen anderen Sohn. Der andere Junge ist ein Schwiegersohn, ein Koch, warm und kuschelig und, wie man später merkt, von einem erstaunlichen Intellekt.
Diese uralte Geschichte ist nicht nur uralt, sondern auch so etwas wie die Gründungsgeschichte des Volkes Israel – denn es handelt sich um die Geschichte des jüdischen Urvaters Jakob und seinen Bruder Esau.
Wenn wir der Geschichte folgen, erkennen wir, dass beide Männer im Laufe ihres Lebens damit zu kämpfen haben, zu definieren, wer sie sind, und welche Rolle sie in der großen Geschichte spielen, die sich um sie herum entfaltet.
Bei Jakob ist das besonders auffällig. Er erschleicht sich den Segen seines Vaters, indem er seine eigene Identität verheimlicht, sogar verleugnet. Er wird ein erfolgreicher Hirte, darf die Ballkönigin heiraten, arbeitet sieben Jahre hart dafür – und bekommt am Ende die unattraktive Schwester.
Er muss vor seinem Schwiegervater fliehen, aber nimmt einen riesigen Reichtum mit, der ihn aber nicht glücklich macht.
Er bekommt einen ganzen Stall voll Kindern, aber er ist nicht in der Lage, seine Söhne zu verantwortungsbewussten Männern aufzuziehen, sodass Zwei aus Rachgelüsten eine ganze Stadt abschlachten, ein anderer mit seiner Stiefmutter schläft und alle gemeinsam ihren Bruder in die Sklaverei verkaufen.
In Jakobs Leben erkennen wir, dass Jakob seinen Wert und seine Identität zu jeder Situation in seinem Leben daran festmacht, was er kann und was er getan hat. Und als er dazu nicht mehr in der Lage ist, dann hängt er alle seine Hoffnung auf seinen Hoffnungsträger-Sohn. Als dieser  allerdings verschwindet, verkauft wird von seinen Brüdern, zerbricht Jakob. Obwohl ihm 11 Söhne bleiben, sieht er nun keinen Grund mehr, zu leben. Alle seine Söhne und Töchter kamen, um ihn zu trösten, aber er wollte sich nicht trösten lassen. "Nein", sagte er, "trauernd werde ich zu meinem Sohn ins Totenreich hinunterfahren!" So weinte sein Vater um ihn.“ (1Mo 37,35; NeÜ). Es ist fast so, als würde Jakob seinen Söhnen sagen: Ihr seid mir nicht Grund genug, zu leben. Ihr gebt mir keinen Wert; seht euch an, und was ihr getan habt! Josef war meine Hoffnung, und jetzt habe ich keine mehr.
Und das ist einer der Patriarchen. Ich werde nicht schreiben von der Identitätskrise, die die 'unattraktive Schwester' gehabt haben muss, weil sie mit einem Mann verheiratet wurde, der sie verachtete.
Oder von der Frau am Brunnen, von der ich im letzten Post geschrieben habe.
Oder von mir.
Oder von... dir?
Identitäskrisen sind etwas, das wir alles erleben.
Im Hoch unseres Lebens fragen wir uns: Was kann ich jetzt mit meinem Erfolg anfangen? Gibt es nicht immer noch mehr was ich erreichen kann? Wann bin ich fertig?
Und in den Tiefen der Trauer fragen wir uns: Wann ist das endlich zuende? Wann werde ich endlich wieder glücklich sein? Da muss es doch noch mehr geben.
Faszinierend an Jesus finde ich, dass er um diese Identitäskrise weiß, und genau darauf reagiert.
Lukas erzählt uns in seinem Evangelium die Geschichte von einem Mann, dem Jesus inmitten seiner Identitäskrise mit einem einzigen Satz aufhilft.
Zachäus ist sein Name, und er war von Beruf Zöllner. Das bedeutet, dass er der GEZ-Beitragseintreiber der damaligen Zeit war. Alle mussten ihn bezahlen, meistens hat er mehr genommen als er durfte, und niemand wusste, warum sie eigentlich bezahlen mussten. Irgendeine höhere Instanz hatte das beschlossen – und Zachäus hatte sich dem gebeugt, besser noch: Er hatte Profit daraus geschlagen.
Aber sein Reichtum brauchte ihm nichts, vor allem keine Identität. Er hatte mit der Verachtung der Menschen zu kämpfen und noch dazu war er allein schon körperlich keine besonders beeindruckende Figur, winzig, sodass er in jeder Gruppe unterging.
Wer bin ich eigentlich?, dachte sich Zachäus.
Und dann kommt Jesus vorbei, von der Menge umzingelt, weil alle diesen neuen Rabbi sehen und Zachäus muss auf einen Baum steigen, um Jesus zu sehen.
Er sieht Jesus unten vorbeilaufen, kann einen kurzen Blick auf Jesus erhaschen.
Und Jesus sieht plötzlich herauf.
Manchmal denke ich, dass sich Zachäus unwillkürlich umgesehen haben muss, um zu sehen, ob da noch ein anderer auf dem Baum hockte; Jesus konnte doch nicht wirklich ihn meinen.
Und doch.
Jesus sagt zwei Dinge zu Zachäus:
Zuerst: „Zachäus, komm schnell herunter! Ich muss heute noch zu dir kommen!“ (Lk 19,5; NeÜ)
Jesus will zu diesem Mann kommen, zu dem niemand kommen wollte, von dem niemand was wissen wollte, der noch nie besuch hatte, und den bis jetzt auch niemand geliebt hat. Jesus will kommen – und es ist keine Zeit zu verlieren.
Können wir uns vorstellen, wie dieser Besuch Zachäus mehr Wert gegeben haben muss, als er sich jemals erträumt hatte. Aus diesem unendlichen See von Gesichtern hatte Jesus ihn ausgesucht, zu kommen. Endlich war er etwas besonderes.
Aber als Jesus sein Haus betritt, geschieht eine Veränderung mit diesem Mann. Auf einmal zählt nicht mehr er, und sein Wert und seine Identität. Er sieht diesen Jesus, den Mann, von dem Dostojewski schreibt, dass er seine Feinde „mit sanften Augen ansieht“ und merkt, dass ein Leben hier nicht hier findet; das ein Leben für mich seinen Wert nicht in mir findet; dass ein Leben der Freude seinen Wert nicht in der Freude findet.
Sondern in ihm.
Und er beginnt, sein ergaunertes Geld zu verschenken, zurückzugeben und loszulassen, was er vorher geklammert hat.
Und Jesus sagt den zweiten Satz zu ihm:
Heute hat dieses Haus Rettung erfahren. […] Er ist doch auch ein Sohn Abrahams.“ (Lk 19,9, NeÜ)
Dieser zweite Satz ist fast noch wichtiger, als der Erste. Rettung ist schön, aber nach Rettung hat Zachäus erst einmal gar nicht gesucht. Erst in der Begegnung mit Jesus erfahren wir, Schritt für Schritt und Stück für Stück, immer mehr, wie viel Rettung wir eigentlich nötig haben.
Aber Zachäus gehört wieder zum Volk, das ihn ausgestoßen hat. Er ist doch auch ein Sohn Abrahams, sagt Jesus, gnädig und gerecht, wie er ist.
Paulus greift das auf, wenn er in seiner großen Verteidigung des Evangeliums vom gekreuzigten Jesus schreibt: „Begreift doch: Die, die glauben, sind Abrahams Kinder!“ (Gal 3,7; NeÜ)
Zachäus hatte eine Begegnung mit Jesus, verstanden, dass er ohne Jesus keine bleibende Zufriedenheit in seiner Suche nach einer eigenen Identität finden wird.
Jesus, der später gekreuzigt und auferstehen würde, für Zachäus, für mich, für dich, wurde Zachäus Identität.
Genau das, was Zachäus immer gesucht hat.
Beeindruckend, nicht wahr?

God Bless,

Restless Evangelical


[Auf Grund einiger Rückmeldungen möchte ich meine Posts in Zukunft kürzer gestalten, sodass auch hart arbeitende Menschen sie ab und zu lesen können. Kommt morgen wieder, um den zweiten Teil dieses dritten Teils zu lesen: Jesus als Antwort auf die Frage: Gibt es da nicht noch mehr?]

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Selbst nach diesem Studium (2.Teil)

Warum Jesus nie aufgehört hat, mich zu faszinieren.
#2 Jesus ist so gerecht.

[Vorbemerkung: Dies ist der zweite von drei Teilen, in denen ich die drei wichtigsten Dinge nenne, die mich auch nach diesem Theologiestudium an Jesus faszinieren. Kommt in den nächsten Tagen wieder, um die anderen beiden Gründe zu lesen. Den ersten Teil findet ihr unter Jesus ist so gnädig.]

Gestern habe ich davon geschrieben, dass mit die Gnade, mit der Jesus einem bereuenden Sünder begegnet, immer noch an ihm fasziniert. Gnade ist eine Kraft, die in der Lage ist, die ganze Welt zu erschüttern und auf den Kopf zu stellen. Aber dafür müssen wir oft unsere eigenen Bedürfnisse hintenanstellen.
Nichts, was uns unsere Kultur einfach mitgibt.
Nichts, was wir von unserer Natur aus gerne machen. Als ich vor einigen Wochen, zur Zeit der Bundestagswahl, einige Diskussionen um das sogenannte 'Bedingungslose Grundeinkommen' geführt habe, war eines der häufigsten Gegenargumente, die ich gehört habe: „Aber das Nutzen die Menschen doch dann aus. Dann arbeitet doch niemand mehr.“
Das hier ist kein politischer Blog, und es wird auch nicht dazu.
Ich war nur fasziniert davon, dass Christen, die eine sehr deutliche und großartige Vorstellung von der Gnade Gottes haben, genau das nicht bei Gnade sagen.
Gnade ist unverdient – aber führt uns in Dankbarkeit auch zum Gehorsam gegenüber dem, der die Gnade geschenkt hat.
Nun, fangt nicht an zu schreien. Ich weiß, dass bei der Heiligung, die aus der Gnade wächst, noch mehr eine Rolle spielt als nur die Dankbarkeit – namentlich der Heilige Geist. Und der fehlt wohl beim bedingungslosen Grundeinkommen.
Aber ich fand das trotzdem einen interessanten Gedanken, den ich verfolgen wollte.
Mir ist etwas deutlich geworden; es gibt einen Unterschied zwischen der Gerechtigkeit, die Jesus zeigt, und der Gerechtigkeit, die bei uns immer wieder aufblitzt.

  1. Unsere Gerechtigkeit will das Beste für uns selbst.
Wir können uns so schön empören. Selten allerdings, wenn wir selbst Mist gebaut haben, aber sehr gerne, wenn andere uns mit Mist beworfen haben – oder wir jedenfalls das Gefühl haben, dass es so war.
Gnade fordern wir immer erstmal für uns, während wir Gerechtigkeit immer bei den Verfehlungen der anderen fordern.
Es ist noch nicht allzu lange her, dass ein deutscher Spitzenpolitiker über gravierende Mängel in seiner Doktorarbeit gestürzt ist. Als einer der sich am politisch linken Rand der sonst so konservativen FTH bewegt, kannte ich im Fall des Plagiat-Doktors sowohl die Seite, die sich diebisch freute, dass der schmierige Emporkömmling keine Bedrohung mehr für den roten Umschwung in Bayern oder im Bund werden konnte (*haha*) und ebenso die Seite, die von einer Hetzkampagne redete und davon, dass die linken Medien sich verschworen hätten (als hätte der Spiegel im nachhinein die Fehler in die Doktorarbeit reingetippt und die Fußnoten mit TippEx gestrichen).
Politik ist ein hartes Geschäft – nicht so sehr, weil man dabei Entscheidungen treffen muss, sondern dass man gehasst wird, egal welche Entscheidung man trifft. Wir haben – nicht nur in der Politik, aber hier wird es uns dank der vierten Macht am deutlichsten – eine Kultur erschaffen, in der Fehler nicht erlaubt sind, schon gar nicht von Entscheidungsträgern. Als werden wir alle Meister darin, eine Maske der Selbstgerechtigkeit aufzusetzen und alle Menschen damit zu linken – bis die Maske löcherig wird.
Und je länger wir die Maske tragen, desto hochmütiger werden wir gegenüber denjenigen, die nicht so perfekte Masken haben wie wir.
Selbstgerechtigkeit ist eine vermaledeite 'Tugend', denn sie bezieht ihren Wert aus der scheinbaren 'Wert-losigkeit' der anderen. Unser Sinn für Gerechtigkeit hat immer etwas damit zutun, ob wie einen Schaden davongetragen haben, oder nicht.
Was mich an Jesus fasziniert, ist, dass es bei ihm genau umgekehrt ist.

  1. Die Gerechtigkeit Gottes will das Beste für die Anderen.
Stell dir vor, heute käme eine junge Frau in deine Gemeinde, die dafür bekannt ist, dass sie ihre Libido sehr unverblümt auslebt. Sie hat viele Männer gehabt, manchmal parallel, manchmal nacheinander. Und sie sieht auch entsprechend ansprechend aus. Wenn sie einen Raum betritt, und sei es im Winter, dann drehen sich die Männer um – sie grinst, und scheint es sehr deutlich zu genießen. Bis jetzt war es ihr auch egal, ob ein Mann verheiratet war, wenn sie ihn wollte.
Und stell dir vor, dein Pastor geht zu ihr – und macht ihr mit unmissverständlichen Worten deutlich, dass sie, wie man so schön sagt 'in Sünde lebt': „Keiner deiner Männer gehört wirklich zu dir!“, sagt er ihr, und sie sieht in mit großen Augen an.
Was wäre deine Reaktion, wenn du als Gemeindeglied oder Besucher diese Szene betrachtetest?
Ärger? – so kann er doch nicht mit ihr reden!
Wut? – das ist ja mal wieder typisch für die Christen!
Abscheu? – wie kann man so selbstgerecht sein, gut, dass ich anders bin!
Genugtuung? – sie hat mir meinen Typ genommen, jetzt kriegt sie es zurück!
Enttäuschung? – wieso kommt sie überhaupt hier her, sie findet hier sicher keine Gnade!
Es ist spannend, dass eine ähnliche Geschichte mit Jesus passiert ist. An einem Brunnen im Land der Samariter begegnet Jesus einer Frau und verändert ihr Leben für immer. Die Geschichte zeigt uns einmal mehr, dass Jesus nicht nach den Spielregeln spielt, die wir uns in der Gesellschaft gerne aufbauen. Jesus liebt Gerechtigkeit; aber nicht als Selbstzweck, nicht aus selbstsüchtigen Motiven, sondern weil uns allen Ungerechtigkeit schadet.
Stell dir vor, du wärst diese Frau; und in Scham gehst du seit vielen Jahren schon zur heißesten Zeit des Tages zum Brunnen vor der Stadt, weil du niemandem begegnen willst. Du lebst in einer Zeit, in der die Frau an sich schon wenig gilt, wie viel weniger noch eine Frau, die sich jedem erstbesten Mann ans Bein bindet? Auf der Suche nach Erfüllung hat sie sich hingegeben und nur Verachtung gefunden. Sie wird mit Selbstgerechtigkeit betrachtet, und das hat sie gebeugt.
Aber dieser Jesus ist anders.
Er beginnt ein Gespräch mit der Frau. Das war für einen Juden in der damaligen Gesellschaft eine Unmöglichkeit! Ein Mann, redet mit einer Frau, die nicht seine Frau ist? Noch dazu eine Samariterin?
Jesus sind solche gesellschaftlichen Tabus egal, wenn sie dazu führen, dass Ungerechtigkeit geschieht.
Und er sagt ihr auf den Kopf zu, was ihre Fehler sind. "Geh und hole deinen Mann hierher!", sagte Jesus. "Ich habe keinen Mann", entgegnete die Frau. "Das ist richtig", erwiderte Jesus. "Du hast keinen Mann. Fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Da hast du etwas Wahres gesagt."“ (Joh 4,16ff; NeÜ)
Aber das faszinierende an Jesus ist, dass es ihm nicht darum geht, selbstgefällig ihre Fehler aufzuzeigen – und damit zu beweisen wir großartig er selbst ist; was dem Grund gleichkommen würde, aus dem wir meisten die Fehler anderer aufzeigen.
Jesus zeigt Fehler auf, Jesus liebt Gerechtigkeit und hasst Ungerechtigkeit, weil wir durch Ungerechtigkeit zerstört werden.
Wir können das im Anfang des Gespräches sehen. Jesus beginnt das Gespräch nämlich nicht damit, dass er der Frau ihre Sünden an den Kopf wirft. Er beginnt das Gespräch, indem er nach einem Glas Wasser fragt. An einem Brunnen, mitten in der Wüste, wahrscheinlich keine schlechte Idee.
Aber beeindruckend ist dabei, dass er sehr schnell auf ihr Problem zu sprechen kommt. Sie ist ausgetrocknet, von innen, ihre Seele so trocken wir die Wüste, die sie umgibt, durch ihren Lebensstil wurde alle Kraft und alle Vitalität aus hier herausgesaugt.
Jesus sagt: Ich gebe dir Wasser, lebendiges Wasser, sodass du sogar genug Wasser hast, um es an andere zu verteilen. Und diese Quelle ist der Heilige Geist, der in denen Wohnung nehmen will, die ihren Zerbruch eingestehen und sich in die Gnade Jesu fallen lassen.
Aber für den Durchbruch zu einem Leben, in dem die Gnade mehr als genügend vorhanden ist, gehört es auch, das Ungerechte zu hassen. Es gehört dazu, immer mehr einen Blick dafür zu entwickeln, was uns und andere zerstört; alles, was einer Rebellion gegen Gott gleichkommt, wird uns am Ende zerstören, nicht ausfüllen und glücklich machen.
Jesus hasst Ungerechtigkeit nicht einfach, weil sie ihn betrifft, weil er für sich das Beste rausschlagen will.
Jesus hasst Ungerechtigkeit, weil sie zerstörerisch ist, uns zerstört, andere zerstört und, am Schlimmsten, unsere Beziehung zum Vater zerstört.

  1. Vom fröhlichen Wechsel.
Aber das großartigste Geschenk in Puncto Gerechtigkeit ist gar nicht zu erkennen, dass Jesus gerecht ist, dass er Ungerechtigkeit hasst und einmal Gerechtigkeit wiederherstellen wird.
Das großartigste Geschenk ist, dass er uns seine Gerechtigkeit schenkt.
An einer Stelle sagt Jesus: „Wenn ihr Gottes Willen nicht besser erfüllt als die Gesetzeslehrer und Pharisäer, werdet ihr mit Sicherheit nicht in das Reich kommen, das der Himmel regiert.“ (Mt 5,20; NeÜ)
Und die Menschen dachten: Wie sollen wir das überhaupt schaffen? Das ist die Elite der Moral, die Sittenpolizei. Wie sollen wir besser sein als die?
Und ich denke, das ist genau der Punkt.
Es gab ja immer nur einen, der wirklich gerecht war. Es gab überhaupt nur einen, der nie Hintergedanken hatte, nie auf Leute herabgesehen hat, nie mit zweierlei Maß gemessen hat, nie gelogen hat um sich einen Vorteil zu verschaffen und der vor allem kein 'Scheiß-Egal'-Gen hatte, was uns Menschen anbetrifft.
Eigentlich gibt es nur einen, der wirklich gerecht ist.
Und der hat seine Gerechtigkeit nicht für sich behalten.
Paulus beschreibt es in eindrücklichen Worten: „Er hat den, der ohne Sünde war, für uns zur Sünde gemacht, damit wir durch ihn zu der Gerechtigkeit kommen, mit der wir vor Gott bestehen können.“ (2Kor 5,21; NeÜ)
Luther nennt das den fröhlichen Wechsel. Jesus zieht seine Gerechtigkeit aus wie ein blendend weißes Gewand, ohne Fehler, ohne Flecken.
Und zieht es uns an.
Aber unser schmutziges, dreckiges Gewand, in dessen Innenseite 'Selbstgerechtigkeit' eingestickt ist, an dessen Bausch das Blut sovieler Mobbingopfer klebt, dessen Manschettenknöpfe von der Gier abgerieben sind, dessen Kragen ganz durchgeweicht ist vom Schweiß, den der Stolz uns ins Gesicht treibt, das zum Himmel stinkt von den Ausdünstungen des Hochmuts, zieht er uns aus – und zieht es selbst an.
Geh, sagt Jesus dann. Geh mit meiner Gerechtigkeit.
Wenn wir erkennen, wie wenig wir zu bringen haben, erkennen wir: Ungerechtigkeit – dein Name ist Restless Evangelical (und du darfst gerne deinen Namen einfügen).
Aber durch die Gerechtigkeit Jesu sind wir nicht länger Ungerechte, sondern Gerechtfertigte.
In der Geschichte von der Frau, die in die Gemeinde kommt, und vom Pastor angesprochen wird, ist die Geschichte noch nicht zuende, heißt es dann.
Zum Schluss schließt sie der Pastor in die Arme, und sagt: „Aber das ist Vergangenheit, wenn du zu Jesus kommt!“ Dann führt er sie in die erste Reihe, weil er froh ist, dass sie gekommen ist.
Und wer macht's möglich? Jesus!
Beeindruckend, nicht wahr?

God Bless,

Restless Evangelical

Dienstag, 15. Oktober 2013

Selbst nach diesem Studium

Warum Jesus nie aufgehört hat, mich zu faszinieren.
#1 Jesus ist so gnädig.

[Vorbemerkung: Dies ist der erste von drei Teilen, in denen ich die drei wichtigsten Dinge nenne, die mich auch nach diesem Theologiestudium an Jesus faszinieren. Kommt in den nächsten Tagen wieder, um die anderen beiden Gründe zu lesen.]

Vorgestern habe ich meine Absolvierung gefeiert. Drei Jahre lang habe ich hier in Gießen Theologie studiert, die biblischen Ursprachen gelernt, Texte analysiert und Kirchengeschichte gebüffelt. Ich habe mit vielen Leute diskutiert, mit einigen eine enge Freundschaft geschlossen, habe versucht, Menschen in eine tiefere Beziehung mit Gott zu führen und andere zu überzeugen, dass das Christentum keine dumme Weltsicht ist. Und vor allem habe ich für viele Menschen gekocht und mit ihnen zu Abend gegessen. Die letzten drei Jahre waren mit allem gefüllt, was ein Leben lebenswert macht.
Aber eigentlich habe ich das gar nicht erwartet. Eigentlich bin ich an die FTH gekommen und dachte, dass ich nicht mehr viel lernen müsste. Ich wollte einen Abschluss machen, aber ich wollte mich nicht mehr verändern.
Das lag nicht zuletzt daran, dass ich von manchen Menschen in meinem Umfeld gesagt bekommen habe, wie schwierig ein Theologiestudium für die eigene Spiritualität ist. Es ging darum, dass ein akademisches Studium meinen Glauben vom Herzen in den Kopf befördern würde. Es ging darum, dass die vielen Theorien rund um die Bibel Zweifel in mir wecken könnten. Es ging auch darum, dass mich mein Studium hochmütig machen könnte, sodass ich am Ende von oben herab auf die 'normalen Christen' sehen könnte. Alle diese Sachen gingen mir durch den Kopf, als ich vor drei Jahren an einem Samstag an die FTH ging, um meine neuen Mitstudenten zu treffen.
Drei Jahre ist das her; und als ich jetzt, nach drei Jahren, darauf zurückgesehen habe, fiel mir auf, dass bei allem, was sich verändert hat und neu geworden ist, eines immer gleich geblieben ist: Jesus hat nie aufgehört, mich zu fasznieren.
    Jesus ist so gnädig.
Im Zuge des Skandals um den sogenannten Protz-Bischoff von Limburg ist mir einmal mehr aufgefallen, in was für einer Gnaden-losen Welt wir leben; oder besser: welche Gnaden-lose Welt wir uns geschaffen haben. Und dabei will ich nichts über die Schuld oder Unschuld von Franz-Peter Tebartz-van Elst sagen. Mein Problem liegt eher darin, dass es den Medien und ihren Konsumenten eine diebische Freude zu bereiten scheint, einen Mann zu demontieren, bis er so gedemütigt ist, dass er seinen Schwanz einzieht und mit dem Billigflieger zu seinem obersten Chef fliegt um sich eine Ohrfeige einzufangen.
Haben wir gut hinbekommen.
Jetzt brauchen wir wieder einen Moment nicht auf unsere eigenen Fehler zu sehen.
Grandios.
Gnade ist rar geworden in unserer Welt, und die wenigsten suchen noch danach, fragen noch danach.
Viele Christen und Kirchen sind da auch nicht besser.
Gnade war schon immer rar in dieser Welt. Vor einiger Zeit ist mir wieder eine der traurigsten Geschichtem im Alten Testament ins Auge gefallen. Darin verliebt sich Ammon, ein Sohn Davids, in seine Halb-Schwester Tamar. Sie war von überaus großer Schönheit, sagt 2Sam 13,1 und Ammon versucht vieles, um sie zu gewinnen. Am Ende wird sein Liebeskummer so groß, dass er durch eine List dazu kommt, dass Tamar ihm in seinem Gemach begegnet, und die Zwei sind endlich allein.
Ein letzter, halbherziger Versuch von Ammons Seite, mit ihr einvernehmlich ins Bett zu steigen, scheitert – nicht zuletzt an der großen Weisheit Tamars (2Sam 13, 11-13). Und Ammon überwältigt Tamar, vergewaltigt sie und als er von ihr ablässt, wächst sein Hass. Es ist sicher ein Hass auf sich selbst, aber er ist nicht in der Lage, es als das zu erkennen. Also fokussiert er sich auf die einzige Person, die anwesend ist. Und beginnt, die Frau zu hassen, die er vorher so sehr begehrt hat.
Es ist eine von diesen Geschichten, die uns das Grauen über den Rücken jagt, durch ihre Rohheit, und ihre ungeschönte Darstellung der menschlichen Niederungen.
Hass is vorhanden.
Und keine Gnade.
Tamar findet keine Gnade mehr in ihrem Leben – obwohl sie nichts getan hat.
Ammon findet keinen Frieden mehr, und Gnade schon gar nicht – obwohl er bekommen hat, was er wollte.
Aber Jesus ist anders; bei Jesus ist Gnade vorhanden, mehr als wir jemals verschwenden können.
Es gibt eine Geschichte über Jesus, und manche Theologen sagen, dass sie nicht ursprünglich zum NT gehörte. Die Debatte ist schwierig und kompliziert, aber am Ende steht vor allem eine Erkenntnis: Diese Geschichte scheint Jesu Wesen und seinen Dienst so deutlich wiederzuspiegeln, dass sie schon in frühen Jahrhunderten von führenden Theologen der jungen Kirche zitiert und als historisch betrachtet urde.
Wir dürfen, denke ich, mit wohlwollen diese Geschichte als historisch betrachten.

