Montag, 4. August 2014

Häppchen-Weise #13


Salman Rushdi schreibt in Die Satanischen Verse:

"Ein Mensch, der daran geht, sich zu erfinden, macht sich, gemäß einer Art, die Dinge zu sehen, die Rolle des Schöpfers zu eigen; er handelt wider die Natur, ist ein Gotteslästerer, verabscheuungswürdiger als alle anderen Greuel. Aus einer anderen Perspektive könnte man Pathos in ihm erkennen, Heroismus in seinem Kampf, in seiner Bereitschaft zum Risiko: nicht alle Mutanten überleben. Oder soziopolitisch betrachtet: die meisten Auswanderer lernen und können zu Masken werden. Unsre eigenen falschen Selbstdarstellungen dienen zur Bekämpfung der Falschheiten, die über uns erfunden werden, und verschleiern aus Gründen der Sicherheit unser verborgenes Ich.
Ein Mann, der sich erfindet, braucht jemanden, der an ihn glaubt, der beweist, daß es ihm gelungen ist. Wiederum Gott spielen, könnte man sagen oder man könnte ein wenig zurückstecken und an Tinkerbell denken; Feen existieren nur, wenn Kinder in die Hände klatschen Oder man könnte einfach sagen: So ist es eben, wenn man ein Mensch ist.
Nicht nur das Bedürfnis, daß ein anderer an einen glaubt, sondern auch das, an einen anderen zu glauben. Sie haben es erraten: Liebe." (S.56f)

Ich parke dieses Zitat mal einfach hier,
weil es mich bewegt hat.
Vielleicht bewegt es euch ja auch.

God Bless,


Restless Evangelical

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