Dienstag, 7. Oktober 2014

Davon die Alten sungen... (07.10.2014)


Gerhard Teerstegen – Gott rufet noch #1

Gott rufet noch, sollt ich nicht endlich hören?
Wie laß ich mich bezaubern und betören!
Die kurze Freud, die kurze Zeit vergeht,
und meine Seel' noch so gefährlich steht.“

Ich erinnere mich noch daran, dass ich die Stimme Gottes zum ersten Mal gehört habe. Es war keine hörbar wahrnehmbare Stimme, aber ein deutliches Erkennen, dass ich gerufen werde. Und ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass ich gerne und freudig auf den Ruf geantwortet habe.
Wie oft hatte ich als Kind geantwortet und das 'Übergabegebet' gesprochen, aber ich hatte nie den Eindruck, dass sie etwas veränderte.
An diesem Punkt sollte es anders sein.
Nur erinnere ich mich auch noch daran, dass es nicht lange dauerte, dass ich mich wieder abgewendet hatte, und anderen Quellen zuwendete, die mir Freude versprachen. Ich weiß, dass es nicht nur mir so geht; aber trotzdem fühle ich mich immer wieder beschämt, wenn ich daran denke, dass ich mich so schnell ablenken lasse von der Stimme, die mich ruft, und die eigentlich allein mich wirklich glücklich machen kann. Und wenn wir Paulus glauben wollen, dann ging es den Galatern nicht anders (vgl. Gal 1,6)
Wahrscheinlich liegt unsere Gepflogenheit, Gott 'den Rücken zu kehren' in der Tatsache, dass uns alle anderen Dinge unmittelbare Freude versprechen, imminent und zeitnah, unkompliziert und ohne große Anstrengung. Wohingegen die Freude, die uns Gott verspricht, eine schwere ist, eine für die wir arbeiten und um das wir kämpfen müssen.
Erst in dem Moment, in dem wir uns das Joch auflegen lassen, erkennen wir, wie leicht es ist, und dass Jesus sogar an unsere Stelle tritt und das Joch mit uns und oftmals für uns zieht.
Es braucht den demütigenden Schritt, das Joch aufgelegt zu bekommen.
Wohingegen uns von anderer Stelle unmittelbare Freude locken.
Aber unser Blick ist oft nicht weit genug, um wirklich abzuschätzen, welche weitreichenden Folgen die Freude haben kann. Womit ich nicht nur die schummerige Ewigkeitserwartung meine – Hades und Sheol, oder ewiges Leben – sondern auch die ganz aktuellen Folgen, die unser Handeln hat.
Pornographie mag uns kurzfristig befriedigen, aber wir haben keinen Blick für die Zerstörung, die sie in unserer Vorstellungskraft, in unserer Beziehungsfähigkeit, in unserer Sexualität anrichtet auf lange Sicht.
Der Rausch der Macht mag uns kurzfristig einen Sinn von Bedeutung geben, aber wir haben keinen Blick dafür, wie Macht unseren Charakter zerstört, wenn wir sie um ihrer Selbst suchen, wie sie uns lockt und zerstört, bis wir über Leichen gehen, um an ihr festzuhalten.
Ich höre manchmal zwar, dass Gott ruft, aber ich riskiere einen weiteren und einen dritten Blick auf die imminenten Freuden, die mich auch locken.
Jesus, lass mich in diesen Momenten wissen, erinnere du mich daran, dass „die kurze Freud, die kurze Zeit vergeht.“
Erinnere mich an die Endlichkeit dieser Freuden,
und erinnere mich an die Ewigkeitsdimension von deiner Freude.
Shalom – alles ist richtig und nichts Zerstörerisches existiert mehr.
Wirkliche Freude.
Rufe weiter, Jesus!

God Bless,

Restless Evangelical

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