In dieser Geschichte sitzt Jesus auf dem Boden, als eine Horde wütender Männer ihm begegnet. Sie schleifen eine Frau mit sich, die sie „beim Ehebruch ertappt [hatten]“ (Joh 8,3; NeÜ). Nun ist Jedem von uns bewusst, dass zu einem Ehebruch zumindest zwei Personen gehören. Von dem Mann allerdings ist hier keine Rede mehr. Nur die Frau wird vor Jesus geschleift. Noch dazu ist zu bezweifeln, dass sie die Zeit bekommen hat, sich noch anzuziehen. Die Situation ist deutlich: Eine Horde wilder, religiöser Männer schleifen eine nackte Frau, die sie vorher beim Sex beobachtet haben, vor Jesus, damit er sie für ihre sexuelle Zügellosigkeit verurteilt.
Aber nicht mit Jesus. Jesus hat noch nie gerne nach den Spielregeln der Spielmacher gespielt; und auch noch nie darein gepasst.
Was mich in dieser Geschichte an Jesus fasziniert sind die drei Dinge:

a. Jesus lenkt den Blick auf sich.
Jesus erste Reaktion ist unglaublich. Er schreibt in den Sand. (Joh 8,9). Wir können uns denken, wo die Augen der meisten Männer waren, als diese nackte Frau vor ihnen stand. Welche Scham es über die Frau gebracht haben muss. Es ist kein Wort von ihr zu hören. Und bevor Jesus etwas sagt, lenkt er die Blicke der Meute von dieser Frau weg auf sich – und schreibt in den Sand. Wir haben keine Ahnung, was er geschrieben hat. Aber er schreibt. Und die Menschen blicken nicht mehr die Frau in ihrer Scham und ihrer Sünde an – sondern sehen auf den Einzigen, der sich der Sünde annehmen kann. Und auch die Frau sieht nicht mehr ängstlich auf den wütenden Mob oder beschämt auf den Boden, sondern auf den einzigen, der in dieser Sitation Gnade für sie hat.

b. Jesus zeigt die Sünde auf – bei uns selbst!
Im nächsten Moment lenkt Jesus den Blick weg von sich, und zeigt auf das Herz jedes Einzelnen. Bist du denn Besser als sie?, fragte er die Männer. Kannst du wirklich sagen, dass du schuldlos bist? Mit welchem Recht willst du sie denn verurteilen? Wohl mit dem gleichen Recht, mit dem wir dich verurteilen könnten!?
Jesus ist nie so sehr dafür zu haben, Selbstgerechtigkeit hochzuhalten. Von den drei Figuren in der Geschichte ist nur einer wirklich gerecht – und das ist Jesus. Aber es sind die Männer, die mit dem Anspruch von Gerechtigkeit auftreten.
Bei Jesus ist es immer ungünstig, etwas vorzuspielen, was man nicht ist.
Und sei es ein fester Glaube.
Und sei es ein moralisches Handeln.
Und sei es der regelmäßige Gottesdienst.
All das sind keine schlechten Dinge – aber sie sind nur etwas wert, wenn sie echt sind, nicht gespielt.
Mit einem einzigen Satz macht Jesus uns darauf aufmerksam, dass wir spielen – aber das wir bei ihm echt sein sollen.
Bist du selbst denn ohne Sünde?“
Hast du selbst noch nie gezweifelt? Hast du selbst noch nie mit dem Gedanken gespielt, deine Partner zu betrügen, oder über das unbeliebte Mädchen in der Klasse zu lästern? Hast du selbst noch nie ausschlafen wollen, anstatt in den Gottesdienst zu gehen.
Was immer ich tue, um vor Jesus zu bestehen, wenn es nicht vollkommen perfekt ist, dann wird es nicht reichen, weil ich dann perfekt spiele.

c. Jesus schenkt Gnade für den, der bereut.
Und dann lassen die Männer ihre Steine fallen, einer nach dem anderen nach dem anderen, bis alle Steine am Boden liegen und die Männer weg sind. Ich kann mir denken, wie Jesus an diesem Moment gegrinst hat: „Hat dich etwa keine gesteinigt?“ Soll heißen: War etwa keiner von ihnen ohne Sünde?
Aber Jesus lässt einen Sünder, der seine Fehler bereut, niemals einfach stehen. Rob Bell sagt, dass Jesus ein Gott ist, der uns genauso liebt wie wir sind aber und aber viel zu sehr liebt, um uns so sein zu lassen. Wir sehen es an dieser Sünderin, zu der Jesus sagt:
Geh nun, und sündige nicht mehr.“
Jesus stellt keine Liste auf: Das und das musst du ab jetzt tun, damit ich dich auch weiter liebe.
Aber er sagt auch nicht, es ist völlig egal, was du jetzt tust. Zerstöre weiterhin Ehen, bring weiterhin Leid in das Leben anderer und versuche weiterhin, durch diese Götzen deine innere Leere zu füllen.
Jesus sagt: Geh! Ich verurteile den Sünder, der bereut, nicht.
Und er sagt: Sündige in Zukunft nicht mehr. Oder besser: Verlass dich auf die einzige Kraft, die dir dabei helfen kann, von der Sünde abzulassen – immer mehr, kleine Schritte in die richtige Richtung.
Diese Kraft ist er selbst, dieser Jesus.
Faszinierend, nicht wahr?

God Bless,

Restless Evangelical

Samstag, 28. September 2013

Hätt' Maria abgetrieben...?

Der Zwischenruf eines, der das Leben liebt

Diesen Post habe ich in direkter Reaktion auf den Marsch für das Leben in Berlin geschrieben, der heute vor einer Woche stattfand. Ich hatte darüber nachgedacht, ihn als eine Art offenen Brief an eine Tageszeitung zu schicken, mich aber jetzt dafür entschieden, ihn einfach auf meinem Blog zu veröffentlichen. Ansprechen wollte ich damit die Gegendemonstranten, zu denen meiner Erfahrung nach wirklich freiheitsliebende und großartige junge Menschen stecken. Wenn man sie alleine erwischt, dann kann es zu wunderbaren Fragen und Gesprächen kommen. Wenn man nur versucht, seine Position zuende zu denken. Mit Hochachtung vor eurer Einsatzbereitschaft - ein paar Fragen von mir, zum "Mal-Drüber-Nachdenken".

Liebe Berufs-Aufgeregte Demonstranten,

es wird manche erstaunen, wenn sie erfahren, dass ich trotz meiner recht radikalen Haltung für den Lebensschutz, von wenigen Ethikern so sehr geprägt wurde wie dem Princeton-University Professor Dr. Peter Singer. Es sind nicht seine Schlussfolgerungen, die mich faszinieren, sondern seine bedingungslose Hingabe in den Grundsatz: Denk deine Position zuende. Mit intellektueller Schärfe und einer großen Portion Weisheit weißt er darauf hin, dass viele unserer westlichen Werte nicht zuende gedacht sind.
Warum darf ein Kind in den USA eine Woche vor der Geburt umgebracht werden, eine Woche danach allerdings nicht mehr?
Warum verteidigen religiöse Gruppierungen so vehement das Recht ungeborenen Lebens auf Weiterexistenz, versagen dasselbe aber häufig Straftätern oder unschuldigen Muslimen oder auch Flüchtlingen und weniger Privilegierten?
Die Frage 'Warum' steht in riesigen Lettern im Raum, und es ist häufig unangenehm, sie zu beantworten.
Nun, ich liebe das Leben. Ich liebe nicht nur das Leben als Abstraktum; ich liebe es zu leben. Die Chance, sein Weltbild immer weiter dadurch zu erweitern, dass man mit anderen Menschen und Kulturen, anderen Weltanschauungen und Präsuppositionen aufeinander trifft, hat einen ganz eigenen Reiz, der mich das Leben lieben lässt.
Warum sollte ich einem Menschen dieses Glück verwehren, erlauben, dass es ihm verwehrt wird, weil er gerade nicht in die Lebensplanung passt?
Das allerdings ist nicht unbedingt Gegenstand dieses offenen Briefes.
Viel interessanter finde ich die Frage, was Ihr, die Befürworter von Abtreibungen und Sterbehilfe, eigentlich durch eure Aussagen vermittelt. Wie gerne würde ich da manchmal nachfragen, würdet ihr nur mit mir reden (und mich nicht anschreien): Bist du dir bewusst, was du damit sagst?
Vor wenigen Tagen fand in Berlin der Marsch für das Leben statt, mit einer Rekordbeteiligung und beruhigend geringer Teilnahme bei den Gegendemonstrationen. Auch die wütenden jungen Frauen von Femen waren dabei, um ihre Körper zu präsentieren – die (un-)überraschender Weise der westlichen Schönheitsnorm entsprechen.
Wieso ein Mensch gegen die Erinnerung an ungeborene Kinder demonstrieren sollte, ist mir allerdings schleierhaft. Es mag daran liegen, dass sich wenige von euch wirklich mit dem Zeil des Marsches auseinandergesetzt haben und nur beim Schlagwort 'Fundamentalisten' aufgesprungen seid und euch pflichtbewusst empören konntet.
Auch dieses Mal kamt ihr nicht darum herum, einige Beleidigungen der übelsten Sorte den Lebensschützern entgegenzuwerfen.
Dabei wäre die Aussage von Frau Sybille in ihrer S.P.O.N. Kolumne „Gebährt doch, ihr Bratzen!“ vielleicht sogar schmeichelhaft.
Einige Fragen, die sich mir stellten, als ich die Berichte über den Marsch für das Leben hörte, in keiner hierarchischen Reihenfolge, waren:

