Mittwoch, 5. November 2014

Häppchen-Weise #41


Bei meiner Predigtvorbereitung zur Predigt letzten Sonntag in Marburg bin ich über dieses Gedicht von Martin Luther (wieder) gestolpert, und es hat mich (wieder) unheimlich bewegt:

Mir ist es bisher wegen angeborener Bosheit und Schwachheit unmöglich gewesen, den Forderungen Gottes zu genügen. Wenn ich nicht glauben darf, dass Gott mir um Christi Willen dies täglich beweinte Zurückbleiben vergebe, so ist’s aus mit mir.

Ich muss verzweifeln, aber das lasse ich bleiben. Wie Judas an den Baum mich hängen, das tu’ ich nicht. Ich hänge mich an den Hals oder Fuß Christi wie die Sünderin. Ob ich auch noch schlechter bin als diese, ich halte meinen Herrn fest. Dann spricht er zum Vater:

„Dieses Anhängsel muss auch durch. Es hat zwar nichts gehalten und alle Deine Gebote übertreten, Vater, aber er hängt sich an mich. Was will’s! Ich starb auch für ihn. Lass ihn durchschlupfen.“

Das soll mein Glaube sein.

Was mich so bewegt daran, ist die Erkenntnis, dass es wahr ist. Und gleichzeitig, in der Aussage Jesu' – dieses Anhängsel muss auch durch – soviel Annahme und Vergebung und Gnade steckt, wie es mein Verstand nicht fassen kann.
Weil der Vater in Lk 15 den reumütigen Sohn nicht nur grummelig wieder ins Haus eintreten lässt,
sondern ihm um den Hals fällt.

Großartiger Gott!

God Bless,

Restless Evangelical

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