Mittwoch, 27. März 2013

Ganz verschiedene Bilder!


Wie wir Jesus an Karfreitag sehen

Während ich hier in einem Café sitze und an meiner Predigt für Karfreitag sitze, trifft es mich immer wieder. Ich habe mir den Bericht von Lukas über die Kreuzigung für Karfreitag ausgesucht. Finden könnt ihr ihn in Lukas 23,26-49. Er ist es wirklich wert, in den nächsten Tagen wieder gelesen zu werden.
Während ich diesen Text also untersuche und versuche, aus ihm immer mehr Wahrheit für unser Leben, Schönheit über unseren Messias und Grauen über unsere Verlorenheit zu entlocken, fiel mir auf, wie viele verschiedene Menschen an diesem Kreuz zusammengekommen sind. Sie stehen dort und, wie es heißt, „[s]ie hatten alles mit angesehen.“ (V49; NeÜ)

1. Die Menge
Dort sind vor allem die vielen Menschen, die Volksmenge, die vor wenigen Tagen den gleichen Jesus mit Palmwedeln begrüßt hatte, in ihm (zu recht) den Anwärter für den Thron Davids sahen. Sie stehen jetzt da, warten was passiert. Sie hatten geschrien, dass er gekreuzigt werden sollte, und ihren Willen haben sie bekommen. Eine Kreuzigung, das war damals ein offenes Spektakel. Man ging hin, um es zu sehen. Wie dieser arme Wurm am Kreuz hing, in seinem eigenen Blut, Urin, Kot, Schweiß und seinen Tränen. Ein Schauspiel. Wie furchtbar, denken wir aufgeklärten Menschen heute. Und dann schalten wir unseren Fernseher an – und sehen nichts anderes. Bei uns passiert die Brutalität auf der seelischen Ebene, wo sich junge Menschen geistig und körperlich nackig machen, um uns zu bespaßen. Bebo Norman singt in seinem wunderbaren Lied 'Britney':
Britney I'm sorry for this cruel cruel world,we sell the beauty but destroy the girl.Britney I'm sorry for your broken heart,we stood aside and watched you fall apart.“
Er singt, natürlich, über Britney Spears.
Aber Jesus ist nicht das Objekt, dass unsere Augen befriedigt und von dem wir uns dann einfach wieder abwenden können. Jesus verfolgt uns. So heißt es auch von der Menge: Und die vielen Leute, die zu dem Schauspiel der Kreuzigung gekommen waren und alles miterlebt hatten, schlugen sich an die Brust und kehrten voller Reue in die Stadt zurück.“ (V48; NeÜ)
Kalt lässt uns Jesus nie zurück; es verfolgt uns, was wir über ihn hören. Die Menge, das sind wir. Ich bin sicher, dass ich heute unter ihnen stehen würde, mit ansehen wie dieser Mann getötet wird. Aber es, eigentlich: er, verfolgt mich bis nach Haus, in mein Herz und fragt: Kann es sein, dass ich das für dich getan habe?

