Sonntag, 26. Oktober 2014

Vier Plus 1 am Sonntag – 26.10.2014


A. Drüben bei ThinkTheology hat Dave Bish einen interessanten Artikel, indem er den Finger auf die Wunde legt: In wie weit repräsentieren wir in unseren Gottesdiensten eine hinterhältige Haltung gegenüber Andersdenkenden? Wenn das Evangelium nicht dafür da ist, aus schlechten Menschen gute zu machen, sondern auch Toten Lebendige – und wenn wir uns bewusst sind, dass wir das alles nur aus Gnade geschenkt bekommen haben: Zeigen wir das den Menschen, die in unsere Gottesdienste kommen?

B. Derek Rishmawy trifft den Nagel auf den Kopf. Wir alle haben manchmal das Gefühl, lange nach einer Diskussion, den Gedanken zu bekommen, der dem ganzen die entscheidende Wendung hätte geben können. Derek denkt über eine Diskussion nach, die einige Jahre zurück liegt.
Wieso, wurde er gefragt, sollte man Glück empfinden mit der evangelikalen Spiritualität, wenn alles, was sie bietet, das Gefühl ist, einem Gott gehorchen zu müssen, es nicht zu schaffen, und deswegen Angst vor seinem Zorn hat.
Weil jeder einen Gott hat, und jeder seinem Gott nicht gehorcht.
Und weil nur Jesus Vergebung und Gnade hat.
Amen.

C. Francis Chan schreibt über Beziehung/Ehe aus der Perspektive der Ewigkeit. Ich muss sagen, dass ich über diesen Artikel zwiegespalten bin. Zum Einen stimme ich ihm zu, dass manchmal zu viel Wert gelegt wird auf die Ehe und Ehegestaltung in den Gemeinden. Eine gelingende Ehe ist kein Selbstzweck, sondern soll, auch nach Eph 5, das Evangelium verkünden. Und das ist in erster Linie eine Botschaft der (Zukunfts-)Hoffnung. Gleichzeitig frage ich mich, ob er in diesem Artikel nicht auch wieder (wie schon in Crazy Love) zu radical ist. Das christliche Leben ist ein geistlicher Kampf, wie er schreibt. Aber es ist nicht immer Frontlinie in Vietnam. Es gibt Zeiten von Ruhe und Zeiten von Ringen. Und das ist gut so. Und eine Ehe – wie jede andere Beziehung und unser Leben – scheint mir dann am gesündesten zu verlaufen, wenn sie auch beides widerspiegelt. Das gleiche Ziel zu verfolgen, die gleiche Vision zu haben, ist unheimlich wichtig. Aber das bedeutet nicht, dass man zu zwei rennt, ohne Auszeiten zu Zweit zu haben – oder?

D. Benjamin Correy sagt, dass er kein Atheist sein könnte, selbst wenn er wollte. Er gibt eine andere Antwort auf die Frage, wieso er Christ ist, als ich es in meinem letzten Artikel getan habe. Aber seine Antwort fand ich auch sehr bewegend. Selbst wenn man den Nachthimmel mit etwas anderes ersetzt. An Gott glauben (oder nicht glauben) bedeutet, einen anderen Blick auf die Realität zu haben. Wir sehen die Welt anders – und Paulus sagt etwas ähnlich in 1Kor 2,14. Das macht natürlich das Evangelium nicht weniger wichtig – eher viel wichtiger: Das Evangelium ist, was uns hoffen lässt (mein Artikel) und was uns einen neuen Blick auf den Nachthimmel – und breiter: die Realität – gibt.


Und noch einen zum Schluss: Dieser Kerl mit dieser Gitarre ist mein neuer Held. Beachtet vor allem, wie er damit die Melodie formt, dass er an den Stellhebeln am Hals dreht. Unglaublich.

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