Sonntag, 23. November 2014

Vier Plus 1 am Sonntag – 23.11.2014


A. Ed Stetzer schreibt ein paar soziologische Gedanken zum Wachstum der Pfingstbewegung weltweit auf. Das ist vor allem deswegen faszinierend, weil Stetzer selbst kein Pfingstler ist. Entsprechend sagt er auch, dass er theologisch sicher einige Anmerkungen zu machen hätte, aber gleichzeitig sieht er den Wert der Pfingstbewegung besonders: Sie sind überzeugt davon, dass andere Menschen brauchen, was sie haben. Offensichtlich wirkt das überzeugend.
(Für wen es interessiert gibt es drüben bei First Things einen wesentlich kritischeren Artikel als Antwort an Stetzer und gleichzeitig einen, der auch die theologischen Eigenheiten der Pfingstbewegung in den aktuellen gesellschaftlichen Kontext setzt. Sehr interessant.)

B. John Piper hat drüben bei DesiringGod einen bemerkenswerten Artikel, in dem er theologisch mit dem neuen Roman von Marilynn Robinson interagiert. Das ist vor allem deswegen wichtig und richtig, weil sie interessante theologische Aussagen macht – im Roman und anderorts – über Theologie und besonders Jonathan Edwards. Piper als Theologe und Literturliebhaber ist dafür natürlich bestens ausgerüstet. Ich hätte mir allerdings gewünscht, er hätte intensiver mit der literarischen Seite des Buches interagiert. Dennoch: Unbedingt lesenswert.
Randbemerkung: Ich weiß nicht, ob ich Pipers Schluss teile, dass Ames durch seine Worte „a kind, old liberal‟ geworden ist. Das scheint mir ein zu harsches Urteil zu sein über seine – sehr menschlichen – Worte in dem Werk.

C. Alois Glück schreibt drüben bei der SZ einen sehr reflektieren Artikel, über seine Ablehnung der Liberalisierung der Gesetzesgrundlage zur aktiven Sterbehilfe. Zu bedenken würde ich dabei noch geben, dass eine liberalisierte Gesetzgebung nur Symptome behandelt (und diese Behandlung, allen statistischen Erwartungen nach, furchtbare Auswirkungen haben wird), nicht aber das Problem des leidvollen und/oder würdelosen Sterbens an sich anpackt. Ein assistierter Tod ist in diesem Sinne kein würdevoller Tod, als mehr ein notvoller Ausweg mangels vernünftiger Alternativen. Das wieder spricht Glück im Artikel sehr deutlich an, der sich auch um die deutsche Hospizbewegung sehr verdient gemacht hat.

D. Nick Roen schreibt drüben bei SpiritualFriendship über Enthaltsamkeit, und wie dieser Umgang mit seiner sexuellen Orientierung für ihn die beste Art ist, einen „countercultural‟ Ansatz als Christ zu leben. Ich muss sagen, dass ich unendlich dankbar für die Freunde bei SF bin, weil sie mit einer intellektuellen Brillianz viele (post-)moderne Vorstellungen zu Beziehung, Sex und Partnerschaft in Frage stellen: Nicht, weil sie einfach konservativ sind, sondern weil ihre Gedanken aus einem tiefen Ringen zwischen ihrer Selbstwahrnehmung und ihrer Spiritualität erwächst. Danke dafür – Prädikat: unbedingt lesen! Unbedingt abonnieren.


Und einen zum Schluss: Die Freunde von MereFidelity haben eine weitere sehr hilfreiche Episode hochgeladen, in der sie mit Peter Enns' neuem Buch, Andrew Wilsons Rezension darauf und Enns' Reaktion zur Rezension interagieren. Dabei sprechen sie einige wichtige Kritikpunkte an den 'progressive Christians' an, die bedenkenswert sind. Ich mag die vier Jungs sehr gerne. Sie sind unheimlich reflektiert und beim Hören des Podcasts merkt man, dass sie einfach Spaß beim Reden über diese Themen haben.

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