Dienstag, 29. Juli 2014

Häppchen-Weise #11

Der Papst Emeritus, damals noch in seiner Rolle als Joseph Ratzinger, schreibt einige spannende Worte zur Frage des 'Endgerichts'.

„Der Mensch tritt in seinem Sterben heraus in die unverdeckte Wirklichkeit und Wahrheit. Er nimmt den Platz ein, der ihm der Wahrheit nach zukommt. Das Maskenspiel des Lebens, die Zuflucht hinter Positionen und Fiktionen ist vorbei. Der Mensch ist das, was er in Wahrheit ist. In diesem Wegfallen der Masken, das der Tod mit sich bringt, besteht das Gericht. Das Gericht ist einfach die Wahrheit selbst, ihr Offenkundig werden. Diese Wahrheit ist freilich nicht ein Neutrum. Gott ist die Wahrheit, die Wahrheit ist Gott, ist 'Person'.“ (zitiert in: Wilmer, Heiner, Gott ist nicht nett. Ein Priester fragt nach seinem Glauben, Freiburg: Herder 2013, S.178)

Für unsere Ohren scheint es mir drei Stufen zu geben, wie wir das Wort Wahrheit hören.

Zuerst klingt es beruhigend, denn wir können etwas festhalten.
Dann klingt es beängstigend, weil Wahrheit auch etwas zutiefst persönliches ist.
Und zum Schluss klingt es nicht vorhanden, weil wir es lieber leugnen, als uns einer unangenehmen Wahrheit zu stellen.

God Bless,

Restless Evangelical



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