  • Wieso demonstrieren Homosexuellen-Verbände auf dieser Demo mit? Sind es nicht die gleichen Menschen, die sich für ein angepasstes Adoptionsrecht für homosexuelle Paare einsetzen? Ist euch bewusst, dass ihr dafür demonstriert, dass genau die Kinder umgebracht werden, die ihr gerne aufziehen wollt?
  • Wieso nennt sich das Bündnis „Für sexuelle Selbstbestimmung“? Niemand will euch euren zwischenmenschlichen Kontakt wegnehmen. Was wir fordern ist nicht, dass ihr beginnt, zölibatär zu leben – sondern bereit seid, Verantwortung für euer handeln zu übernehmen.
  • Ist euch bewusst, welche Aussage ihr trefft, wenn ihr sagt: „Hätte Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben“? Ihr redet hier von einem Menschen, der zweifellos gelebt hat und viele Menschen bewegte. Manche behaupteten sogar, dass er ihnen erschienen ist, auch nach seinem Tod, weil er auferstanden sei. Ihr redet von einem Menschen. Und keinem Zellhaufen. Ist euch das bewusst, dass ihr durch diesen Satz unseren Argumenten in die Karten spielt? Dass ein genetisch kompletter Mensch eben als der Mensch betrachtet werden kann, der er später ist?
  • Glaubt ihr wirklich, dass es bei euch kein Kuriosenkabinett gibt? Ihr stürzt euch auf die überforderten Teenager und Mütterchen, um ihnen Sätze über eine Abtreibung nach Vergewaltigung zu entlocken; aber stellt euch solidarisch mit einer Partei, die den Stalinismus ein 'notwendiges Übel' nannte. Glaubt ihr wirklich, es gäbe nicht auch bei euch Verwirrte, Überforderte, schlecht Durchdenker?
  • Woher kommt all der Hass? Wenn ich richtig informiert bin, hat nie ein Lebensschützer beim Marsch für das Leben einen Gegendemonstranten angegriffen oder körperlich verletzt. Wo ist das diplomatische Feingefühl geblieben, wo die Unschuldsvermutung und die Mit-bürgerlichkeit? Wo ist die freiheitlich-demokratische Meinungsfreiheit hin verschwunden, als ihr entschieden habt, welche Positionen geduldet werden können, und welche nicht?

Der großartige Helmut Schmidt schreibt in seinem Buch 'Außer Dienst. Eine Bilanz' über seinen Lebensweg:

„Die Welt mit den Augen der anderen zu betrachten, mit den Augen der Mitspieler und Gegenspieler – und unter dem Aspekt ihrer Interessen –, ist eine Kunst, die man nur im Gespräch mit Menschen anderer Kulturkreise [und, ich füge hinzu, Weltanschauungen – RE] erlernen kann.“ (Helmut Schmidt, Außer Dienst. Eine Bilanz, München: Siedler Verlag 2008, S.21)

Ich denke fast, es wäre von Vorteil für unser Land, und unsere Freiheit, wenn wir wieder zu einer solchen Form von Demokratie zurückfänden.
Soviel nur einmal, als Zwischenruf. Vielleicht nehmt ihr euch mal die Zeit, und denkt das auch zuende.
Ich würde mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen,



Restless Evangelical

Dienstag, 10. September 2013

Wie geschieht mir?

Eine Grundhaltung der Gnade entwickeln

Ich weiß noch, wie ich da saß. Sie sagte zu mir: „Wenn ich mit Christen zusammen bin, habe ich manchmal das Gefühl, dass ich mich anders verhalten muss – mich frage, was das richtige Verhalten ist und das auch zeigen muss.“
Es sind diese Punkte, die mich aufhorchen lassen, wenn ich daran denke, was ich schon jetzt als christlicher Leiter, als Blogger, als Student und als Freund in das Leben von anderen Menschen bringe; es ist die Frage, ob ich ein guter Einfluss auf die Menschen bin und ob ich einen guten Einfluss auf Menschen habe.
Am selben Tag, nur einige Stunden später, saß ich mit einem anderen Freund zusammen, und wir unterhielten uns über die ganzen „christlichen“ „Wächterdienste“, die das Internet zu einem Mienenfeld machen. Nicht, dass es sie vorher nicht auch schon gab, mit ihren eigenen Publikationen und Verlagen, aber das Internet mit seiner Anonymität und seiner Geschwindigkeit hat viel Öl in ein Feuer gegeben, das eigentlich seit 2000 Jahren gelöscht sein sollte (Spr 26,20).
An diesem Punkt wurde mir deutlich, dass das Problem gar nicht immer in dem Inhalt liegt, den wir sagen, sondern in der Haltung, die wir dabei an den Tag legen.

  1. Wenn schon nicht mir, dann wenigstens Jesus!
Heute morgen habe ich einen Großteil der Bergpredigt gelesen.
Es sind die Weisheit und Stärke der Worte, die Jesus in dieser Predigt benutzt hat, die uns gleichzeitig zu seinem Kreuz treiben – mit dem Bewusstsein: Ich kann das nicht alleine schaffen! – und seine Rückkehr und endgültige Herrschaft ersehen lassen – mit dem Gefühl: Wie großartig wird diese neue Welt sein, in der das Realität ist?
Ich kam zu einem Punkt in der Bergpredigt, der mich aufmerken ließ, immer noch im Hinterkopf die Gedanken, die mich in den letzten Tagen beschäftigten. Diese Gedanken sind nicht neu, seit 2000 Jahren in diesem Buch zu finden, das wir Bibel nennen. Aber heute morgen haben sie mich ganz neu getroffen:
"Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!“ Denn so wie ihr über andere urteilt, wird man auch euch beurteilen, und das Maß, mit dem ihr bei anderen messt, wird auch euch zugemessen werden.“ (Mt 7, 1f; NeÜ)
Ich erinnerte mich daran, wie ich einmal einen wütenden Prediger gehört habe, der darauf verwies: Jesus sagt nicht, dass wir nicht richten sollen – sondern nur, dass bei uns der gleiche Maßstab angelegt wird, den wir an anderen anlehnen!
Als ich heute morgen darüber nachdachte, dass das zwar wahr ist, wurde mich auch klar, dass das kein besonderer Trost ist. Nicht jedenfalls, wenn wir uns darüber klar werden, welchen hohen Maßstab wir oft an andere Menschen anlegen.
Dafür müssen wir nicht einmal unseren Blick in die unglaublich zahlreichen Publikationen werfen, die ihr Geld mit Klatsch und Tratsch über die Mehr-oder-Weniger-Berühmten machen.
Es beginnt auch in unserer Umgebung, bei den Menschen, denen wir jeden Tag begegnen. An der Kasse im Supermarkt ist jemand unfreundlich und wir denken: Ich bin dich der Kunde, die muss viel freundlicher zu mir sein! - und draußen im Bus auf dem Weg nach Hause stehen wir für die ältere Dame nicht auf: Mir ist heute schon genug Mist passiert, soll doch wer anderes aufstehen!
Wir sehen den Tatort und sind erschreckt von der Darstellung der Gleichgültigkeit, mit der die Menschen beobachten, wie ein älterer Herr von zwei Jugendlichen schikaniert wird. - und auf dem Weg nach Hause stecken wir uns die Kofhörer tief in den Gehörgang, sehen nicht hoch um nichts zu sehen und nicht in Streitereien verwickelt zu werden.
Wir werden wütend über die Ungleichheit im eigenen Land, wie die Reichen sich immer mehr nehmen und die Hartz-IV-Empfänger (oder, zur Not, wir) immer weniger haben. Aber wenn eine Werbung für World Vision oder Plan im Fernsehen läuft, schalten wir lieber weg: Diese Armut ist zu weit weg.
Sie betrifft nicht uns.
Ich finde es geradezu demütigend, wenn Jesus uns sagt, dass wir über andere Menschen das Urteil fällen sollen, das wir uns bei uns selbst wünschen. Sind wir uns unserer eigenen Gerechtigkeit – unserer Selbst-Gerechtigkeit – so sicher, dass wir diesen hohen Maßstab weiter bei anderen anwenden wollen?

