Montag, 10. November 2014

Häppchen-Weise #42


John Stott schreibt in einem, vor kurzem Postum veröffentlichten Büchlein:

„Was machen wir also, wenn wir diese Schwäche unseres sterblichen Körpers fühlen? Wir beten, wie Paulus, dass wir von diesem 'Stachel im Fleisch' befreit würden, und dass Gott uns davon erlöst. Unsere Migräne mag verschwinden, unsere körperlichen Gebrechen mögen geheilt werden, unsere psychologischen Ängste mögen von uns genommen werden, aber es mag auch sein, dass sie bleiben. Ich glaube, dass uns sowohl die Bibel als auch unsere Erfahrungen diese bittere Lektion beibringen: dass Gott uns oft bewusst in unserer Schwäche belässt, sodass seine Kraft auf uns ruhen möge.‟ (Stott, John, Problems of Christian Leadership, Downers Grove: IVP 2014, S.23f)

Manchmal denken wir, gerade als christliche Leiter, dass Schwäche etwas ist, was Gott Unehre macht. Und wir verbieten sie uns, schleppen uns mit schreiender Seele oder zerrütteter Gesundheit auf die Kanzel und ins seelsorgerliche Gespräch, weil wir keine andere Möglichkeit sehen – und vorher, währenddessen und am Schluss beten wir, dass Gott die Schwachheit von uns nehmen mag – es ist doch zu seiner Ehre.
Genau, sagt Gott dann oft, zu meiner Ehre, und damit meine Kraft sichtbar wird, du mehr darauf vertraust, bleibt Schwachheit auf dieser Seite der Herrlichkeit Teil der menschlichen Erfahrung.
Am Mittwoch werde ich an dieser Stelle ein persönliches Beispiel dafür von Stott teilen, das er in dem Büchlein aufschreibt.

God Bless,
Restless Evangelical

P.S. Das Originalzitat:

„What then do we do if we feel this weakness of our mortal flesh? Like Paul, we pray that we may be delivered from a thorn in the flesh, and God may deliver us. Our headaches may pass, our physical infirmities may be healed, our psychological shyness may be taken away from us, but they may not. I believe that Scripture and experience both teach this rather unpalatable lesson: that God often deliberately keeps us in weakness in order that his power may rest upon us.‟  

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