2. Die Spötter
Dann sind da noch die anderen, die Spötter. Es sind die Soldaten, die Führer des Volkes und die Verbrecher, die mit ihm gekreuzigt werden. Sie spotten, sprechen Jesus nur mit seinem Titel an.
Welche Ironie: Sie denken, dass sie ihn verletzten durch diesen Titel, dabei sind sie dabei, als Jesus diesen Titel zurückgewinnt: König der Juden. König der Welt müsste dort stehen. König der Könige und Herr der Herren.
Sogar die Verbecher – jedenfalls einer von ihnen – fangen an, Jesus zu verhöhnen. Es liegt daran, dass wir uns irgendwie besser fühlen, wenn wir uns und anderen klar machen können, dass wir besser sind als die anderen. In den letzten Tagen habe ich ein Buch gelesen, dass mich sehr bewegt hat. 'Das ist also mein Leben' von Stephen Chbosky. Einer der Protagonisten ist schwul und insgeheim mit dem Quarterback der Highschoolmannschaft liiert. Folgt bitte der Erzählung, dann versteht ihr meinen Punkt. Irgendwann kommt diese Beziehung natürlich raus, aber nicht in der Schule, sondern nur zuhause. Patrick will mit dem Quarterback reden und geht zu ihm an den Tisch, wo alle anderen Footballspieler auch sitzen. Und spricht mit ihm. Und der Quarterback nennt ihn eine Schwuchtel. Einige Zeit später trifft Patrick den Quarterback wieder, im Park bei einem bekannten Treffpunkt für die Homosexuellenszene in der Stadt.
Es geht mir nicht darum, dieses Verhalten an dieser Stelle moralisch zu beurteilen; aber ist es nicht verwirrend, dass ein junger Mann, der offensichtlich homosexuelle Gefühle hat, sich besser dadurch fühlt, dass er einen anderen wegen genau dieser Gefühle erniedrigt?
Wir können im miesesten Dreck schwimmen, unseren Kopf schon in der Schlinge haben: Solange wir jemanden finden, dem es schlechter geht als uns, haben wir Hoffnung.
Selbst, wenn das bedeutet, dass wir unsere Freunde beleidigen.
Selbst, wenn das bedeutet, dass wir uns am Ende selbst verletzten.
Selbst, wenn das bedeutet, dass wir Gott ins Gesicht schlagen.
Aber Jesus taugt nicht als Mitleids- und Hohnobjekt. Jesus war immer größer als der Spott, der ihm entgegenschlägt. Und das merken alle diese Gruppen.
Die Führer des Volkes haben ihre ganz eigenen Jesusnachfolger in ihren Reihen. Denkt an Nikodemus (Nikodemus kam bei Nacht... *sing*). Oder denkt an Joseph von Arimathäa, dem wir in V50 wiederbegegnen.
Die Soldaten haben ihren Centurion, ihren Hauptmann und Vorgesetzten. Er mag anfangs mitgespottet haben. Es war ja sein Alltag, solche Szenen zu sehen. Sein Kopf hat die vielen Bilder sicher schon lange nicht mehr gespeichert. Aber dieser Tag bleibt ihm in Erinnerung. Es gibt frühe kirchengeschichtliche Hinweise darauf, dass dieser Hauptmann später eine wichtige Rolle in einer heidenchristlichen Gemeinde innehatte. Seine Bekehrung war echt, er konnte nicht länger spotten. Dieser Jesus am Kreuz, so klein er in diesem Moment wirkte, was größer als sein Spott.
Und dann sind da die beiden Verbrecher. Die anderen Evangelien berichten uns nichts davon, dass einer der Verbrecher sich später für Jesus eingesetzt hat. Das liegt wahrscheinlich daran, dass er zu Anfang gerne mitgemacht hat. Doch dann erkennt er, wie anders dieser Jesus ist. Anders als die Verbrecher, die er jemals kennengelernt hat. Und das lässt ihn nicht kalt. Er kann diesen Jesus in seinem Kopf nicht mehr als Verlierer speichern. Das Bild, das er hier sieht, sprengt den Rahmen und er muss aufhören, einstehen für Jesus. Und dann kommen wir zu diesem überwältigenden Statement, das er abgibt. Er nennt Jesus mit Namen. Der Einzige, der in dieser Szene Jesus mit Namen anspricht. Er kommt ihm nah – wenn auch nicht körperlich, so dann doch wenigstens geistlich. Demütig – weil er seine eigene Schuld erkannt hat – bittet er Jesus nicht um Reichtum und Ehre, nicht um Wiederherstellung und Heilung. Er bittet ihn ganz bescheiden: „Jesus, denk an mich, wenn du deine Herrschaft antrittst!“ (V42; NeÜ) und Jesus schenkt es ihm.

3. Dieser Jesus
Welches Bild haben wir von diesem Jesus am Kreuz?
Ist er das Schauspiel, das uns nicht mehr in Ruhe lässt?
Ist er das Spottobjekt, das schlechter dasteht als wir, damit wir uns besser fühlen?
Zu meinem Geburtstag hat mir meine Schwester, die ich sehr lieb habe, ein wunderbares Bild gemalt. Es zeigt ein Portrait von Jesus am Kreuz. Es ist in Schwarz/Weiß gehalten. Nur die Dornenkrone ist Rot – sie zieht den Blick auf sich.
Ich liebe dieses Bild mehr als alle anderen Gegenstände in meinem Zimmer, weil es Wahrheit ist. Reine Wahrheit. Ich liebe es, weil es mich daran erinnert, wie ich diesen Jesus am Kreuz sehen will.
Ich will nicht mitleidig sein mit diesem Jesus, denn er hat sein Leben doch selbst niedergelegt, ist willig in den Tod gegangen.
Ich will auch nicht hochmütig gegenüber diesem Jesus sein, denn ich brauche seinen Tod so wie jeder andere Mensch. Ich brauche ihn mehr, als ich mir vorstellen kann. Ich brauche ihn mehr, als mir lieb ist.
Ich brauche diesen Jesus, diesen blutigen, stinkenden Menschen; diesen sterbenden Gott.
Denn an diesem Kreuz, da finde ich Schönheit, wirkliche, echte Schönheit. Da finde ich einen König, der sich nicht zu schade ist für mich. Paulus beschreibt dieses Ereignis später so: „Er hat den, der ohne Sünde war, für uns zur Sünde gemacht, damit wir durch ihn die Gerechtigkeit bekommen, mit der wir vor Gott bestehen können.“ (2Kor 5,21; NeÜ). Er wollte mich retten, deswegen begibt er sich in Schande, Spott, Not und Tod.
Ich brauche diesen Jesus am Kreuz; ich brauche ihn nicht nur – ich liebe diesen Jesus am Kreuz. Mit jedem Blick auf dieses Bild – das, das mir meine Schwester gemalt hat; das, das diese Erzählungen in den Evangelien in meinem Kopf malen – wächst meine Liebe für diesen Jesus.
Da haben wir sie wieder – die Liebe. Sie macht die Schönheit aus. Sie stiftet unsere Hoffnung.

God Bless,

Restless Evangelical

Dienstag, 26. März 2013

Nicht die schönste Geschichte!


Rezension zu Rob Bells What we talk about when we talk about God

Gerade bin ich fertig geworden mit dem neuen Buch von Rob Bell. Er hat sich das Thema 'Gotteslehre' vorgenommen und in einem Interview vor der Veröffentlichung verlauten lassen, dass er mit diesem Buch das Gleiche mit Gott machen will, was er zuvor mit der Hölle in Love Wins machte.
Nichtsdestotrotz war ich wirklich gespannt, geradezu fiebrig auf dieses Buch. Zum Unbehagen meiner orthodoxeren Freunde bin ich nämlich – entgegen dem momentanen reformiert-evangelikalen Trend – durchaus ein Fan von diesem post-evangelikalen, wie-auch-immer christlich gearteten Artisten, Künstler, Wortzauberer, um nicht zu sagen, Pastor. Wenn ich auch wirkliche Bauchschmerzen bekomme bei vielem, was er über Theologie zu sagen meint, so sehr entfaltet sich in mir oftmals ein Wohlgefühl, wenn ich an seine Sprachkünste denke. Was auch immer man zu seinen Büchern vorher sagen konnte, eine unterhaltsame Lektüre waren sie immer. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an dieses Buch
Um es vorweg zu nehmen – ich bin wirklich enttäuscht von diesem Buch. Natürlich liegt das ein stückweit an mir selber und meine Enttäuschung will ich dem armen, von aller Welt verschrienen Pastor aus Californien auch wirklich nicht anlasten. Aber ich muss es auch sagen dürfen. Es waren zwei Dinge, weswegen ich mich auf dieses Buch gefreut habe. Beide Erwartungen wurden leider enttäuscht. Mehr noch fand ich das Buch nicht im mindesten Originell.

  1. Wo bleibt die Sprachgewalt?
Ein Grund, warum ich Rob Bells Bücher immer gerne gelesen habe, ist vor allem, dass er einer der großartigsten Autoren ist, die momentan auf dem großen christlichen Meer herumschwimmen. Er weiß, was er schreibt und wie man schreibt und es ist immer wieder eine große Freude gewesen, davon zu lernen. In diesem Sinne war es mir vor allem ein Anliegen, in der Form und Weise zu wachsen, wie wie über Gott reden können.
Doch genau das hat mir in diesem Buch gefehlt. Immer wieder hat Bell die gleichen Phrasen bemüht, die gleichen Wörter. Seine Geschichten – mit denen er sonst jede seiner Ideen zu würzen vermag – waren meist fahl.

  1. Wo bleiben die guten Fragen?
Ein zweiter Grund, warum ich Bells Bücher immer gerne gelesen habe, waren die Fragen, die er an meinen Glauben gestellt hat. Ich musste meine Positionen überdenken und mir klar werden, warum ich eigentlich glaube, was ich glaube.
Diese Fragen haben mir in diesem Buch immer mehr gefehlt. Der Inhalt war nicht besonders herausfordernd. Seine vielen Spitzen gegen überzeugte 'Fundamentalisten', die sicher sein können, wie Gott ist, haben mich nicht wirklich getroffen – wobei ich sicher bin, dass er Leute wie mich meinten. Das Konzept von 'Gott kennen' fehlt dem Buch komplett. Tatsächlich habe ich nicht einmal etwas von 'knowing God' gelesen.
Aber gerade das finde ich wenig herausfordernd. Bell schreibt zwar von dem Gott, der 'ahead of us' ist, scheint uns aber durch die Mystik, die seinem Gottesbild anhaftet, wieder zurück zu schicken in eine Zeit vor Jesus und der entdgültigen Offenbarung Gottes. Und das führt mich zu meinem wirklichen, großen, enttäuschenden, verwirrenden, überraschenden Kritikpunkt:

  1. Wo bleibt die gute Geschichte?
Jeder, der Bells Bücher gelesen hat, weiß, dass seine Argumentation nie darauf fußt, dass er besonders starke rationale Argumente hat. Die Frage, der er sich verschreibt, liegt eher darin: Ist die alte Geschichte wirklich die beste Geschichte, die wir erzählen können? Bell würde sagen: Nein! Ich würde sagen: Ja!
Bell schreibt: „An image of God doesn't contain God, in the same way a word about God or a doctrine or a dogma about God isn't God; it only points to God.“ (S.90) Dieser Satz mag stimmen, und manchem Theoretiker unter den Gelehrten durchaus mal zugemutet werden. Eine wirkliche Erklärung was Gott denn nun eigentlich ist, bleibt Bell dem Leser allerdings schuldig. Für Bell ist Gott nicht mehr als das Kribbeln in besonders intensiven Beziehungen; das Staunen in den besonders tiefen Erlebnissen; die Ehrfurcht in Gegenwart von etwas Größerem. Bell schreibt: „It's one thing to sing about God and recite quotes about God and invoke God's name; it's another to be aware of the presence in every taste, touch, sound and embrace.“ (S.123) Gott scheint nicht mehr persönlich zu sein; es gibt nicht wirklich etwas, das wir über diesen Gott wissen können, als das er 'mit und für und vor' uns ist. Was genau das bedeutet, wohin er uns vorwärts zieht, was es bedeutet, dass er mit uns ist und wieso er für uns ist, bleibt Bell dem Leser schuldig.
Meine Frage ist: Ist das wirklich eine gute Geschichte? Der Leser hängt in der Schwebe und wird aufgefordert, Gott irgendwie zu erfahren ohne ihn wirklich zu kennen. Mir gefällt diese Geschichte nicht, und ich denke auch nicht, dass sie wirklich die Schönste ist, die wir erzählen können.
Lasst mich einen Vergleich ziehen. Lasst uns kurz annehmen, ich sei ein Autor von Liebesromanen. Nicholas Sparks-Style (den ich für einen wirklich großartigen Autor halte – no Joke!). Und ich schreibe ein neues Buch, in dem 'die Kraft der Liebe und der Hoffnung in einer Beziehung' deutlich werden soll. Mein Ziel ist es, den Menschen die Kraft der zwischenmenschlichen Liebe und Beziehung zu verdeutlichen.
Aber meine Geschichte würde nur kurz sein. Ich würde weder den Namen der Frau, noch den Namen des Mannes, noch die Umstände durch die sie sich kennen lernen nennen. Alles was ich schriebe, wären die immer gleichen Phrasen davon, wie schön diese Beziehung gibt und wieviel Halt sie den Zweien gibt. Und ich Ende damit, dass ich die Leser auffordere, es nun selbst zu erleben. Wie stark, tragfähig wäre diese Geschichte? Wäre sie überhaupt eine Geschichte?
Daran musste ich immer denken, als ich das Buch von Bell gelesen habe.
Denn das großartige an unserem Gott ist doch, dass er sich in der Menschwerdung Jesu greifbar gemacht hat und wir ihn kennen können! Dieses Konzept ist revolutionär. Nicht die mystische Erfahrung eines irgendwie gearteten Gottes, den wir weder beschreiben noch kennen können. Der Gott, der sich selber einen Namen gibt – Jahwe, ist der revolutionäre Gott. Der Gott, der sich selber klein macht um mit uns Gemeinschaft zu haben, ist der revolutionäre Gott. Der Gott, der bereit ist, die Strafe für unsere Schuld auf sich zu nehmen, ist der revolutionäre Gott. Der wirklich revolutionäre Gott, ist der Gott, der spricht.
Der Gott, den ich mir aussuchen würde, ist der Gott, der sich finden lässt.

  1. Fazit
Was lässt sich abschließend zu diesem Buch sagen? Ich will es nicht vollkommen schlecht machen. Ich hatte durchaus Spaß beim Lesen. Dass Bell es nicht schaffen konnte, meinen hohen Erwartungen zu genügen, liegt auch daran, dass ich seine restlichen Publikationen kenne und er im Stil mancher amerikanischer Bestseller-Pastoren vieles davon in diesem Buch mehr oder weniger recycelt hat. Immerhin macht er sich die Mühe, darauf hinzuweisen in den Endnoten – vielleicht auch zu dem Zweck, dass man gleich nochmal den großen Mediendienstleister mit den schrecklichen Arbeitsbedingungen (Vorsicht, Sakasmus!) bemüht und sich diese Bücher und DVDs bestellt.
Es sei jedem empfohlen, dieses Buch zu lesen, nur schraubt eure Erwartungen herunter. Lest selbst nach, wenn Bell eine Geschichte aus der Bibel nacherzählt – oft geht er am Kerngedanken so stark vorbei, dass man ihm Fahrlässigkeit unterstellen kann.
Und vor allem, lasst euch von hier aus zugerufen sein: Es gibt wirklich eine schönere Geschichte über Gott zu erzählen; eine, in der wir ihn wirklich kennen können.
Nun, dass ist es, wovon ich wirklich reden will!

God Bless,

Restless Evangelical

Samstag, 16. März 2013

Menschen wie wir!