  1. Der Ruf aus dem Römerbrief
Allerdings schloss sich mir noch ein anderer Gedanke an. Die Frage: Wie will ich von anderen bewertet werden – also werde ich andere ebenso bewerten (frei nach der Goldenen Regel), macht uns deutlich, wie hochmütig wir oft sind, wenn es um unsere eigene Position geht.
Vom Kreuz her gedacht kann man aber auch noch einen Schritt weiter gehen – und Paulus tut das auch. In Röm 12, nachdem er in den ersten 11 Kapiteln die Gnade Gottes und unseres Retters Jesus Christus auf unbeschreibliche Weise bezeugt hat, deutlich gemacht hat wie wir alle dieser Gnade bedürfen, kommt er zu dem Punkt, dass er schreibt:
Weil Gott uns solches Erbarmen geschenkt hat, liebe Geschwister, ermahne ich euch nun auch, dass ihr euch mit Leib und Leben Gott als lebendiges und heiliges Opfer zur Verfügung stellt. An solchen Opfern hat er Freude, und das ist der wahre Gottesdienst.“ (Röm 12,1; NeÜ)

Als gerechtfertigtee Sünder sollte unsere erste Frage nicht unbedingt sein: Wie will ich behandelt werden? Sondern: Wie wurde ich behandelt? Wie ist mir geschehen, als ich zerbrochen am Kreuz in die Knie gegangen bin, vor dem gekreuzigten, doch siegreichen, Jesus, der dort hing und sagte: „Jetzt ist alles gemacht! Jetzt komm! Gnade gibt es jetzt mehr als genug.“ Und mehr als genug von dieser Gnade brauche ich jetzt jeden Tag!
Auf dieser Grundlage – was Jesus für uns getan hat – sollen wir jetzt von uns denken. Nicht, weil wir es machen müssen, um uns als würdig des Opfers zu erweisen. Es ist das, was ganz logisch, ganz natürlich aus der christlichen Botschaft folgt.
Wie eine liebe Freundin letztens sagte: „Die Veränderung passiert einfach, man kann gar nichts dagegen machen. Irgendwann guckt man zurück, und selbst wenn man einmal die Christen ansah und dachte: So will ich nicht werden. Irgendwie arbeitet Jesus in mir und verändert mich.“
Es gibt wenige Dinge, die ich so sehr liebe, wie die Worte von Jesus-Nachfolgern, die eine Wahrheit begreifen – und dafür nicht komplizierte theologische Systeme brauchen.
Jesus wirkt.
Wichtiger noch: Jesus hat gewirkt.
Jesus hat schon gesiegt, er hat schon bezahlt, er hat doch schon befreit. Das ist jetzt Realität!
Wenn wir unsere Interaktionen vom Kreuz her denken, von dem was Gott schon längst für uns getan hat, wie können wir dann hochmütig und arrogant auf andere Christen und auf Andersgläubige herabsehen und sagen: Wie gut, dass ich nicht so bin?
Wenn wir genau wissen, dass wir genau so sind – wäre da nicht Jesus in uns!
Das ist es auch, was Paulus im Anschluss an den o.g. Vers sagt:
Aufgrund der Gnade, die Gott mir gegeben hat, warne ich jeden Einzelnen von euch: Denkt nicht höher von euch, als es angemessen ist, und seid besonnen! Maßstab dafür ist der Glaube, von dem Gott jedem ein bestimmtes Maß zugeteilt hat.“ (Röm 12,3; NeÜ)
Warum sollen wir nicht höher von uns denken, als es angemessen ist?
Auf Grund der Gnade Gottes!
Welches Maß ist angemessen?
Das Maß des Glaubens – der Erkennens: ich habe gar nichts gebracht, um vor Jesus zu bestehen. Aber er hat alles gebracht. Jetzt stehe ich als Gerechter, als Gelieber, als Sohn vor Gott und er läd mich ein zur Feier in Ewigkeit. Ich habe dafür nichts gebracht – ich war nicht mehr und nicht weniger als jeder Mensch der mit begegnet, wenn ich meine kleine christliche Blase verlasse.
Wahrscheinlich war ich eher weniger.
Aber das ist unwichtig.
Wichtig ist:
Die Gnade Gottes!

  1. Schlussgedanken
Immer wieder wird mir bewusst, dass dieses Evangelium von Kreuz und Auferstehung Jesu für mich zum Anker, zum Kompass wird, wie ich durch den Sturm dieser Welt fahren kann. Es ist kein einfaches Leben, dass mir dieser gekreuzigte und siegreiche Jesus schenkt: Es ist ein Leben, das geprägt ist davon, seine eigene Schwachheit und seine Fehler zu erkennen und sich ganz darauf zu verlassen, dass die Gerechtigkeit und der Wert, den ich habe, nicht von mir kommt, sondern von jemandem der größer, gerechter, wertvoller ist als ich – aber der es mir schenkt.
Es ist ein Leben, in dem andere Menschen immer wichtiger für mich werden, meine eigenen Rechte immer weniger wichtig.
Es ist kein Leben, das ich auf dieser Erde vollkommen ergreifen kann.
Es ist eine Reise. Das Ziel ich Herrlichkeit.
Und immer wieder, hier und da, kann ich einen Blick darauf werden.
Einer dieser Momente war, als ich erkennen durfte:
Gnade als Lebensstil ist die logische Folge aus Gnade als Lebenswurzel.
Wie geschieht mir?
Gnade!

God Bless,

Restless Evangelical

Mittwoch, 7. August 2013

Der Tag, an dem ich heulend im Zug saß.

Warum es nichts Schöneres gibt als Bekehrungsgeschichten

Vorgestern habe ich 9 Stunden an meiner BA-Arbeit gesessen. Ich habe keine Pause gemacht, nichts gefrühstückt, und irgendwann funktionierte mein Kopf nur noch durch den halben Liter Kaffee, den ich mir auf der Hinfahrt nach Marburg reingeschüttet habe. Es war ein produktiver Tag, keine Frage. Aber es ist vielleicht auch dieser Tatsache geschuldet, was im Anschluss passierte.
In den letzten Tagen und Wochen habe ich morgens und abends im Zug Stückchen für Stückchen das Buch 'Letters from a Skeptic' gelesen, in dem Greg Boyd einen Briefwechsel mit seinem agnostischen Vater beginnt. Greg Boyd ist Pastor und Professor am Bethel College & Seminary. In dieser Funktion unterrichtet er auch 'Apologetics', was die Kunst bezeichnet, den Glauben rational zu verteidigen. Also begibt er sich auch eine mehr-als-zweijährige Reise mit seinem Vater, während der sie die klassischen großen Anfragen an das Christentum besprechen. Der freundliche Ton und die liebevolle Atmosphäre, ebenso wie die Menschlichkeit und Bodenständigkeit der Sprache haben mir von Anfang an imponiert. Gestern auf der Rückfahrt habe ich die letzten zwei Briefe gelesen. Beide kommen vom Vater. Seine letzte Frage ist „Wie kann ich wissen, dass das auch wirklich alles stimmt und wir nichts vergessen haben?“. Am Ende steht: Ich glaube!
Als ich dort saß, im Zug, und den kurzen Epilog las, in dem Greg berichtet, wie die Macht Gottes seinen Vater nach dieser Entscheidung mehr und mehr verändert hat, merkte ich auf einmal, wie Tränen mein Gesicht hinunterliefen.
Das war kein Schluchzen und nichts Außergewöhnliches. Wer mich kennt, weiß, dass das hin und wieder bei Büchern vorkommt. Ich denke auch nicht, dass irgendeiner im Zug es mitbekommen hat.
Aber – es waren Tränen der Freude.

  1. Freude über Jesus
In erster Linie war es Freude über diesen spektakulären, atemberaubenden Retter.
Ich habe mir an meinem Arbeitsplatz in der Bibliothek der FTH eine kleine Post-It-Note an die Seite geklebt, die mich während meiner Arbeit an die eine, großartige, fundamentale und unübertreffliche Wahrheit erinnern soll: „Hold fast that God is an amazing Savior.“
Am Sonntag hatte ich das Privileg, darüber zu predigen, wie Petrus am Ende seines Lebens diese lebensverändernde Botschaft von der Gnade Gottes noch einmal zusammenfasst. In der Vorbereitung für diese Predigt habe ich mich gefragt: Wie kann ich etwas anderes predigen als diese Botschaft, von Hoffnung und Veränderung, von grenzenloser Gnade und grenzenloser Liebe. Wie kann ich von etwas anderem Reden? Wie kann ich Menschen Lebensratschläge geben, die sie in jedem Selbsthilfebuch finden, die ihnen aber nicht helfen werden, weil sie nicht mit dem grundsätzlichsten Problem der Menschen anfangen: Unserer Sünde.
Als ich in Boyds Buch gelesen habe, wie die Rationalität der evangelikalen Spiritualität nach und nach eine Barriere nach der anderen bei diesem alten, zynischen Agnostiker abgebaut hat und er immer mehr zu dem Punkt gekommen ist, dass er beginnen konnte zu fragen: „Was ist, wenn es diesen Gott wirklich gibt?“ habe ich gemerkt, wie dieser Gott genau das macht, was er von sich selbst sagt zu lieben. Er liebt es, gnädig zu sein – und will deswegen nicht ewig an seinem Zorn festhalten (Micha 7,18).
Manchmal müssen wir uns schwierigen Fragen des Glaubens stellen – und versuchen zu ergründen, warum dies oder jenes passiert. Ich denke nicht, dass das an und für sich eine schlechte Idee ist. Aber alle diese kleinen, stechenden Fragen können versuchen, unseren Blick zu fangen. Dann stellen wir uns lieber die Frage, ob die Sintflut hätte stattfinden können und wie wir das mit den geologischen Daten in Einklang bringen, und nicht mehr, wie unglaublich dieser Retter ist. Und es gibt viele hundert anderer kleiner Fragen, die so funktionieren.
Im besten Fall führt uns das dazu, dass wir mehr vertrauen finden in die Bibel, weil wir erkennen, dass sie erstaunlich akkurat ist, was historische Fakten angeht. Und dann lesen wir mehr darin und erkenne auf jeder Seite Gottes Rettungsmission, die ihren Höhepunkt im sterbenden Gottessohn findet.
Im schlechtesten Fall nehmen uns diese Fragen so sehr gefangen, dass wir vergessen, auf diesen Jesus zu sehen. Unsere ganze Aufmerksamkeit kann davon gefangen werden – selbst als Christen – und wir werden zu solchen „Wächtern auf der Mauer“, die ihr kleines Thema gefunden haben und darauf herumkauen – und dann reden sie über nichts anderes mehr. 'Habe ich dir schon erzählt, dass alle Geologen lügen, wenn sie sagen, dass die Sintflut nicht stattgefunden hat?' Als würde sich unsere Hoffnung an diesen Fragen festmachen. Als ob solcher Hochmut jemals irgendwem geholfen hat.
Wenn es etwas gibt, von dem ich nicht mehr aufhören will zu reden, dann ist es das Kreuz. Und eigentlich nicht wirklich dieses Holz mit seinen Maserungen und dem verkrusteten Blut alter Kreuzigungen an ihm. Eigentlich ist es der Mann, der dort hing und bereit war, zu tragen, was ich hätte tragen müssen, behandelt zu werden, wie ich hätte behandelt werden müssen, damit ich tragen darf, was er erworben hat und damit ich behandelt werden darf, wie er behandelt wird.
Ich habe niemals, nirgendwo, eine Nachricht gehört, die mehr in den Menschen gemacht hat; keine Nachricht, die mich tiefer berührt und tiefer bewegt hätte.
Es war diese Nachricht von der bedingungslosen Gnade Gottes, von der Greg Boyds Vater irgendwann sagte:
Your understanding of God's Grace is so strange, Greg, that I almost think it must be a revelation from the Almighty, because I can't imagine a person ever dreaming up such a counterintuitive notion! Common sense says that people go to heaven or hell depending on wether they're good or bad, and this is what I always thought Christians believe.“ (Boyd, Gregory, Letters from a Sceptic. A Son wrestles with his Fathers Questions about Christianity; Colorado Springs: David C. Cook 2010, 218; Hervorhebung im Original)
  1. Freude über einen neuen Bruder
Bei der Gießener Tafel haben wir einen Kunden, der Christ ist. Jedenfalls ist er der einzige, der das offen mit sich herumträgt. Vor ein paar Wochen kam er herein und sprach mich an – da er weiß, dass ich seine Spiritualität teile – mit: „Guten Tag, mein Bruder.“ Ich musste lächeln, aber andere haben komisch geguckt. Und dann hat er einen schönen Satz gesagt. „Das ist der größte Ehrentitel, den ein Mensch bekommen kann.“
Das war natürlich nicht sehr missional, es wurde nichts erklärt oder deutlich gemacht. Aber Recht hatte er eben doch.
Vor kurzem hat ein Freund, mit dem ich über den christlichen Glauben diskutiere, gesagt, dass was ich in der Gemeinde (oder im Hauskreis, oder in der FTH) erlebe nicht 'Gott' sei, sondern Gemeinschaft und alle ihre schönen Seiten. Was für eine kuriose Unterscheidung. Wenn wir wirkliche der Körper von Jesus sind, dann bedeutet das nicht nur, dass wir 'wie Jesus' handeln sollten, sondern auch, dass wir durch ihn so eng verbunden sind wie Arme und Beine und alles andere. Das gleiche Leben fließt durch uns – da ist nichts, was uns trennt. Wir sind zu einem geworden, gerade weil wir in der selben, gereinigten Beziehung zu Gott stehen können durch dieses Evangelium,
Also ist es auch das Evangelium vom sterbenden Gottessohn, das uns verbindet.
Ich kenne Ed Boyd nicht, habe ihn nie kennenlernen können und wenige Jahre nach seiner 'Bekehrung' ist er gestorben; nach dem, was Greg darüber berichtet, friedlich und mit kindlichem Gottvertrauen.
Ich kenne auch Greg Boyd nicht, und ich habe einige Anfragen an seine Sicht von Gottes Allwissenheit. Aber hier am Kreuz zählt das nicht mehr.
Denn ich weiß, dass wir eng wie Geschwister sind, ohne uns zu kennen. Das ist der größte Ehrentitel, den ein Mensch bekommen kann. Wir können ihn uns nicht verdienen. Er wird uns geschenkt. Aber es hängt mehr Ehre, mehr Gemeinschaft, mehr
  1. Freude, weil es nicht mehr nur ein 'Ich' gibt
Manchmal fühle ich mich ganz elend, wenn ich an den Individualismus denke, der unsere Kultur so fest in ihren Fängen hat. Es ist nicht, dass ich nicht die Selbstbestimmheit an sich zu schätzen wüsste. Tim Keller hat es letztens auf Twitter in einer Questions&Answers Session sehr schön ausgedrückt über unsere Generation. „You're the Generation most afraid of real community because it inevitably limits freedom and choice. Get over your fear.“ (gelesen bei: http://www.christianpost.com/news/timothy-keller-talks-christianity-and-churchs-biggest-problem-101193/)
Die Idee von Gemeinschaft, von Gemeinde, wo wir verbunden sind mit einem Ziel und vor allem einem Ausgangspunkt, ist, was am Ende jeder Bekehrungsgeschichte steht. Ein Mann, der jahrzehnte-lang für sich Leben musste, kommt in eine Gemeinschaft, in der wir von dieser Last befreit sind. Und ich empfinde es als eine Last, immer alles meistern zu müssen, immer meinen Ansprüchen gerecht werden zu müssen und immer den Ansprüchen zu genügen, die andere an mich haben.
In einer Gemeinde soll es anders sein. Matt Chandler nennt die Gemeinde eine Gemeinschaft, die sich um das Evangelium sammelt. Er hat auch einmal gesagt, dass er erst sicher ist, dass seine Gemeinde das Evangelium verstanden hat, wenn sie beginnen, sich gegenseitig ihre Sünde zu bekennen.
Wo eine Gemeinschaft entsteht, in der der einzelne seinen Wert nicht daraus bekommt, was er kann und was er tut, sondern einzig aus dem, was für ihn getan wurde, da kann echte Gemeinschaft entstehen.
Manchmal habe ich dieses nagende Gefühl in meinem Hinterkopf: Was ist, wenn mal niemand mehr meinen Blog liest?
Die Antwort Jesu ist: Dann habe ich dich immer noch befreit, erlöst und in eine Gemeinschaft gestellt.
Oder ich frage mich, was passiert, wenn ich mal nicht mehr irgendwohin eingeladen werde, um zu predigen.
Dann ist die Antwort Jesu immer noch die gleiche. Erlöst, befreit, in Gemeinschaft gestellt.

Das ist sicher der Grund, warum ich denke, dass es nichts Schöneres als Bekehrungsgeschichten gibt. In ihnen erkenne ich die atemberaubende Größe meines Retters. In ihnen erkenne ich, dass Menschen verändert werden können. Und in ihnen erkenne ich, dass eine tiefere Gemeinschaft möglich ist, als wir uns vorstellen können.
Und ich bin begeistert davon.
Ebenso, wie Ed Boyd.

One dramtic change was in my father's emotional tenderness. The pre-christian Ed Boyd rarely expressed emotions – certainly not in public. But the Christian Ed Boyd became a man who wore his heart on his sleeve. My father literally wept for joy every time he heard of a person coming to Christ through our correspondence – and over the course of eleven years he hear this hundreds of times!“ (Letters from a Skeptic, 233)

God Bless,


Restless Evangelical

Freitag, 19. Juli 2013

In Jesus ist das Ja und Amen.

Die Perspektive der Hoffnung als wichtigster Anker für alle Menschen

Wieso glaubst du eigentlich noch an Jesus?“, ist eine Frage, die mir dann und wann gestellt wird. Eine Freundin hat mir letztens erzählt, dass in ihrer Abizeitung stand: Wer in unserem Alter noch an Gott glaubt, tut mir Leid.
Wenn wir uns die Medien ansehen, scheint die Mehrheit der Journalisten und Literaten der Ansicht zu sein, dass die Agnostiker und Atheisten die Logik und den Verstand auf ihrer Seite haben, während Spiritualität und 'Glaube' in die Welt der Träumer und liebenswerten Weltfremden gehört, die sich den Erkenntnissen des, man meint allmächtigen, menschlichen Verstand verschließen.
Wenn ich gefragt werde, warum ich noch an Jesus glaube, in einer Welt, die mir manchmal versucht, diesen Glauben wie einen Dämon auszutreiben, an den sie nicht glaubt, dann habe ich meistens keine lange und kluge Antwort.
Ich bin nicht William Lane Craig, und ich bin auch nicht Ravi Zacharias. Ich kann mein Bestes tun, um Antworten auf Anfragen an das Christentum zu geben. Aber am Ende wird es immer mehr Fragen geben, als ich beantworten kann.
Aber es gibt eines, das mir nur die christliche Spiritualität geben kann; eines, das ich nirgendwo sonst gefunden habe; eines, das aber existentiell für das Überleben meines Optimismus' und meiner Lebensfreude ist.
Ein Wort nur, das alles zusammenfasst: Hoffnung.
Und Hoffnung ist nicht nur für mich – als Christen und Mensch – ein Anker.
Sie ist auch der letzte – um nicht zu sagen beste – Anker, von dem ich Allen erzählen will.

