Dienstag, 3. März 2015

Davon die Alten sungen... (03.03.2015)


Philipp Spitta – Ich und mein Haus, wir sind bereit #1

Reiche gleiche
Seelenspeise
auch zur Reise
durch dies Leben
uns, die wir uns dir ergeben.“

Das Leben als Reise zu verstehen ist ja nichts besonders Innovatives. Und weil meine Spiritualität zu meinem Leben gehört, damit untrennbar verbunden ist und an manchen Punkten mit ihm deckungsgleich, kann ich mir auch keine Schärpe umhängen dafür, dass ich diesen Attribut auf meine Geistlichkeit angewendet habe.
Ich reise. Selbst, obwohl ich zu Heimweh neige.
Auf eine romantisierende Art ist der Gedanke, auf Reisen zu sein, etwas wunderbares. Es ist der Reiz des Abenteuers, und des Neuen, das uns Lockende und Rufende, das uns auf die Reise gehen lässt; wenn nirgendwo zuhause ist, kann genauso gut überall zuhause sein. Alles eine Frage der Perspektive. Neue Menschen kennenzulernen, neue Klippen zu besteigen und neue Wege zu gehen, an deren Straßenrändern in neuen Sprachen und Währungen neue Speisen verkauft werden. Wir sind mitten drin, im Leben.
Und weil wir mitten drin sind, deswegen sind wir auch neu, nicht mehr das alte, langweilige Ich, das dem 8-17 Job nachgeht, und danach zuhause sitzt und sich fragt, was aus seinen Träumen geworden ist.
Es ist nur so, dass wir selbst zwar gerne neu sein wollen, immer auf der Suche nach uns selbst, aber es uns nicht genehm ist, wenn sich alles andere ändert. Wir gehen, aber alle anderen sollen auf uns warten und sollen da sein, wenn wir Zuflucht suchen.
Das Problem mit einer Reise ist nämlich, dass sie nicht Urlaub ist. Keine Reise, keine zeitlose Wanderung, ist immer Sonnenschein, und ist immer Abenteuer. Und nicht alle Momente lassen sich auf Instagram festhalten. Die meiste Zeit regnet es, oder ist man auf der Suche nach einem Schlafplatz, ist man vielleicht Einsam auf der Reise, sitzt in einem überfüllten Zug auf dem Weg zu einem Ort, der verspricht, Neues zu zeigen, aber vielleicht nur das Altbekannte wieder aufwärmt.
Eine geistliche Reise – von hier bis zu Herrlichkeit – ist nicht einfacher. Auch wenn sie nicht immer, meistens wohl nicht, mit körperlichen Anstrengungen zu tun hat. Sehr wohl aber damit, dass die eigene Seele sich manchmal wundreibt an den eigenen Erwartungen, an der Hoffnung, die wieder nicht erfüllt wurde, und die sich sicher doch noch Jahre, vielleicht Jahrzehnte hinzieht. Die geistliche Reise bedeutet, aus einer Wirklichkeit heraus zu leben, die man in den meisten Momenten nicht spürt, nicht erlebt, nicht sieht.
Aber es sind die besonderen Momente, in denen Schönheit und Wahrheit durchscheinen, und in denen man sich geistliche Fotos machen kann, die man in seiner Seele aufhängt, die uns weitermachen lassen. „Wenn es einen Ort gibt“, sagen wir uns gegenseitig, die wir auf der Reise sind, „an denen diese Momente Ewigkeit sind, dann wollen wir da hin.“
Herrlichkeit.
Und so lange wir noch unterwegs sind, so lange wird uns Jesus mit dieser Seelenspeise versorgen, die wir zum durchhalten brauchen. Es ist, wie das Manna aus 2Mo 16, nicht soviel, dass wir damit Reserven anlegen könnten: „Soviel für heute, aber es ist mehr als genug für den ganzen Weg.“ - Nein. „Soviel für heute, und morgen sehen wir weiter.“
Diese Seelenspeise kommt zur richtigen Zeit, aber sie kommt immer nur Einzeln, Sonnenstrahlen.
Als Peter Pan mit Wendy und ihren Brüdern zum ersten Mal nach Nimmerland fliegt, fragen sie ihn, wo die Insel ist. Und er sagt: „Dort, wo die ganzen Pfeile hinzeigen.“ Worauf uns der Erzähler erläutert, dass tatsächlich hunderte von Pfeilen auf die Insel zeigte, alle von der Sonne losgeschickt, um sicher zu gehen, dass die Kinder ihr Ziel erreichen.
Hunderte Pfeile. Seelenspeise.
Bis wir dort sind. Angekommen.

God Bless,

Restless Evangelical

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