Wie und warum wir mit anderen Menschen über ihre Sünde reden sollten.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich in der ZDF Mediathek ein Video geöffnet habe, das den Titel trug: Götter wie wir. Beißende Satire schwoll mir entgegen. Und das nicht mal auf einem besonders hohen Niveau. Und ich erinnerte mich an einen Satz, der mir schon früh mitgegeben wurde: „Wenn Menschen sich über die Kirche lustig machen, wollen sie immer auch Gott lächerlich machen.“ Diese Sendung aber war unverborgen beleidigend. Und bei den christlichen Gruppen, denen ich bei Facebook beigetreten bin, wurden schnell die Aufrufe laut, sich an einer Unterschriftenaktion gegen die Sendung zu beteiligen. Ich habe natürlich mitgemacht. Und andere sagten, es würde mehr bringen, wenn wir einen Brief an den Intendanten schreiben und unsere Empörung deutlich machen. Habe ich natürlich gemacht. Natürlich stehe ich für die Ehre meines Gottes auf. Und dann standen in meiner Email solche Dinge wie: Über unseren Gott macht ihr euch lustig, aber über den Islam darf man nichtmal eine kritische Reportage bringen? Als ob es das irgendwie besser machen würde. Ist unsere Schmach weniger klein, wenn sich über den Gott des Nachbarn auch lustig gemacht wird? Damals waren die ersten leisen Gedanken in meinem Kopf, in denen ich mich gefragt habe, aus welchem Beweggrund ich das eigentlich geschrieben habe. Was hat meine Finger zum Tippen gebracht?
Und dann kommen wir auf die persönliche Ebene. Ich haben ein paar schwere Wochen hinter mir, in denen man mich etwas unsanft auf manche Sünde in meinem Leben aufmerksam gemacht hat, von der ich bis dahin nichts wusste. Es ist nicht schwer zu erkennen, dass ich Sünde und Unreife in meinem Leben habe – das ist nur eine biblische Wahrheit, sondern vor allem auch ziemlich deutlich für jeden, der Zeit mit mir verbringt, allen vorran mir selbst! Es ist also nicht wirklich das Problem, dass ich mir bewusst über die eine oder andere Sünde in meinem Leben wurde. Es war mehr der Fakt, dass es solche waren, von denen ich bis dahin nichtmal geahnt habe, dass ich sie haben könnte. Ich habe mit manchen Leuten darüber geredet, mit unterschiedlichem Ausgang; vor allem aber habe ich in den Worten vom Propheten Jeremia einigen Trost gefunden; und einige Weisheit, wie wir gesund mit der Sünde anderer umgehen können, die wir sehen.

  1. Gott braucht uns nicht!
Jeremia hatte wirklich keinen einfachen Dienst. Er war von Anfang an dazu berufen, einem Volk zu predigen, von dem ihm vorausgesagt wurde, dass es nicht auf ihn hören würde, sich von ihm abwenden würde und ihn sogar töten würde. Mit dieser Voraussetzung in den Dienst zu starten ist wirklich nicht einfach. Und immer wieder war es das Gericht Gottes über den Götzendienst der Israeliten, das er verkünden sollte. Dabei ist der König von Babylon immer das Werkzeug des Gerichts. Gott selbst sagt über Babylon: Du warst mein Hammer, meine Waffe im Krieg. / Mit dir zerhämmerte ich Völker, / mit dir zerschlug ich Königreiche. Mit dir zermalmte ich Pferd und Reiter, / mit dir zertrümmerte ich Lenker und Wagen.“ (Jer 51,20f; NeÜ) Obwohl Israel Gottes Volk ist, und der Ausführer seines Gerichts von einst (in Josua lesen wir davon), hat es sich zum Gericht über sein Volk ein anderes Volk gesucht. Und trotzdem wird genau dieses Volk dafür bestraft, Israel angegriffen zu haben. Israel angreifen bedeutet, Jahwe angreifen. Das sagt Gott selbst: „Stellt euch rings um Babylon auf, / all ihr Bogenschützen! / Schießt und spart die Pfeile nicht! / Denn es hat sich an Jahwe vergangen.“ (Jer 50,14; NeÜ) Auch wenn wir Gottes Gericht verkünden – selbst wenn wir dazu ausgewählt sind, es auszuführen – dann sagt das noch lange nichts darüber aus, wie wir vor Gott selbst dastehen. Was sagt mir diese tragische Rolle Babylons über mein Umgang mit der Sünde anderer? Es zeigt mir, dass Gott mich nicht braucht. Und auch dich nicht. Niemanden von uns, die wir manchmal das Feuer vom Himmel schreiben über die, die andere Wertmaßstäbe haben oder sich über das Christentum lustig machen. Gott braucht uns nicht, um Gericht zu üben. Viel mehr hat er ja genau das verkündet: Er wird einmal genau darüber Gericht halten, wenn er wieder kommt. Er wird gerade dazu wiederkommen, um Gericht zu halten. Es ist ganz einfach nicht unsere Aufgabe, die Ehre Gottes zu verteidigen, in dem wir Feuer und Gericht über die Menschen verhängen. Wir sind Zeugen von der Auferstehung Jesu, dem Punkt, wo sich Hoffnung und Jubel zu einer Verbindung hergeben, in der staunende Glückseligkeit und seliges Staunen ihren Höhepunkt finden. Gott braucht dich nicht, um seine Ehre wiederherzustellen, und er braucht auch mich nicht dafür.
Gott hat immer schon eigene Wege gefunden, seine Ehre wiederherzustellen. Und das waren meistens Wege, die wir uns so nicht ausgedacht hätten. Denke nur einmal daran, wie Gott seinen Sohn am Kreuz für uns sterben lässt, damit seine Ehre erhalten bleibt, er gerecht handeln kann und gleichzeitig wieder in Verbindung treten kann mit den von ihm geliebten Menschen. Hättest du dir das ausgedacht? Wäre das deine Lösung gewesen? Denke einmal an Jona, der zu einem Volk geschickt wird, einzig um Gericht zu predigen. Und was die gedemütigten Assyrer finden, ist ein gnädiger, barmherziger Gott. Einer, der seine Ehre nicht an seinem Gerichtshandeln festmacht, aber der seine Ehre immer verteidigt, auf Wegen, die meistens weit von uns entfernt, über unseren Köpfen und unserer Kreativität stattfinden.
Nun wirst du dich vielleicht fragen, wieso wir dann doch dazu aufgefordert werden, das Gericht Gottes über die Erde zu verkündigen. Ich habe mich das nämlich gefragt. Und Jeremia hat mir auch darauf eine Antwort gegeben.