  1. Hoffnung als Anker für mich.
Momentan sitze ich in der Marburger Universitätsbibliothek und schreibe an meiner Bachelorarbeit. Hier, im Fachbereich 'Evangelische Theologie' kann man das gebündelte Wissen förmlich einatmen, dass von einigen der klügsten Köpfe der letzten Jahrhunderte in Buchform hinterlassen wurde. Wissen ist hier höchstes Gut.
Im Hof – das Gebäude sieht aus wie eine ehemalige Kathedrale und ich will nicht wetten, ob es nicht mal eine war – steht eine Büste von Rudolf Bultmann, jenem evangelischen Theologen und Exegeten, der die historisch-kritische Theologie des letzten Jahrhunderts geprägt hat wie wohl außer ihm nur Karl Barth.
Bultmann ist kein unbeschriebenes Blatt, wenn man als evangelikaler Theologiestudent auf seine 'Errungenschaften' sieht. Für ihn war es von zentraler Bedeutung, das Neue Testament von seinen (für Bultmann) Mythen und übernatürlichen – lies hier: erdichteten – Geschichten zu befreien, um zum wahren Kern, dem historischen Jesus vorzudringen. Von ihm soll der bekannte Satz stammen: Wer heute einen elektrischen Rasierer benutzt, kann nicht an die Auferstehung glauben.
Dieses Ziel – ob es hehr war möchte ich an dieser Stelle einmal offen lassen – hatte aber seinen entscheidenden Harken. Denn Bultmann und seinen Schülern ging mit der Zeit auf, dass ihnen durch ihre Studien die Verkündigung abhanden kam. Bultmann soll gesagt haben, dass in der Zeit der Apostel 'der Verkündiger zum Verkündigten' wurde – dass also Jesus sich selbst nicht gepredigt hat und erst die Apostel begannen, ihn zu predigen.
Nimm Jesus aus der Predigt, und du nimmst die Predigt weg. Nimm die Predigt weg, und die zerstörst den Glauben der Menschen (Röm 10,14ff)
Das wurde auch den Anhängern Bultmanns schmerzlich bewusst. Und sie begannen, einen congeniale Unterscheidung zu treffen: Sie begannen, zwischen dem historischen Jesus, der wirklich einmal gelebt hatte, und dem verkündigten Jesus zu trennen, der nur in der Predigt und der 'nach-österlichen' Vorstellung existierte.
So konnte Bultmann in der Elisabethkirche auf der Kanzel stehen, und die frommen, gutgläubigen Diakonissen saßen zu seinen Füßen, verzückt von der frommen Predigt dieses Kirchenmannes.
Als ob eine Einbildung uns halten kann.
Als ob eine Wunschvorstellung uns beruhigen kann.
Als ob eine – historisch haltlose – Behauptung uns zur Wahrheit werden kann.

Die Wahrheit, dass Jesus von den Toten auferstanden ist, leiblich auferstanden und nicht im Grab geblieben ist, ist im Neuen Testament – und damit im christlichen Glauben – die zentralste Wahrheit, an der sich unsere Hoffnung festmacht.
Wenn Gott nicht in der Lage war, Jesus aufzuerwecken – wie soll er dann diese Welt wiederherstellen?
Wenn Gott nicht in der Lage war, den Tod zu besiegen – wie soll dann dieser letzte Feind am Ende verlieren?
Wenn Gott Jesus nicht auferweckt hat, dann hat er niemals verkündet, dass das Opfer am Kreuz genug war, und wir hätten keine Hoffnung auf ein Leben in seiner Ruhe, seinem Frieden, seinem Shalom.
Paulus drückt es so aus:
Wenn nun aber gepredigt wird, dass Christus von den Toten auferweckt wurde, wie können da einige von euch sagen: "Es gibt keine Auferstehung der Toten."? Wenn es nämlich keine Auferstehung der Toten gibt, dann ist auch Christus nicht auferweckt worden. Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist auch unsere Predigt sinnlos und euer Glaube ist ohne Inhalt.“ (1Kor 15,12-14; NeÜ)

Die Auferstehung Jesu, in der Gott der ganzen Schöpfung und jedem Menschen verkündet: 'Das Opfer Jesu war genug und jetzt siehe: Ich mache alles neu!', ist der entscheidende Anker im Sturm der Weltgeschichte.
Weil Jesus auferstanden ist, ist meine Hoffnung auf eine bessere Welt, eine Welt in der Gerechtigkeit und Frieden herrscht, keine Utopie und auch kein Wunschdenken (wie es Christopher Hitchens ausdrückt).
Weil Jesus auferstanden ist, kann ich sicher sein, dass Gottes gigantischer Rettungsplan für die ganze Welt sich noch entfaltet, noch dabei ist, zu werden.
Gott hat diese Welt noch nicht aufgegeben, er hat immer noch einen Rettungsplan um alles wieder zusammenzusetzen, und dafür steht uns die Auferstehung als Beweis.
I believe!“, sagt Rob Bell in seinem Video 'You'. „I believe because I see the ressurection unfolding all around me.“

  1. Die Hoffnung als Anker für dich.
'Oh, das ist ja großartig – für dich', denkst du vielleicht. Wieso sollte dich überhaupt interessieren, was irgendwelche Autoren von vor 2000 Jahren darüber gedacht haben, wie es mit dieser Welt weitergeht und wo Hoffnung zu finden ist?
Haben wir nicht dringendere Probleme zu lösen als Hoffnungslosigkeit?
Wieso sollte 'Hoffnung' in diesem globalen Sinn überhaupt wichtig sein für irgendjemanden, der nicht ein Träumer ist wie ich?
Ich denke, dass die Antwort in einer der schwierigsten Anfragen an das Christentum liegt: in der Frage nach dem Leid in der Welt.

Daniel Kirk nennt in seinem Buch 'Unlocking Romans' den ganzen Römerbrief 'Paulus Antwort auf das Theodizee-Problem', also die Frage, wie ein liebender Gott Leid zulassen kann. Die Antwort findet Paulus (und mit ihm Kirk in seinem Buch) in der Auferstehung des gekreuzigten Gottessohnes.
Wenn Jesus für die Sünden der Welt gestorben ist,
und in der Auferstehung Gott allen Menschen deutlich sagt: Es ist vollbracht,
dann bedeutet das für das Leid in der Welt – hervorgerufen von der Sünde, die uns alle betrifft, dass es endlich eine Antwort darauf gibt.
In seinem wohl wunderbarsten Brief, dem 2. Korintherbrief, schreibt Paulus die unglaublichen Zeilen:
Denn Jesus Christus, der Sohn Gottes, den Silvanus, Timotheus und ich bei euch gepredigt haben, ist nicht als Ja und Nein gekommen: Nur das Ja ist in ihm verwirklicht. In ihm ist das Ja zu allen Zusagen Gottes. Darum sprechen wir durch ihn auch das Amen zur Ehre Gottes. Gott hat uns mit euch zusammen fest auf Christus, den Gesalbten, gegründet. Ja, er hat uns gesalbt, uns sein Siegel aufgedrückt und als Anzahlung seinen Geist in unsere Herzen gegeben.“ (2Kor 1,19-22; NeÜ)
Alles Versprechungen, die Gott gemacht hat: Von einer Welt in Frieden, von einer gereinigten Beziehung zwischen ihm und den Menschen, von seiner vollkommen Anwesenheit bei seinem Volk, alles ist in Jesus verwirklicht.
Das Leiden dieser Welt findet seine Antwort in den Versprechungen, den Verheißungen, die Jesus macht.
Deswegen schreibt Greg Boyd in seinem Buch 'Letters from a Skeptic' an seinen agnostischen Vater, mit der Frage konfrontiert, warum Gott soviel Leid zulässt, folgendes:
„If there is no heaven, Dad, then all the sufferings, tears, and cries of the dying children go unanswered. Life is finally tragic for all of us. All our hopes, longings, struggelings, strivings come to nothing, pure nothing! 'Life's a bitch, then you die.' But isn't there something in the depth of your heart which refuses to accept this as the whole truth? Isn't there something within you which resonates with the biblical proclamation that this story must have a happy ending?“ (Gregory Boyd, Letters from a Skeptic. A Son Wrestles with his Fathers Questions about the Christian Faith, Colorado Springs: David C. Cook, S.36)


  1. Fazit
Ich kann das nachvollziehen, diese Sehnsucht, diese Hoffnung.
Ich denke, dass viele das nachvollziehen können.
Und so gibt es nur eines, das uns ein Anker sein kann, wenn wir uns konfrontiert sehen mit den Auswirkungen von Sünde in der ganzen Welt: Krieg, Hunger, Leid, Zerstörung – alles geboren aus der zerstörten Beziehung der Schöpfung mit ihrem Schöpfer, dem außer Kontrolle geratenen Kompass in uns, der eigentlich auf Gott und Herrlichkeit geeicht sein sollte, aber nur noch auf uns selbst und auf Gier zeigt.
Eine Antwort bleibt.
Auch für dich.
Hoffnung.

God Bless,
Restless Evangelical