Dienstag, 6. Januar 2015

Davon die Alten sungen... (05.01.2014)


Paul Gerhardt – Lobet den Herren #1

Gib, dass wir heute,
Herr, durch dein Geleite,
auf unsern Wegen
unverhindert gehen,
und überall in deine Gnade stehen.
Lobet den Herren.‟

Wenn ein neues Jahr beginnt, dann liegen viele Wege vor uns, die zu gehen sich lohnen würde, deren Ziel wir nicht immer erkennen, oder deren Schwierigkeiten sich noch im Nebel verborgen sind. In diesem Sinne nutzen viele das neue Jahr gerne, um sich gute Vorsätze zu formulieren; diese sollten, so man sie denn einhält, dienen als Navigationssysteme, um die Wege zu bewerten, die sich vor einem ausbreiten.
Wenn auch der Brauch eigentlich schön sein mag, ist er zu einem Klischee verkommen; Kitsch, bei dem man halbbetrunken Allgemeinplätze in sein Sektglas nuschelt, oder auf eine Serviette schreibt, weil man es so macht, aber weil einem die Kreativität oder die Ambitionen fehlen, etwas wirklich Konkretes aufzuschreiben.
Dieses Jahr will ich abnehmen.
Oder besser noch: Ich will mit meinem Partner gemeinsam abnehmen.
Oder besser noch: Ich will meinen Partner ermutigen, für mich abzunehmen.
Und dann brechen wir schon wenige Stunden später, was wir uns vorgenommen haben, wenn wir abgefeiert von der Silvesterparty kommen und noch einmal bei Burger King Halt machen, um den kleinen Hunger zu bekämpfen.
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Deswegen wird mir jetzt, nach 5 Tagen im neuen Jahr, deutlich, wie unbewusst segensreich es war, mir Lobet den Herren als Lied für die Stille Zeit in diesem Monat zu suchen. Nicht nur, weil es voller Danksagung ist, sondern, weil es den einen guten Vorsatz enthält, den ich mir in diesem Jahr wirklich hinter die Ohren schreiben will.
Gottes Gnade wirken lassen.
Dann stehe ich hier am Anfang des Jahres, und vor mir entfaltet sich eine Landkarte, voller schwieriger Entscheidungen und vor allem voller Rückschläge, für die ich jetzt noch gar keine Worte habe, weil ich mir ihrer noch gar nicht bewusst bin. Aber mit Gottes Gnade vor, und neben, und hinter mir auf diesem Weg, finde ich den Mut, ihnen zu begegnen.
Nicht, dass ich mich auf Schwierigkeiten freue. Vielmehr bete ich (singend), jeden Tag, dass Gott die Wege, für die ich mich entscheide, eben sein lässt, dass ich unverhindert gehen kann, welcher Weg auch immer es sein wird. Und je länger ich mit Gott unterwegs bin, desto mehr werde ich mir bewusst, dass er genau dieses Gebet öfter beantwortet, als es mir wirklich bewusst wird.
Wie mein Rückenmark, dass mein Herz schlagen lässt, und meine Atmung funktionieren, ohne dass ich mir dessen wirklich bewusst bin, ebnet er mehr Strecken des Weges, als ich mir wirklich vor Augen führe, und vor allem weit mehr, als ich ihm meine Dankbarkeit gegenüber äußere.
Aber die Schwierigkeiten werden auch kommen, die Unwegbarkeiten, in diesem Jahr. Und in denen besonders, ebenso wie in den Ebenen, will ich auf Gottes Gnade vertrauen, dass sie mich umfängt, und dass ich sicher sein kann, dass sie mich an das Ziel bringt, das Christus ist, wartend, Herrlichkeit, Ewigkeit.
Das ist dann mein guter Vorsatz: Mehr vertrauen. Der Gnade mehr Raum geben. Mehr Christus ähnlicher werden.
Die Wege, die mich dahin führen, kann ich noch nicht sehen, doch ich gehe blind, aber vertrauend, an der Hand dessen, der den Weg schon vor mir gegangen ist.
Und dafür Lobe ich den Herrn.

God Bless,

Restless Evangelical


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