  1. Die Menschen brauchen uns!
Es gibt einen wirklichen Grund, warum wir die Menschen in unserer Gemeinde und die Nicht-Christen in unserer Umgebung auf das Ansprechen sollen, was in ihrem Leben zum Gericht führen kann. Und das ist die Liebe. Zweimal geht Jeremia selbst darauf ein.
Die Kinder lesen das Holz zusammen, die Väter zünden das Feuer an und die Frauen kneten den Teig und backen Kuchen als Opfer für die Himmelskönigin3. Und anderen Göttern spendet man Trankopfer, nur um mich zu kränken. Doch kränken sie denn mich damit?", spricht Jahwe. "Ist es nicht zu ihrem eigenen Schaden?"“ (Jer 7,18f; NeÜ)
Nur Lug und Trug / erschauten dir deine Propheten! / Sie deckten deine Schuld nicht auf, / um dein Geschick zu wenden.“ (Klg 2,14, NeÜ)
Was sagt mir das? Es sagt mir, dass selbst die Propheten, die so wirken als würden sie nichts anderes machen als den Menschen ihre Sünde vorhalten, dazu vor allem einen Beweggrund haben: Liebe. Sünde schadet. Sünde tötet. Sünde zieht Gericht nach sich.
Ich will nicht sagen, dass wir nicht einander und dem Intendanten des ZDF sagen können, wenn etwas abgrundtief falsch läuft, wenn etwas daneben geht. Aber wir sollten unsere eigenen Beweggründe dafür hinterfragen. Sind wir auf Genugtuung aus? Unsere Genugtuug war noch nie ein besonders guter Ratgeber!
Wenn wir Genugtuung dabei empfinden, dass wir anderen Menschen ihre Fehler vorhalten können, dann haben wir entweder das Ausmaß des endgültigen Gerichts nicht verstanden, oder keine Liebe für die Menschen in unserer Umgebung. Und beides sind sicher keine Eigenschaften, mit denen wir uns gerne schmücken wollen. Gott braucht uns nicht dafür, die Menschen zu überzeugen. Das ist immerhin das Werk des Heiligen Geistes. Gott braucht uns auch nicht, um Gericht zu bringen. Aber die Menschen brauchen uns. Wir brauchen uns gegenseitig! Ich brauche meine Geschwister, und meine Geschwister brauchen mich.

  1. Zum Schluss, eine Entschuldigung
Was nun nehme ich daraus mit? Eine reinigende Demütigung im Bezug auf meine Motivation, mit der ich über Fehler unserer Gesellschaft oder anderer Menschen geredet habe. Denn ich war dabei nicht immer, eher seltener, wenn überhaupt, davon angetrieben, dass ich den Menschen wirklich helfen will. Es war immer mehr meien Genugtuung. Oder ein falsch verstandener Stolz um das Königreich meines Gottes, das ich zu verteidigen hatte. Aber wenn ich mit anderen diskutiert habe oder auf meinem Blog über das geschrieben habe, was bei anderen falsch läuft und bei mir viel besser ist – dann war es nicht ehrliches Bemühen darum, dass mein Nachbar dadurch gestärkt wird und in seiner Erkenntnis Gottes wächst.
Aber wir sind Menschen, wir machen Fehler. Und zu spät ist es nie, sich eine andere Motivation zuzulegen und anzufangen, die Menschen in unserer Umgebung wirklich zu lieben. Wenn uns wirklich ihr Wohl am Herzen liegt, und nicht nur unsere Genugtuung, dann wird es einen Unterschied machen im Ton, mit dem wir mit anderen reden.

God Bless,

Restless Evangelical

Mittwoch, 6. März 2013

Wollen wir das wirklich?


Auf der Suche nach dem richtigen Antrieb zum Bibellesen.

