Mittwoch, 12. November 2014

Häppchen-Weise #43


Als persönliches Beispiel, wie Gottes Macht gerade in unserer Schwachheit und Gebrechlichkeit zum Scheinen kommt, schreibt Stott:

„Es war bei einer Evangelisation an der Universität von Sydney in Australien im Jahr 1958. Während der Woche, in der wir uns trafen, bekam ich eine Erkältung, und ich wurde heiser. Was macht man mit einem Missionar, der keine Stimme mehr hat?
Wir kamen zur letzten Nacht der Veranstaltung, der achte Abend. Die Studenten hatten den größten Saal der Universität gemietet – die University Hall – und eine sehr große Zahl von Studenten füllten den Raum. Wir hatten uns darauf verständigt, dass ich versuchen würde zu predigen. Ich saß ich einem kleinen Raum direkt neben der University Hall. Eine Gruppe von Studenten stellten sich um mich herum auf und ich bat sie, diese Stelle aus 2Kor 12 für mich zu lesen [gemeint ist 2Kor 12,7ff]. Wir beteten, dass der Stachel im Fleisch von mir genommen werden würde, und wenn ich mich richtig erinnere, dann legten die Studenten mir auch die Hände auf während des Gebetes. Aber wir beteten auch, dass ich in meiner Gebrechlichkeit glücklich sein würde, sollte Gott sich entscheiden, mich in meiner Schwachheit zu belassen, sodass die Macht von Jesus auf mir liegen möge. Denn wenn ich schwach bin, bin ich stark.
Ich erinnere mich daran, dass ich einen Zentimeter vor das Mikrophon treten musste, und das Evangelium krächzte. Ich war nicht in der Lage, irgendwelche Betonungen in meiner Stimme zu benutzen, oder irgendwie meine Persönlichkeit in die Predigt zu legen. Es war alles ein monotones Krächzen; und währenddessen schrien wir zu Gott, dass er seine Macht in dieser menschlichen Schwäche zeigen möge. Es wäre verführerisch für mich, jetzt unehrlich zu sein, oder zu übertreiben, aber ich kann mit aller Aufrichtigkeit sagen, dass die Studenten in dieser Nacht stärker auf das Evangelium reagierten als an allen Abenden davor.
Was mich aber noch mehr ermutigt ist das Folgende. Seit 1958 war ich nicht etwa zehn Mal in Australien, und bei jeder Gelegenheit kam jemand auf mich zu und sagte: „Erinnern sie sich noch an die Nacht, als sie in der University Hall gepredigt haben, und keine Stimme hatten?‟ Und ich sagte: „Wie könnte ich das jemals vergessen?‟ Und diese Person sagte zu mir: „In dieser Nacht habe ich mich bekehrt.‟ Es war ein großartiger Beweis für dieses Prinzip, dass Gottes Macht sich in der menschlichen Schwäche zeigt.‟ (Stott, John, Problems of Christian Leadership: Downers Grove: IVP 2014, S.24f; deutsch durch mich)

Ich belasse es bei diesem langen Zitat. Es spricht für sich.

God Bless,
Restless Evangelical

„It was during a mission at the University of Sydney in Australia in 1958. During the week of the convention I had caught what we call a ‟bug‟, and I lost my voice. What can you do with a missionary who has no voice?
We had come to the last night of the mission, the eigth night. The students had booked the big university hall and a large number of students came. It was agreed that I would attempt to preach. I was sitting in a little room just outside the university hall. A group of students gathered around me, and I asked them to read this passage in 2 Corinthians 12. We prayed that the thorn in the flesh may be taken away from me, and if I remember rightly they laid hands on me with prayer. But we went on to pray that if it pleased God to keep me in weakness, I would rejoice in my infirmities in order that the power of Christ might rest upon me, because when I am weak I am strong.
I remember that I had to get within one inch of the microphone. I croaked the gospel. I was unable to use any inflections of my voice, was unable to express personality. I was just a croak in a monotone, and all the time we were crying to God that his power would be demonstrated in human weakness. It would be tempting for me to exaggerate or to be dishonest, but I can honestly say that there was a far greater response that night then every other night.

What encourages me much more is the following. Since 1958, I've been back to Australia about ten times, and on every occasion somebody has come up to me and said, ‟Do you remember that night of preaching in the university hall when you'd lost your voice?‟ and I'd say, ‟How could I ever forgett it?‟ And the person responded, ‟I was converted that night.‟ It has been a great illustration of this principle to me, that God's power is demonstrated in human weakness.‟ 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen