Dienstag, 16. September 2014

Davon die Alten sungen... (16.09.2014)


Paul Gerhard – Ich steh an deiner Krippen hier #3

[Du] suchst meiner Seele Herrlichkeit,
durch Elend und Armseligkeit,
das will ich dir nicht wehren.“

Fast zum Schluss des Liedes lenke ich meine Gedanken auf die Frage, wieso.
Wieso kann eine nagende Frage sein, wie jeder weiß, der einmal versucht hat, eine Debatte mit einem Kindergartenkind zu gewinnen. „Der Dumme kann mehr fragen stellen, als der Weise beantworten kann.“, sagt ein altes Sprichwort. Und eine Frage muss nicht an sich gut sein.
Und dennoch. Ich sehe das Kind in der Krippe an – ja, das ist Jesus! Weltenlenker! Friedefürst! - und stelle mir diese einfache, schlichte und simple Frage: Wieso eigentlich?
Brauchtest du uns, großer Gott?
Haben wir dich irgendwie 'in der Hand', weil sich dein Herz nach uns verzerrt, weil du nicht glücklich werden könntest?
Meine Gedanken gehen zu den Früchten, die dein Leben hier getragen hat, zu allem, was dem kleinen Kind in der Krippe noch bevorsteht. Du selbst wirst uns ja später lehren, dass wir die Früchte betrachten sollen, die ein Baum bringt. Und ich sehe an, welche Früchte dein Leben gebracht hat.
Und da sehe ich die unzählbare Schar von Heiligen, die sich vor deinem Thron versammeln, neu gemacht durch die Gerechtigkeit, die du schenkst, und anbetend vor dir stehen.
Ich sehe alle die Menschen, die verletzt wurden von Anderen und von sich selbst, und wie sie Ruhe und Frieden finden konnten in der Gewissheit, dass sie Ruhen dürfen (Heb 4,9f).
Man könnte es gute Frucht nennen, wenn man will.
Manchmal frage ich mich, was dieses Wort 'Herrlichkeit' eigentlich ausdrücken soll. Es ist ja das, worauf wir hoffen, was auch schon jetzt in unserem Leben Realität ist, in dessen Spannung wir irgendwie stehen.
Es ist schwer, hat und C.S. Lewis beigebracht.
Und ich denke daran, dass sie der Grund war, wieso du überhaupt gekommen bist; wieso du es nicht als 'Raub' betrachtet hast, Gott gleich zu sein, sondern Arm wurdest, „Elend und Armseligkeit“ erleben musstest, durftest, hast, und hier liegst, klein und wehrlos und der Befehlsheer der himmlischen Armeen.
Es ist diese Spannung, ich die mich die Frage 'Wieso' führt.
Du brauchst mich nicht.
Und dennoch: Du wolltest mich.
Du hast keine Notwendigkeit, uns die Herrlichkeit zurückzugeben, die wir verloren haben (Röm 3,23)
Und dennoch: Du wolltest sie uns wieder geben.
Dein Wille verwirrt mich soweit, dass ich mit erhobenen Händen vor dir stehe – ein Zeichen der Aufgabe, keine Antenne für deine Schwingungen. Ich gebe auf, verstehen zu wollen, wieso du gekommen bist, einen Grund dafür in mir zu suchen, und gebe mich hin an den Gedanken, dass es die reine und unbefleckte Gnade ist, die deine Taten motiviert.
Du wolltest mich zurückführen in die Herrlichkeit, die ich verloren hatte,
deswegen hast du dich „Elend und Armseligkeit“ hingegeben, die mein waren, und hast sie dir zu eigen gemacht, damit ich deine Herrlichkeit besitzen darf.
Was für ein Gott.

God Bless,
Restless Evangelical

P.S. Für euren Terminplan, in den nächsten Monaten sind folgende Lieder dran:

September '14: Ich steh an deiner Krippen hier – Paul Gerhard
Oktober '14: Gott rufet noch, sollt ich nicht endlich – Gerhard Tersteegen
November '14: Der du bist, drei in Einigkeit – Martin Luther
Dezember '14: Es kennt der Herr die seinen – Philipp Spitta
Januar '15: Lobet den Herren, alle die ihn ehren – Paul Gerhard
Februar '15: Aus tiefster Not schrei ich zu dir – Martin Luther
März '15: Ich und mein Haus wir sind bereit – Philipp Spitta
April '15: Oh Haupt voll Blut und Wunden – Paul Gerhard
Mai '15: Gott, du bist Licht und wohnst in Licht – Gerhard Tersteegen
Juni '15: Nun freut euch hier und überall – Paul Gerhard
Juli '15: Nun so will ich denn mein Leben – Gerhard Tersteegen
August '15: Erhalt uns Herr bei deinem Wort – Martin Luther

September '15: Wie soll ich dich empfangen? – Paul Gerhard

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