Es gibt diese Leute mit diesem Leuchten in den Augen; ihr kennt solche Leute, jeder kennt solche Leute. Es scheint, dass sie ihre Augen aufblitzen lassen können, als hätten sie eine Taschenlampe eingebaut. Sie sparen sich dieses Leuchten auf, für die Momente, in denen sie über besonders wertvolle Dinge in ihrem Leben reden. Sie reden über die Familie, Musik, Essen, Spaziergänge oder die Natur. Reden über Design, Redner, Menschen. Und manche, es scheint fast eine verschwindend geringe Zahl, redet über die Bibel. Im Film 'The Book of Eli' wird gesagt, dass dieses Buch das mächtigste ist, das jemals geschrieben wurde. Mit seiner Hilfe wurden Mächtige gestürzt und Hirten zu Königen gemacht. Mit seiner Hilfe wurden Trauernde aufgerichtet. Und Hoffnung gemacht, viel zu viel Hoffnung für manche. Unser Gott ist ein Gott der Hoffnung, sagt ein bedeutender deutscher Theologe. Und recht hat er damit. Aber trotzdem ist es für viele von uns irgendwie eine Last, wenn andere Menschen so über die Bibel reden, mit diesem Funkeln in den Augen, als hätten sie einen Schatz ausgegraben. Denn wir stehen oftmals da und denken darüber nach, wann wir eigentlich das letzte Mal so über die Bibel gesprochen haben – überhaupt in ihr gelesen haben! Und während uns diese lieben Freunde eigentlich an ihrer Freude und Liebe teilhaben lassen wollten, führt es uns in Schuldgefühle. Und Schuldgefühle sind nie ein guter Katalysator für die eigene Heiligung.

  1. Wollen wir wirklich aus Schuldgefühlen Bibel lesen?
Der gerade verstorbene, großartige Howard Hendricks schreibt in seinem unübertroffenen 'Living By The Book':
By the way, one way not to do it [Bibellesen] is through guilt. Guilt is a poor motivator. It's very powerfull, but it's also poisonous to the learning process. It kills the joy that ought to mark firsthand acquaintance wit the Word. Guilt drives more people away from the scruptures than into them.“ (Howard Hendricks, Living By The Book, Chicago: Moody 1991, S.15) (dt. etwa: „Übrigens ist ein Grund, aus dem man die Bibel nicht lesen sollte Schuld. Schuld ist ein armseliger Motivator. Sie ist sehr mächtig, aber auch giftig für den Lernprozess. Sie tötet die Freude, die eigentlich der Merkmal einer persönlichen Vertrautheit mit dem Wort sein sollte. Schuld führt mehr Leute vin der Bibel weg als in sie hinein.“)
Wie oft habe ich in meiner kurzen Reise als Christ schon solche lieben Freunde erlebt, die das Bibellesen aufgegeben haben, weil der Druck auf ihren Schultern zu groß wurde. Sie fühlten sich wie unter ein Joch gespannt, das sie jeden Tag weitertreiben mussten, die Spur bloß gerade halten, nicht Müde werden, damit sie so 'heilig' seien wie die anderen Christen, die ständig 'ein Wort haben' oder 'das Schwert ziehen'. Und ich mache ihnen keine Vorwürfe. Mir geht es oft auch so – und das Theologiestudium hat da eher noch zu beigetragen. Dazu kommt, dass wir uns als Christen gegenseitig auch oft anstacheln; ein Freund übernachtet bei uns, auf einmal stehen wir um 6 Uhr auf um Bibel zu lesen. Ach, du machst das nicht?! Wir frühstücken zusammen, auf einmal liegen die Losungen auf dem Tisch: Ich les die jeden morgen, in den Ursprachen!? Wir meinen das gar nicht unbedingt böse; wir haben mehr Angst um unseren Ruf. Wenn er sieht, dass ich nicht jeden morgen lese... Wenn sie erkennt, dass ich mein Hebräisch schon fast wieder vergessen habe... Doch es ist ein schmaler Grad. Denn es lässt sich nicht leugnen, dass es diese Menschen gibt, die wirklich jeden Tag ihre Bibel lesen. Und die ihre Losungen in den Ursprachen benutzen. Und die wirklich 'Aus dem Buch leben', wie es Hendricks nennt. Und ich hoffe, dass es die nicht nur selten, vereinzelnt gibt. Die Kraft und Schönheit der Bibel kann uns überwältigen. Hendricks vergleicht es mit der Schönheit einer Bergtour. Davon zu erzählen, der Majestät der Berge und des Panoramas, kann die Ehrfurcht und Schönheit eines solchen Momentes nicht einfassen.
Ich denke, dass ein richtiges Verständnis des Evangeliums uns vor den Schuldgefühlen beim Bibellesen helfen kann. Denn die Frage, wie wir 'so heilig' werden wie der fleißige Leser da drüben, ist einfach zu beantworten. 'So heilig' werden wir am Kreuz. Wenn wir allein aus Gnade gerettet sind, nicht durch unser Zutun und Handeln, dann sind wir heilig gesprochen, weil wir am Kreuz zu Boden gehen und bekennen, dass ich nicht heilig bin. „Aber Ich!“, sagt Jesus dann. Und: „In mir seid ihr es auch!“ Lies die Bibel bitte niemals, weil du heiliger sein willst – heiliger geht gar nicht. Jedenfalls nicht in deinem Status vor Gott. Heilig ist heilig. Punkt. Kein „Aber wenn...“! Kein „Ich muss doch aber...“. Kein „Aber mein Pastor sagt...“. Es ist ein heilig und gerecht machen, nicht ein heilig und gerecht werden, von dem Paulus in 2Kor 5,21 spricht.
Ist die Bibel also unwichtig? Etwas für Theologen allein, damit es der Kirche weltweit nicht langweilig wird und man Dinge zum Zanken und Diskutieren hat? Bei weitem nicht!

  1. Wollen wir wirklich unbewaffnet vor die Tür treten?
Nun macht uns nicht nur die Bibel deutlich, sondern auch das eigene Ringen mit Sünde und dem Bibellesen, dass wir in einem Kampf stehen. Kein klassischer, epischer Kampf wie beim Herrn der Ringe, bei dem der Ausgang ungewiss ist. Der Ausgang ist so klar, wie er nur sein kann – weil er schon errungen wurde! Ein Kampf ist es trotzdem – die letzten Rückzugsgefechte eines Besiegten, wie es mein Mitbewohner mal ausgedrückt hat. Treffend. Und als ich vor einiger Zeit die Briefe gelesen habe, die Paulus am Ende seines Lebens an zwei Pastoren geschrieben hat, die er eingesetzt und ausgewählt hatte, da fiel es mir irgendwann wie Schuppen von den Augen. Im 2Tim schreib Paulus:
Mit der Schrift ist der Mensch, der Gott gehört und ihm dient, allen seinen Aufgaben gewachsen und zu jedem guten Werk gerüstet.“ (3,17; NeÜ)
Es hat mich wirklich getroffen. Die Bibel ist uns nicht wirklich dazu gegeben, dass wir uns darüber streiten. Natürlich ist die richtige Auslegung wichtig und es gibt einfach Stellen, die selbst für Bibelwissenschaftler schwierig zu betrachten sind. Aber das ist nicht der Grund, waurm wir sie haben. Sie ist uns auch nicht gegeben, damit wir einen festen Plan haben, wie wir in unserer Heiligung wachsen. Wenn ich nur morgens Bibel lese und bete und... Die Bibel gibt uns zwar einen Hinweis darauf, wie wir in unserer Heiligung wachsen, aber der Heilige Geist geht da mit jedem seinen eigenen Weg.
Also warum, Paulus, warum haben wir diese Bibel, Gott-geatmet, lebendig, kräftig, schärfer, heilig, gerecht, gut? Warum haben wir sie dann? Sie ist ein Geschenk, sagt Paulus. Damit wir ausgerüstet sind, um die guten Werke zu tun, die Gott für uns vorbereitet hat. Gott weiß, dass wir, auf uns allein gestellt, schwach sind. Denken wir an die Jünger, die immer wieder einschlafen, obwohl sie vor wenigen Stunden noch geschworen haben, ihrem Messias bis in den Tod zu folgen. Auf uns allein gestellt sind wir unfähig zu unterscheiden zwischen Wahrheit und Lüge. Auf uns allein gestellt – sind wir nicht. Gott schenkt uns dieses Buch, voller Wunder und wundern. Voller Geist und begeistert. Voller Leben und leben. Voller Atem und atmen. Voller Jesus; und mehr brauchen wir nicht. Wenn er für uns kämpft, wer kann gegen uns stehen?

  1. Wollen wir wirklich dieses Wunder liegen lassen?
Ich weiß, dass es nicht leicht ist, sich die Zeit dafür zu nehmen. Vor allem aber ist es nicht leicht, alles zu verstehen, was in diesem dicken Buch steht. Und es ist nicht einfach, alles zu glauben, was dadrin steht. Aber es ist viel 'Wundern' darin, in der schönsten Bedeutung, die dieses Wort haben kann. Staunen vor diesem großartigen Gott, der sich selbst aufschließt. Und uns ein Geschenk macht. Wollen wir uns selbst darum berauben?
Ich will euch nicht dazu drängen, eure Bibel wieder in die Hand zu nehmen. Ich will euch dazu einladen. Mit mir – in ferne aber verbunden durch einen Geist, einen Herrn, eine Taufe. Das ist keine 'Blogeinladung', kein 'Lesen wir doch gemeinsam'. Es ist eine einfache Einladung. Fang heute an, dich wieder über deinen Gott zu wundern, mit mir und allen anderen, die diesen Versuch heute wieder machen wollen, unabhängig von dem, was ich hier schreibe. Wieder staunen vor diesem Gott und wieder die Luft atmen, die frische Luft, die er in dieses Buch gepustet hat.

God Bless,

Restless Evangelical